Die islamische Republik Umgeht der Iran bald mit Bitcoin die Sanktionen?
Anton Livshits

von Anton Livshits

Am · Lesezeit: 3 Minuten

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Der Iran ist vom internationalen Finanzmarkt abgeschnitten. Bringt ausgerechnet Bitcoin die Rettung für das sanktionsgebeutelte Regmie?

Der Iran könnte bald von Bitcoin und anderen Kryptowährungen Gebrauch machen, um bestehende wirtschaftliche Sanktionen zu umgehen. So fordert es zumindest ein Thinktank aus dem Umfeld des amtierenden Präsidenten Rohani.

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Das Oppositions-nahe Nachrichtenportal IranWire berichtete am 2. März von dem Report des Iranian Presidential Center for Strategic Studies. Die Denkfabrik benennt mehrere Felder, auf denen Krypto-bezogene Investitionen der sanktionsgebeutelten Wirtschaft zugutekommen könnten. Die islamische Republik wäre demnach in der Lage, zwei Millionen US-Dollar an täglichen und bis zu 700 Millionen US-Dollar an jährlichen Mehreinnahmen zu erzielen. Im Mittelpunkt dieser Überlegungen steht insbesondere das Mining von Bitcoin.

Die internationale Gemeinschaft hatte die Wirtschaftssanktionen ursprünglich als Protest gegen das iranische Atomprogramm verhangen. Nach Abschluss des Atomabkommens im Jahr 2015 wurden sie ausgesetzt. 2018 führten die USA die Sanktionen wieder ein, nachdem sich der damalige US-Präsident Donald Trump für ein einseitiges Aufkündigen des Abkommens entschieden hatte. Der Iran ist seitdem weitestgehend vom internationalen Zahlungsverkehr abgeschnitten.

BTC-Mining für Devisen und Arbeitsplätze

Der Thinktank plädiert für eine gezielte Förderung von Bitcoin-Mining-Anlagen. Denn allein mit Transaktionsgebühren ließen sich jährlich 22 Millionen US-Dollar in die Staatskassen spülen. Die Verfasser des Strategiepapiers erhoffen sich von diesem Schritt auch einen Sektor-übergreifenden Anstieg an Arbeitsplätzen. Diese würden nicht nur in den Mining-Zentren selbst entstehen, sondern auch in Bereichen wie Energieversorgung und technische Dienstleistungen.

Mit Blick auf wiederholte Stromausfälle im Land, äußerte zumindest IranWire Vorbehalte gegen diesen Vorschlag. Die iranische Denkfabrik schätzt die Lage unterdessen anders ein. Das Bitcoin Mining könnte gar helfen, die Effizienz des Energienetzes zu steigern:

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Die iranische Wirtschaft ist angesichts der Sanktionen nicht ohne Weiteres in der Lage, ihr Öl und Gas zu verkaufen, aber durch den Aufbau von Kryptowährungs-Mining-Farmen reduziert sie die Stromverluste und wandelt Gas in Kryptowährungen um, was der Wirtschaft in einer Zeit der Sanktionen hohe Einnahmen beschert.

Tatsächlich fährt der Iran in puncto BTC Mining schon seit einiger Zeit eine Doppelstrategie. Während privates Schürfen untersagt ist, entstehen staatlich lizensierte Anlagen.

Mit Bitcoin auf den Devisenmarkt

Das Strategiepapier der Denkfabrik spricht explizit davon, Bitcoin auf internationalen Handelsbörsen gegen dringend benötigte Fremdwährungen einzutauschen. Dabei kommt dem Mining ebenfalls eine Schlüsselrolle zu, denn frisch geschürfte BTC seien schließlich schwerer nachzuverfolgen.

Doch auch Krypto-Regulierungen im Inland werden angeraten. Diese würden einen Abfluss von Devisen ins Ausland verhindern, indem iranische Bürger die Möglichkeit erhielten, BTC und Co. im Tausch gegen die Landeswährung zu erwerben.

Bereits im vergangenen Oktober gestatten die Mullahs heimischen Händlern die Nutzung von Bitcoin zur Finanzierung von Importgütern. Die Zentralbank des Landes fungiert dabei als Vermittlungsinstanz.

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