Der Bärenmarkt scheint der Krypto-Börse Kraken bislang nur wenig auszumachen. Diese Vermutung legen zumindest aktuelle Zahlen der Muttergesellschaft Payward nahe. Das Unternehmen befindet sich auf Expansionskurs – und könnte bald sogar den Sprung an die Börse wagen.
Wer in den aktuellen Quartalsbericht der Kraken-Mutter Payward blickt, der käme unter Umständen gar nicht auf die Idee, dass am Krypto-Markt gerade Flaute herrscht. Bereinigt setzte das Unternehmen 508 Millionen US-Dollar um und lag damit 17 Prozent über dem Vorjahreswert. Am Ende stand ein positiv bereinigtes EBITDA von 23 Millionen US-Dollar.
Die rückläufigen Spot-Handelsvolumina, die die gesamte Krypto-Branche im zweiten Quartal belasteten, gingen zwar auch nicht spurlos an Payward vorbei – 13 Prozent verlor die Firma im Jahresvergleich –, die Kraken-Mutter konnte das jedoch mit Erlösen außerhalb des klassischen Handelsgeschäfts auffangen. Vermögensbasierte und sonstige Einnahmen machten 60 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Ein Jahr zuvor waren es noch 55 Prozent gewesen. Zu diesem Bereich zählt das Unternehmen unter anderem Staking, tokenisierte Aktien und weitere Finanzprodukte.
Auch die Kundenbasis legte zu. Die Zahl der finanzierten Konten stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 42 Prozent auf 6,6 Millionen. Gleichzeitig verwahrte Payward zum Ende des Quartals Vermögenswerte im Gesamtwert von 40 Milliarden US-Dollar. Nach Angaben des Unternehmens setzte sich das Wachstum damit trotz der niedrigeren Spot-Handelsaktivität am Markt fort.
Kraken-Mutter setzt Expansionskurs fort
Parallel dazu treibt die Kraken-Mutter ihre Expansion durch Übernahmen voran. Am 1. Mai schloss Payward die Akquisition der US-Derivateplattform NinjaTrader ab und ergänzte damit sein Angebot um Futures. Im Juli folgte die Übernahme einer Plattform für Stablecoin-Zahlungen. Zudem vereinbarte das Unternehmen den Kauf von Capitalise.ai, dessen Technologie Handelsstrategien automatisieren soll.
Der Expansionskurs fällt in eine Phase, in der Payward zugleich einen möglichen Börsengang vorbereitet. Im November 2025 reichte das Unternehmen vertraulich einen Entwurf des Registrierungsformulars S-1 bei der US-Börsenaufsicht SEC ein. Einen konkreten Zeitpunkt für das IPO hat das Unternehmen bislang nicht genannt.
