Keine Entlastung 

Jackson Hole: Fed-Chef lässt weitere Zinserhöhungen offen

Die Fed bekommt die Inflation nicht in den Griff. Warum sich die Zinserwartungen für September deutlich verschieben.

Jan-Malte Minnerup
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Kevin Warsh

Beitragsbild: picture alliance

| Fed-Chef Kevin Warsh dämpft die Hoffnung auf eine schnelle Zinssenkung

Bei seiner ersten Rede als Fed-Chef auf dem Notenbanker-Treffen in Jackson Hole hat Kevin Warsh deutlich gemacht, dass der Kampf gegen die Inflation noch nicht gewonnen ist. “Wir müssen davon überzeugt sein, dass sich der zugrunde liegende Preisanstieg klar und mit ausreichender Geschwindigkeit auf unser Zwei-Prozent-Ziel zubewegt”, meinte der Fed-Chef. Weitere Zinserhöhungen bleiben damit eine Option, zumal er betonte, dass ihm die Daten bislang noch nicht zeigen, “dass sich die zugrunde liegenden Trends wesentlich verbessert haben”.

Warsh sieht die derzeitige Geldpolitik nicht als besonders wirksam an

Vor allem seine Einschätzungen zu den aktuellen Finanzierungsbedingungen waren für die Märkte relevant. Der Leitzins von 3,5 bis 3,75 Prozent habe nach Ansicht von Warsh an den Kreditmärkten und in der wirtschaftlichen Aktivität bislang keine nennenswerte Wirkung gezeigt. “Es fällt mir daher schwer, die allgemeinen Finanzierungsbedingungen als restriktiv zu bezeichnen”, erklärte der US-Notenbankvorsitzende.

Damit dämpfte er die Hoffnung, dass die Notenbank angesichts des hohen Zinsniveaus bald wieder über Lockerungen nachdenken könnte. Erst in dieser Woche hatten die jüngsten PCE-Daten gezeigt, dass die Inflation unverändert bei 3,7 Prozent lag. Auch die Kernrate lag mit 3,3 Prozent deutlich oberhalb des Zwei-Prozent-Ziels der Fed.

Bitcoin reagiert kaum, aber Zinswetten verschieben sich

Deutlicher als am Krypto-Markt fiel die Reaktion bei den US-Staatsanleihen aus. Die Rendite der zweijährigen Treasuries stieg unmittelbar nach den Aussagen von 4,22 auf 4,3 Prozent. Zudem stieg die vom Terminmarkt eingepreiste Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September von 35,4 Prozent am Vortag auf aktuell 57,5 Prozent.

Neue Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im September I CME Group

Bitcoin hielt sich dagegen weiter oberhalb der 79.000 US-Dollar und zeigte sich von den Worten des Fed-Vorsitzenden wenig beeindruckt. Für den Krypto-Markt dürfte daher entscheidend werden, ob die kommenden Verbraucherpreis- und Arbeitsmarktdaten Warshs vorsichtigen Kurs bestätigen. Die nächste Zinsentscheidung der Federal Reserve steht am 16. September an.

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