Experte klärt auf 

Krypto-Steuer: So jagt das Finanzamt Bitcoin-Betrüger

Finanzämter haben deutlich mehr Handhabe bei der Prüfung der Krypto-Steuer. Mit welchen Mitteln sie Betrüger entlarven, erklärt ein Experte.

Daniel Hoppmann
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Ein paar vergoldete Bitcoin-Münzen vor einem Aktenordner mit der Aufschrift Steuern.

Beitragsbild: picture alliance / CHROMORANGE | Udo Herrmann

| Eines ist klar: die Finanzverwaltung rüstet in Sachen Krypto auf

Die Luft für Steuerhinterzieher im Kryptobereich wird zunehmend dünner. Seit Beginn dieses Jahres greifen strengere Meldevorschriften für Börsen, Broker und andere Anbieter, die den Handel mit Bitcoin und Co. ermöglichen. Doch wie geht das Finanzamt konkret vor, um herauszufinden, wer bei seiner Steuererklärung es nicht ganz so genau mit der Wahrheit hält? Und wie tief ist das Verständnis der Behörden für digitale Assets inzwischen wirklich? Ein Steuerexperte gibt Einblicke.

Wenn jemand weiß, wie Finanzämter bei der Aufdeckung von Krypto-Steuervergehen vorgehen, dann ist es Florian Wimmer. Als CEO des Steuer-Tracking-Unternehmens Blockpit schult er regelmäßig Behörden in Deutschland und Österreich. Nach eigenen Angaben haben bereits rund 700 Beamte an seinen Trainings teilgenommen.

Laut Wimmer greifen Behörden grundsätzlich auf zwei Arten von Datenquellen zurück, um Krypto-Transaktionen nachzuvollziehen. Zum einen stammen diese von zentralisierten Anbietern wie Börsen und Brokern, zum anderen aus dezentralen Quellen. Entscheidend ist dabei, Wallet-Adressen realen Personen zuzuordnen. „Sobald die Behörde deine Wallet-Adresse kennt, kann sie mit den passenden Tools sämtliche Transaktionen nachvollziehen“, erklärt Wimmer gegenüber BTC-ECHO.

Mit diesen „Tools“ sind spezialisierte Analysewerkzeuge gemeint, die von Finanzämtern eingesetzt werden. Dazu zählen etwa Dienste wie Crystal oder Chainalysis, aber auch interne Lösungen. Aufgrund der Transparenz der Blockchain können geschulte Ermittler Zahlungsflüsse relativ einfach bis zu sogenannten Fiat-Offramps verfolgen – also zu den Punkten, an denen Kryptowährungen wieder in staatliche Währungen umgewandelt werden. Denn letztlich landen Gewinne häufig wieder auf klassischen Bankkonten.

Da es sich bei diesen Fiat-Offramps häufig um zentrale Handelsplattformen handelt, können Behörden über sogenannte Auskunftsersuchen Nutzerdaten anfordern. Diese Anfragen können sich sowohl auf Einzelpersonen als auch auf größere Nutzergruppen beziehen. Im Zweifel lassen sich entsprechende Informationen auch gerichtlich durchsetzen – wie es etwa im Fall von Bitcoin.de geschehen ist.

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Ein umfassendes „Lagebild Krypto“ für die Finanzämter

In Zukunft wird der Fiskus jedoch seltener auf juristische Schritte angewiesen sein. Denn zentralisierte Krypto-Dienstleister werden verpflichtet, relevante Daten automatisch an die Steuerbehörden zu melden. Grundlage dafür ist die europäische Richtlinie DAC8, die seit Jahresbeginn gilt und bereits in nationales Recht überführt wurde.

Doch welche Daten werden konkret erfasst? Laut Wimmer handelt es sich sowohl um personenbezogene Informationen als auch um Transaktionsdaten, die die Verbindung zu Blockchain-Daten herstellen. Neben Angaben wie Name, Geburtsdatum und Wohnsitz erhält das Finanzamt damit auch Einblick in die Krypto-Vermögensverhältnisse. „DAC8 verschafft den Behörden erstmals ein flächendeckendes Bild über nationale Kryptonutzer und ihre Aktivitäten“, so der Blockpit-CEO.

Auch auf globaler Ebene bewegt sich etwas: Ab 2027 plant die OECD mit dem „Crypto Asset Reporting Framework“ (CARF) eine ähnliche Regelung, um weltweit mehr steuerliche Transparenz im Kryptosektor zu schaffen.

Behörden holen beim Krypto-Wissen auf

Dass Finanzbehörden ihre Kompetenzen im Kryptobereich ausbauen, kommt nicht überraschend. Lange Zeit fehlten sowohl die technischen Mittel als auch das notwendige Fachwissen, um Steuerverstöße effektiv zu verfolgen.

Nach Einschätzung von Florian Wimmer hat sich das jedoch deutlich gewandelt. Das Verständnis für Kryptowährungen und den gesamten Space sei inzwischen „sehr gut“. In seinen Schulungen vermittelt er Beamten sowohl Grundlagen zu Bitcoin und DeFi als auch praxisnahe Inhalte, etwa typische Fehler in Steuererklärungen.

„Manche glauben vielleicht, wir würden damit den ‚Feind‘ ausbilden“, sagt Wimmer. „Tatsächlich sorgt ein fundiertes Wissen bei den Behörden aber oft für weniger Probleme bei Anlegern – wir haben da schon einiges erlebt.“

Zum Abschluss gibt der Steuerexperte noch einen klaren Rat: Eine sorgfältige Dokumentation aller Transaktionen ist entscheidend. „Wer seine Unterlagen sauber führt, kann nicht nur entspannt in eine mögliche Steuerprüfung gehen, sondern auch gezielt Steuern optimieren und dabei Geld sparen.“

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