Blase oder Bodenbildung? Krypto-Markt hebt nach Crash wieder ab
Moritz Draht

von Moritz Draht

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Mensch fliegt mit Regenschirm davon

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Gestern noch tiefrot, heute schon wieder auf dem Weg der Genesung: Für die Achterbahnfahrt am Krypto-Markt braucht es derzeit ein schwindelfreies Gemüt.

Noch gestern stand der Krypto-Markt in Flammen, doch das Feuer scheint sich rascher als erhofft löschen zu lassen. Viele Anleger haben den Schwächemoment genutzt und sich die Wallet zu günstigen Konditionen gestopft. 175.000 Bitcoin sind in den gestrigen Unruhen von den Börsen abgezogen worden. Die Konsequenz: In nur 24 Stunden ist die Gesamtmarktkapitalisierung wieder um 500 Milliarden US-Dollar gestiegen, nachdem sie zuvor im gleichen Zeitraum um 700 Milliarden US-Dollar auf das Tief von 1,35 Billionen US-Dollar gerutscht ist. Mit aktuell 1,9 Billionen US-Dollar hebt der Gesamtmarkt im Tagesvergleich um 12 Prozent ab und nähert sich somit wieder schnellen Schrittes der 2-Billionen-USD-Marke.


Krypto-Markt erholt sich vom Schock

Zumindest beim Anblick der Gesamtmarktkapitalisierung von coin360 weckt sich der Anschein, als sei der Krypto-Markt im gestrigen Handelsverlauf nicht von einer gewaltigen Abverkaufswelle weggeschwemmt worden.

Mit Ausnahme von XRP, der “nur” neun Prozent zulegt, verbuchen die zehn größten Kryptowährungen allesamt Kurszuwächse im zweistelligen Prozentbereich. Bitcoin legt mit einem Sprung von 17 Prozent auf knapp 42.000 US-Dollar zu. Die Rekordmarke von rund 65.000 US-Dollar liegt zwar noch in weite Ferne. Dafür, dass die größte Kryptowährung allerdings noch gestern auf 33.000 US-Dollar gestürzt ist, kann sich die Aufholjagd durchaus sehen lassen.

Auch Ethereum scheint den größten Schock verdaut zu haben. Die Nr. 2 liegt mit einem Tagesplus von 19 Prozent nur wenige US-Dollar von der 3.000er Marke entfernt. Spitzenreiter unter den größten Kryptowährungen ist jedoch Cardano. Der ADA-Kurs stimmt mit einem Kursgewinn von fast 30 Prozent ein eindrückliches Comeback an.


Heiter weiter?

Dass Nachkäufe den Krypto-Markt wieder in Schwung bringen, war eigentlich ausgemacht. Doch das Tempo, mit dem die Coins ihre Verluste begleichen, ist nicht weniger überraschend als das gestrige Blutbad. Typisch Krypto eben, könnte man meinen und das gestrige Schlachtfeld als kleine Randnotiz abschreiben. Eine hohe Volatilität ist nun mal das Wesen von Bitcoin und Co. Wer dem Risiko nicht standhält, ist dem Markt nicht gewachsen.

Doch der Abverkauf sollte sich als mahnende Lehre ins Langzeitgedächtnis einbrennen. Dass nach jedem Hoch ein Tief kommt, ist zwar die älteste Börsenweisheit. An Aktualität hat sie aber nicht verloren. Je mehr sich der Markt hochschaukelt, umso größer ist die Absturzgefahr. Über diesen Allgemeinplatz hat der wochenlange Aufwärtstrend hinweggetäuscht. Gerade Einsteiger, die ihre Wallet-Bestände zum ersten Mal ins Minus rutschen sehen, dürften sich an den Panikverkäufen beteiligt haben. Dabei zeigt sich zumindest für den Moment, dass sich ein langer Atem und eine Portion Durchhaltevermögen auszahlen.

Über den Berg ist der Krypto-Markt jedenfalls noch nicht. Vorfälle wie der gestrige können sich jederzeit wiederholen, auch wenn die Umstände mit dem explosiven Gemisch aus Elon Musk und China wohl einmalig waren. Dass jedoch ein Unternehmer und ein BTC-Verbot, dass seit jeher über dem chinesischen Markt schwebt, solche Turbulenzen ausgelöst haben, sollte ebenfalls als Denkzettel dienen.

So sollte die Erholungsphase erst einmal aus kritischer Distanz beobachtet werden. Nicht ausgeschlossen, dass einige Coins noch einmal deutlich nach unten korrigieren. Anleger, die gestern Verluste eingefahren haben, dürften versucht sein, schnell Gewinne abzuziehen. Langzeitinvestoren hingegen dürften die Querelen gelassen zur Kenntnis nehmen. Am langfristigen Wachstumstrend des Krypto-Markts hat sich seit gestern wenig geändert. Für Hodler lautet das Gebot der Stunde also mal wieder: Füße still halten und den Sturm vorbeiziehen lassen.


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