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El Salvador JPMorgan ist plötzlich sehr besorgt ums Bitcoin-Netzwerk

El Salvador will Bitcoin zur Staatswährung machen – nun hat sich die Großbank JPMorgan mit mahnenden Worten in die Debatte eingeschaltet.

Christopher Klee
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JPMorgan-Logo mit Bitcoin-Münze

Beitragsbild: Shutterstock

Die Regierung von El Salvador hat mit ihrer Entscheidung, Bitcoin zur Staatswährung zu adeln, BTC-Bullen rund um den Globus frohlocken lassen. Was für die einen Grund zum Feiern ist, löst bei anderen, namentlich Hüter der alten Währungsordnung wie dem IWF, der EZB und der BIZ, laute Kritik aus. Verständlich, man kann dem Schwein schließlich auch keinen Vorwurf machen, dass es das Bolzenschussgerät kritisch beäugt.

Nun hat sich mit der US-Großbank JPMorgan eine weitere Vertreterin der alten Finanzwelt in die Debatte um El Salvadors Bitcoin-Coup eingemischt. Die öffentlichen Äußerungen von JPMorgan hinsichtlich Bitcoin lassen sich unter “Mal hü, mal hott” zusammenfassen. Hü: Die Großbank hat ein starkes Bitcoin-Interesse bei ihren Kund:innen festgestellt, was sich zuletzt auch in einem neuen Bitcoin-Fonds niedergeschlagen hat. Unter die Kategorie “hott” fällt indes die jüngste Stellungnahme der Bank zur BTC-Adoption durch El Salvador.

JPMorgan: El Salvador könnte Bitcoin in die Knie zwingen

Aus einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg geht hervor, dass JPMorgan sich Sorgen um eine Überlastung des Bitcoin-Netzwerks macht. Vorraussetzung ist die Annahme, dass sich der gesamte Zahlungsverkehr von El Salvador auf die BTC Blockchain verlagert.

Die tägliche Zahlungsaktivität in El Salvador würde ~4 Prozent des jüngsten On-chain-Transaktionsvolumens und mehr als 1 Prozent des Gesamtwerts der Token ausmachen, die im vergangenen Jahr zwischen Wallets übertragen wurden,

zitiert Bloomberg aus einem JPMorgan-Report. Dadurch könnte, so die Befürchtung, die Liquidität von Bitcoin deutlich eingeschränkt werden. Dies würde wiederum die Eignung von BTC als Zahlungsmittel in Mitleidenschaft ziehen.

Bitcoin in El Salvador: Nagelprobe für das Lightning Network

Freilich: Ganz Unrecht haben besorgten Banker:innen von JPMorgan mit ihrer Analyse nicht. Tatsächlich eignet sich Bitcoin mit den durchschnittlich 3-5 Transaktionen, die pro Sekunde in die Blockchain gemeißelt werden, bislang nur bedingt als Zahlungsmittel – da beißt der Maximalist keinen Faden ab. Die Skalierungsdebatte ist dabei so alt, wie Bitcoin selbst. Während die Bitcoin Forks Bitcoin Cash (BCH) und Bitcoin Satoshi Vision (BSV) das Problem mit größeren beziehungsweise noch größeren Blöcken lösen möchte, wird aufseiten der BTC Community vor allem das Lightning Network als mögliche Lösung gehandelt.

Das Lightning Network beschreibt eine zweite Netzwerkebene, die auf der Bitcoin Blockchain aufsetzt. Im Kern geht es darum, dass zwei (oder mehr) Parteien einen sogenannten Payment-Channel aufsetzen, innerhalb dessen sie BTC blitzschnell hin und her schieben können. Die Transaktionen innerhalb dieser Payment Channel werden – anders als bei normalen BTC-Transfers – nicht einzeln vom gesamten Netzwerk abgenickt. Stattdessen erfolgt die Abrechnung erst dann, wenn eine der Parteien den Payment-Channel schließt. Neben den quasi-instantanen Überweisungen bietet das LN einen weiteren Vorteil: marginale Transaktionsgebühren.

Strike will El Salvador Bitcoin-ready machen

Vor diesem Hintergrund dürften Fans des Layer-2-Ansatzes freuen, dass die LN-basierte Bezahl-App Strike bereits im März in El Salvador Fuß gefasst hat. Nach Unternehmensangaben habe es Strike kurze Zeit nach dem Launch zur Nr.1 App in El Salvador gebracht.

Unsere Entscheidung, El Salvador als unseren ersten Nicht-US-Markt zu erschließen, war eine bewusste Entscheidung. Eine der Möglichkeiten, die uns bei Strike am meisten interessieren, ist die Fähigkeit, Finanzinstrumente für Schwellenländer bereitzustellen. El Salvador ist das sechstgrößte Land bei den eingehenden Überweisungen aus den Vereinigten Staaten,

begründete Strike CEO Jack Mallers im März seine Entscheidung gegenüber dem Krypto-Blog Coindesk.

Der Erfolg von El Salvadors Bitcoin-Schachzug steht und fällt mit der Implementierung des Lightning Network. Es wird äußerst spannend sein, zu beobachten, wie sich der Zwergstaat dabei anstellt. Sollte sein Beispiel Schule machen, könnte die Krypto-Revolution in Lateinamerika ein neues Epi-Zentrum finden.

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