Verheerender Absturz Kraken: Flash Crash drückte Ethereum auf 700 USD – was war da los?
Christopher Klee

von Christopher Klee

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Trauriger Welpe im Kraken-Kostüm

Quelle: Shutterstock

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Ethereum handelte zuletzt im Dezember bei 2020 bei 700 USD-Dollar – die älteren werden sich erinnern. Auf der Bitcoin-Börse Kraken war ETH kurzfristig wieder zum Schnäppchenpreis zu haben – was steckt dahinter?

Selten liegen exorbitante Gewinne und verheerende Verluste so eng nebeneinander wie beim Krypto-Trading. Doch was sich am 22. Februar auf der Krypto-Börse Kraken abgespielt hat, dürfte auch den abgehärtetsten Hebel-Händler kalt erwischt haben. Im Zuge der heftigen Korrektur am Krypto-Markt kam es bei Kraken bei einzelnen Kryptowährungen zu einem veritablen Flash Crash. Dieser hat neben Cardano und Polkadot besonders den Ether-Kurs (ETH) in Mitleidenschaft gezogen. Innerhalb weniger Minuten war ETH um 1.000 US-Dollar auf 700 US-Dollar gefallen, nur um kurz darauf wieder auf das Vor-Crash-Niveau zu springen.


Ethereum-Debakel auf Kraken: Was war los? Quelle: TradingView

Zwar ist es zur gleichen Zeit auch auf anderen Bitcoin-Börsen zu einem starken Dip gekommen. Nirgendwo ist Ether jedoch so heftig gefallen wie auf Kraken.

Ether-Kurs auf Binance zur Zeit des Flash Crashs auf Kraken. Quelle: TradingView.

Es stellt sich folglich die Frage, warum ausgerechnet auf Kraken Assets wie Ethereum, Polkadot und Cardano eine derartige Bauchlandung vollzogen haben.

Coinmetrics: Fehlerhaftes Match Making verursachte Ethereum Flash Crash auf Kraken

Für Kevin Lu vom Blockchain-Analysehaus Coinmetrics ist die Sache klar: Er vermutet eine fehlerhaft programmierte Trade Making Engine hinter dem Ethereum Flash Crash auf Kraken – “der heutige Marktabsturz wird euch von Krakens fehlerhafter Trade Matching Engine präsentiert” (Twitter).

Der Coinmetrics-Analyst verzierte seinen Tweet mit einer Grafik, die die heftigen Ausschläge beim Ether-Kurs auf Kraken mit dem Kursgebaren auf anderen Bitcoin-Börsen zum selben Zeitpunkt vergleicht.

Mit seinem Tweet rief Lu den Börsen-Chef höchstselbst auf den Plan.

CEO Powell bestreitet Fehler

Jesse Powell bezeichnet den Vorwurf als “spekulativ” und “verantwortungslos”:

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Hi Kevin, ich bin ein Fan von @coinmetrics, aber denkst du nicht, dass es unverantwortlich ist, irreführende, verunglimpfende und verleumderische Aussagen auf der Basis deiner eigenen Spekulationen zu machen, ohne direkte Informationen zu haben? Ich bin mir sicher, du kannst dir eine plausible Alternative überlegen. Ich hoffe, du gibst eine Richtigstellung heraus.

Jesse Powell via Twitter

Die extreme Kursschwankung bei Ethereum hält Powell dagegen für eine Konsequenz aus Angebot und Nachfrage – und somit für ein ganz normales Szenario.

So antwortete Powell auf die Forderung nach Aufklärung, die ein anderer Twitter-Nutzer stellte: “Was meinst du mit “was passiert ist”? Verkaufen treibt den Preis nach unten. Kaufen treibt den Preis in die Höhe.”

Freilich gelang es Powell damit nicht, die Wogen zu glätten. Hier spielt auch der Umstand mit, dass Kraken – wie auch andere Krypto-Broker – zwischenzeitlich nicht erreichbar war. Der folgende Screenshot wurde um 15:30 angefertigt:

Login-Seite von Kraken (Screenshot vom 22. Februar, 15:30)

Die Programmierschnittselle (API) und Website der Exchange waren unmittelbar nach dem Flash Crash kurzfristig nicht erreichbar.

Uptime bei Krakens API und Website. Quelle. (Screenshot)

Zuletzt war es Ende Januar zu einem derartigen Ausfall bei der Exchange gekommen. Auch hier fand der Ausfall in Zeiten heftiger Kursumwälzungen – allen voran bei Dogecoin – statt.

Eine Bitte um Stellungnahme zum Ethereum Flash Crash blieb vonseiten Kraken zu Redaktionsschluss unbeantwortet.

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