Nachdem im Sommer 2025 immer mehr börsennotierte Unternehmen dem Vorbild von Strategy folgten und Kryptowährungen in ihre Bilanzen aufnahmen, ist der große Hype um Digital Asset Treasuries inzwischen wieder verfolgen. Ein ehemaliges Schifffahrtsunternehmen setzt jetzt dennoch voll auf Krypto: Die an der Nasdaq gelistete SVRN Inc. hat 55,5 Millionen NEAR mit einem Gegenwert von knapp über 100 Millionen US-Dollar in ihren Bilanzen stehen.
Die Transformation begann dabei bereits im Oktober 2025 mit dem Ziel, langfristig zehn Prozent des gesamten NEAR-Angebots zu akkumulieren. Inzwischen hat das Unternehmen sein verbliebendes Schifffahrtsgeschäft verkauft und sich vollständig von seinem operativen Geschäft gelöst.
Auch NEAR löst das Treasury-Problem nicht
Anders als klassische Bitcoin-Treasuries will SVRN Inc. die kommerzielle Nutzung des Netzwerks hinter der Kryptowährung vorantreiben, wozu sie ein Pilotprojekt mit Oracle gestartet haben. Dabei sollen Stablecoin-Zahlungen über dessen Simphony-Kassensystem auf NEAR abgewickelt werden. Um den eigenen Unternehmenswert zu stärken, setzt das Unternehmen seine Token zudem für institutionelles Staking ein.
Das klassische Problem der Krypto-Treasuries kann SVRN damit allerdings nicht umgehen. Zuletzt versuchten immer mehr dieser Firmen wieder ein echtes operatives Geschäft aufzubauen. Die Marktkapitalisierung der 50 größten Bitcoin-Treasury-Unternehmen ist seit Juli 2025 von einst 150 Milliarden US-Dollar um über 50 Prozent auf nur noch 67 Milliarden US-Dollar eingebrochen. Ihr Geschäftsmodell funktioniert oftmals nur, wenn die Aktie mit einem Aufschlag auf den Gegenwert der Krypto-Bestände gehandelt wird.
Bei SVRN fielt der dafür entscheidende mNAV-Wert im April allerdings schon einmal auf 0,9 und damit unter die kritische Marke von eins. Nach dem Verkauf des Schifffahrtsgeschäfts hängt der Unternehmenswert damit jetzt in erster Linie davon ab, ob die SVRN mit NEAR mehr Wert schaffen kann, als Anleger durch einen direkten Kauf des Tokens erhalten würden.
