Der “Big Short”-Investor Michael Burry warnt nach den Rekordzahlen von Nvidia davor, dass ein Teil der Chipnachfrage durch komplexe Finanzierungsstrukturen gestützt wird. Das Unternehmen will KI-Rechenzentren zu einer eigenen Anlageklasse machen, für die große Finanzhäuser wie BlackRock oder Goldman Sachs langfristig mehr als 500 Milliarden US-Dollar bereitstellen könnten Laut Nvidia prüfen sie jedes Projekt unabhängig, bei einzelnen Finanzierungen kann der Chip-Hersteller allerdings Restwertgarantien von bis zu 25 Prozent übernehmen.
Besonders daran stößt sich Burry, denn Kapital fließt so in das KI-Ökosystem und landet über neue Rechenzentren teilweise wieder als Umsatz bei Nvidia. Dadurch werde schwerer erkennbar, welcher Teil der GPU-Nachfrage aus profitabler KI-Nutzung stammt und welcher von neuen Finanzierungen abhängt.
Nvidia übernimmt selbst Milliardenrisiken
Wie groß die Verpflichtungen werden können, zeigt ein Projekt in Ohio. Dort soll OpenAI Kapazitäten eines von SB Energy betriebenen Rechenzentrums nutzen und Nvidia hat dabei Restwertgarantien für 4,25 Gigawatt abgegeben. Fällt OpenAI als Mieter aus, kann Nvidia unter bestimmten Bedingungen für die Finanzierungslücken einstehen. Die maximale Zahlungsverpflichtung liegt bei 105 Milliarden US-Dollar.
Im vergangenen Quartal stieg der Umsatz von 81,6 auf 96,2 Milliarden US-Dollar, wovon 89 Milliarden US-Dollar auf das Geschäft mit Rechenzentren entfiel. Wie robust die Nachfrage ohne immer größere Mengen Fremdkapital und Garantin durch den Chip-Hersteller langfristig ist, muss sich aber erst zeigen. Darum sieht Michael Burry in den jüngsten Rekordzahlen des Unternehmens noch keinen Beweis für einen nachhaltigen KI-Boom.
