Kodak KashMiner entpuppt sich als Betrug
Lars Sobiraj

von Lars Sobiraj

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Kodak KashMiner

Quelle: https://www.shutterstock.com/de/image-photo/kodak-films-analog-photography-1061889203?src=8516fvMihMkCcokf56Wx3A-2-93

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Anfang des Jahres stellte Kodak auf der Branchenmesse CES ein eigenes Krypto-Mining-Gerät vor. Die BBC fand allerdings heraus, dass der Kodak KashMiner nie ein Kodak-Entwicklungslabor von innen gesehen hat. Das Ganze war von Anfang an ein Fake und wurde nun von der US-amerikanischen Börsenaufsicht gestoppt.

Im Januar wurde in Las Vegas auf dem Kodak-Stand der gigantischen Fachmesse für Unterhaltungselektronik, CES, der sogenannte Kodak KashMiner vorgestellt. Kritische Stimmen hinterfragten von Anfang an das riesige Profitversprechen von 375 US-Dollar monatlich, mit der die Hardware angepriesen wurde. Außerdem müsse man bei der enormen Leihgebühr damit rechnen, dass man mindestens die Hälfte des Umsatzes an den Hersteller abgeben muss. Dazu kommen die langsam steigenden Strompreise in den meisten europäischen Ländern in Verbindung mit dem Kurssturz des Bitcoin.


Für den Anbieter hätte dies freilich nach Abschluss des zweijährigen Vertrages keine Rolle mehr gespielt. Der Hersteller hätte die Mietgebühren so oder so in Vorkasse erhalten. An der Kritik, die in diversen sozialen Netzwerken geäußert wurde, änderte auch der clevere Slogan „In math we trust“ wenig.

Es hat nie eine Lizenz gegeben

Spotlite Digital Assets ist eines von vielen Unternehmen, das in den USA eine Lizenz zur Nutzung des Markennamens Kodak erworben hat. Auf dem CES-Messestand wurde die Vermietung des Kodak-eigenen Geräts angekündigt. Die Mieter sollten vorab für zwei Jahre eine Leihgebühr von 3.400 US-Dollar entrichten und sollten dafür die geschürften Erträge behalten. Halston Mikail von Spotlite erklärte, dass in der Kodak-Konzernzentrale in Rochester nordwestlich von New York angeblich 80 Geräte im Einsatz waren, weil man dort sehr preiswert an Strom gelangen könne.

Auf Nachfrage gab Kodak der BBC nun bekannt, dass man dieses Produkt nie offiziell lizenziert hat. Auch habe es zu keinem Zeitpunkt irgendwelche Krypto-Miner in den Räumlichkeiten der Eastman Kodak Company gegeben. Bis auf eine unfertige Website, die die Kodak HashPower anpreisen sollte, ist dort noch nichts zu sehen. Geplant waren neben dem Bitcoin-Miner auch Geräte zum Schürfen vom Litecoin, Ethereum, Dash und der Kryptowährung Blake.


SEC stoppte den Kodak KashMiner

Ferner musste der Geschäftsführer von Spotlite gegenüber der BBC einräumen, dass die Börsenaufsichtsbehörde SEC dem Treiben vorzeitig ein Ende gesetzt hat. Das Unternehmen musste von seinen Plänen Abstand nehmen. Nach Angaben von Halston Mikail ist nun alternativ in Island eine eigene Krypto-Mining-Farm geplant.

Wie es jetzt aussieht, wollte das Unternehmen wohl den guten Ruf von Kodak und den anhaltenden Hype um den KODAKCoin ausnutzen. Doch auch beim KOKAKCoin hat man die Marke Kodak lediglich lizenziert. Der ehemals weltweit größte Ausrüster für Fotografen hat mit der Entwicklung der KODAKOne Plattform und dem geplanten Token Sale von 50 Millionen US-Dollar wenig gemeinsam. Lizenznehmer ist nämlich die Berliner Ryde GmbH. Das Unternehmen verdient sein Geld damit, unrechtmäßig genutzte Fotos im Internet aufzuspüren. Die Betreiber der Webseiten werden als Empfänger der hochpreisigen Schreiben anschließend zur nachträglichen Entrichtung der Lizenzgebühren der Fotos aufgefordert.

Dazu passt auch das Konzept der neuen Blockchain-Initiative von Ryde. Auch diese soll automatisch und regelmäßig das Web durchsuchen, um die Rechte an urheberrechtlich geschützten Fotos nachträglich geltend zu machen. So will sie ihren Kunden, also den Fotografen, zu ihrer Entlohnung zu verhelfen. Die Eastman Kodak Company hatte nur kurzfristig etwas davon, der Kurs der eigenen Aktie befindet sich seit mehreren Monaten wieder auf dem alten Niveau.

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