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Lasst die Spiele beginnenIrans Zentralbank bald Bitcoin-Wal?

Die iranische Führung lässt künftig internationalen Zahlungsverkehr mit Bitcoin zu, um Sanktionen zu umgehen. Auch die Zentralbank dürfte demnächst eine gehörige Menge BTC in den Büchern stehen haben.

David Scheider
 |  Lesezeit: 2 Minuten
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Bitcoin-Münze vor iranischer Flagge

Quelle: Shutterstock

Geld ist eine Waffe und die USA sind Meister im Umgang damit. Seitdem die Vereinigten Staaten von Amerika Iran de facto vom internationalen Zahlungsverkehr ausgeschlossen haben, geht es der Islamischen Republik zunehmend schlechter. Wie erinnern uns: Im November 2018 hatte das Payment-Messaging-Netzwerk SWIFT auf Betreiben der USA iranische Banken vom Netz genommen. In- und Exporte sind seither kaum noch möglich, können sie doch nur sehr umständlich bezahlt werden. Als wirtschaftliche Sanktion gegen den Iran war der Schritt sehr erfolgreich; politische Interessen lassen sich am Ende über die Finanzkanäle doch recht effektiv umsetzen.

Die Bitcoin-Gemeinde witterte indes damals schon einen Skandal. Schließlich sanktionierten die USA allen voran die iranische Bevölkerung, die unter derartigen Sanktionen zu leiden hat. Bitcoiner stehen derweil für die Neutralität des Geldes ein. Geld sollte funktionieren, seine Aufgaben erfüllen, nicht aber politischem Gebaren wie dem der Vereinigten Staaten genügen.

Bitcoin: Ein neutrales, monetäres Medium

Kryptowährungen wie Bitcoin sind genau das. Ein neutrales, monetäres Medium, das keiner Institution unterliegt, außer seinen Nutzern. Diesen Umstand scheint auch die Führung des krisengebeutelten Iran verstanden zu haben. Anders ist es nicht zu erklären, dass sowohl die Regierung als auch die Zentralbank des vorderasiatischen Staates einen Gesetzentwurf verabschiedet haben, wonach Händler Bitcoin für den Import von Waren nutzen dürfen.

Denn wie Iran Daily berichtet, „änderte die Regierung ihre Bestimmungen über Kryptowährungen dahingehend, dass sie zur Finanzierung von Importen verwendet werden dürfen“. Konkret bedeutet das, dass die Zentralbank als eine Art Zwischenhändlerin fungiert, die geminte BTC an Importeuere weitergibt. Diese können die Coins sodann verwenden, um etwa Handelspartner außerhalb der Landesgrenzen zu entlohnen.

Der Schritt ist ein Paukenschlag und hat in der Community ein entsprechendes Echo hervorgerufen. Schließlich impliziert die Meldung, dass die Währungshüter der Islamischen Republik alsbald BTC auf ihrer Bilanz stehen haben.

BTC-Akzeptanz und Spieltheorie

Damit tritt genau das Szenario ein, dass die Spieltheorie nahelegt. Auf dem globalen Spielball gibt es Staaten, deren Souveränität von Bitcoin bedroht ist – etwa die USA als Emittentin der Weltreservewährung – und solche, die von einer Akzeptanz der Kryptowährung profitieren. Vor allem dann, wenn sie vor allen anderen geschieht. Zu letztern gehören marginalisierte Länder wie eben der Iran. Es ist aus Sicht der Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger daher nur allzu nachvollziehbar, wieso man ein solche Entscheidung getroffen hat.

Dabei war das Verhältnis zwischen BTC und dem Iran bisher eher von Misstrauen geprägt. Nachdem bekannt wurde, dass Bitcoin-Miner subventionierten Strom in Satoshis umwandelten, schlossen die Behörden mehrere Krypto-Minen. Seit Juli 2019 ist Mining zwar legal. Das regulatorische Umfeld ist aber nach wie vor unsicher. Die Industrie könnte mit der neuesten Entwicklung allerdings durchaus Fahrt aufnehmen. Mit der Zentralbank haben Miner zumindest eine Abnehmerin für geschürfte Coins, der es an Liquidität nicht mangelt.

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