Marktupdate Historisch: El Salvador macht Bitcoin zu gesetzlichem Zahlungsmittel
David Scheider

von David Scheider

Am · Lesezeit: 3 Minuten

El Salvador

Quelle: Shutterstock

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El Salvador führt Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel ein. War das der erlösende Befreiungsschlag für den Krypto-Markt?

El Salvador schreibt Geschichte. Das kleinste Land Mittelamerikas hat am heutigen Mittwoch, dem 9. Juni, Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel eingeführt. Als erstes Land der Welt geht El Salvador diesen Weg. Wie der Präsident von El Salvador via Twitter mitteilte, verabschiedete das Parlament das Gesetz mit einer absoluten Mehrheit von 62 aus möglichen 84 Stimmen. Die Zustimmung der Parlamentarier galt im Vorfeld allerdings als sicher, da die Regierungspartei Gran Alianza por la Unidad Nacional (Große Allianz für die nationale Einheit) über eine absolute Parlamentsmehrheit verfügt.


Das Gesetz ist historisch. Schließlich ist El Salvador damit das erste Land auf der Welt, das Bitcoin auf den Status eines gesetzlichen Zahlungsmittels hebt. Es besteht nun Annahmezwang für BTC. Bitcoin wird also ab sofort den US-Dollar (El Salvador hat seit 2001 keine eigene nationale Fiatwährung mehr) als Währung ergänzen.

Dass BTC keine Währung zweiter Klasse ist, beweist auch ein Blick in den Gesetzestext. Dort heißt es etwa: “Preise dürfen in Bitcoin ausgedrückt werden”. Und: “Jeder, der wirtschaftlich agiert, muss Bitcoin akzeptieren”. Auch die Steuern dürfen die Bürger:innen des Landes von nun an in BTC bezahlen.

Bukele im Twitter-Chat

Kurz vor der Abstimmung im Parlament stand El Salvadors Präsident Nayib Bukele in einem von Nic Carter organisierten Twitter Space, einer Art Clubhouse-Alternative für Sprach-Chats, Rede und Antwort. Binnen kürzester Zeit zog das Online-Event über 22.000 interessierte Zuhörer:innen an. So kündigte Bukele etwa einen Treuhandfonds für den Ausbau der digitalen Infrastruktur an, um die faktische Ausübung des Gesetzes überhaupt gangbar zu machen. Schließlich bedarf es sowohl eines Internetzugangs als auch mindestens eines Smartphones, um Bitcoin tatsächlich nutzen zu können. Denn in erster Linie soll Bitcoin ja zu einer verbesserten finanziellen Inklusion der Bevölkerung führen, die mehrheitlich keinen Zugang zu Finanz-Infrastruktur hat. Insgesamt 150 Millionen US-Dollar stellt El Salvador für die Bereitstellung der nötigen Infrastruktur bereit – ob diese Summe ausreicht, bleibt abzuwarten.


Bitcoin Mining in El Salvador?

Während des Talks kam Präsident Buklele auch auf die Klimathematik zu sprechen. So warb er etwa für den Aufbau von Bitcoin-Minen in dem Land. Die geografische Lage sei dafür prädestiniert, da das Land über günstigen und vor allem grünen Strom verfüge, der über Geothermie erzeugt wird.

Vielleicht möchte jemand eine Mining-Farm in El Salvador aufbauen, die keine CO2-Emissionen erzeugt. Das wäre nicht nur günstig, da die Energie nicht transportiert werden müsste, sondern auch umweltfreundlich.

Nayib Bukele

Und weiter:

Bitcoin hat Vorteile für alle. Andere Länder schauen jetzt auf El Salvador. Wenn wir mit dem Gesetz Erfolg haben, ist davon auszugehen, dass auch anderswo Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel eingeführt wird. Und dann nimmt Bitcoin die nächste Entwicklungsstufe. Wir sprechen dann nicht mehr von ein, zwei Ländern, in denen BTC als gesetzliches Zahlungsmittel genutzt wird; das wäre der Domino-Effekt. Wir sprechen dann über eine etablierte Währung.

Nayib Bukele

Wie die Menschen in dem Land ihr neues Geld nutzen werden, wird man in Zukunft sehen. Für Bitcoin war es allerdings eine zweifelsfrei bullishe Nachricht, da jetzt erste Nationalstaaten im Bitcoin-Standard angekommen sind. Auf Tagessicht notiert die Krypto-Leitwährung 5 Prozent im Plus, seit der Parlamentsentscheidung sind es alleine 2,4 Prozent gewesen.

War das der erlösende Befreiungsschlag?

Auch auf dem Gesamtmarkt sieht es jetzt deutlich rosiger aus. Mit 1,6 Billionen US-Dollar steht der Krypto-Markt gut drei Prozent im Plus gegenüber dem Vortag.


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