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Auch das noch Insider Trading bei Coinbase? Staatsanwaltschaft ermittelt

Die US-Staatsanwaltschaft nimmt Ex-Coinbase-Mitarbeiter Ishan W. wegen des Verdachts auf Insider-Handel im großen Stil fest. Es dürfte der erste Fall von systematischem Insider Trading im Krypto-Space sein.

David Scheider
 |  Lesezeit: 3 Minuten
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Coinbase

Beitragsbild: Shutterstock

| Wieder ein Skandal bei Coinbase.

Coinbase kommt aus den Skandalen nicht raus. Die größte Bitcoin-Börse der USA kämpft mit fallenden Krypto-Kursen, entlässt rund 18 Prozent der Belegschaft und hat nun auch noch einen Fall von möglichem Insider Trading an der Backe.

Wie die Staatsanwaltschaft New York in einer umfangreichen Pressemitteilung schreibt, laufen derzeit Ermittlungen gegen den Ex-Coinbase-Mitarbeiter Ishan W. Der ehemalige Produktmanager soll Bruder Nikhil W. sowie Freund Sameer R. systematisch Hinweise zu anstehenden Coin- und Token-Listings bei Coinbase gegeben haben, die die beiden für sich genutzt haben sollen. Die daraus erzielten Profite beziffert die Staatsanwaltschaft auf 1,5 Millionen US-Dollar. Auch gegen Bruder W. sowie Freund R. laufen Ermittlungen.

Laut Pressemitteilung wurden die beiden Brüder bereits verhaftet, Sameer R. bleibt jedoch vorerst auf freiem Fuß. Nach Angabe der Staatsanwaltschaft soll R. zwischen Juni 2021 und April 2022 in mindestens 14 Fällen von anstehenden Listings auf der Exchange gewusst und diese Information an eine oder beide Personen weitergegeben haben. Diese wiederum konnten anhand der Informationen profitable Positionen eröffnen, da nach Bekanntgabe von neuen Listings der Kurs des betreffenden Coins typischerweise steigt. W. soll demnach im fraglichen Zeitraum Teil eines kleinen Zirkels bei Coinbase gewesen sein, der von neuen Listings wusste. Die Weitergabe der Informationen war allerdings vonseiten des Arbeitgebers nicht gestattet.

Die kriminelle Energie, mit denen die Beschuldigten vorgegangen sein sollen, zeigt sich auch daran, dass Nikhil W. und Sameer R. die fraglichen Assets nicht in ihrem eigenen Namen, sondern mithilfe von Accounts gehandelt hätten, die auf Dritte laufen. Außerdem sollen sie versucht haben, die Transaktionshistorie mithilfe eines komplizierten Systems von Ethereum-Adressen zu verschleiern.

Twitter-Influencer wird zum Privatdetektiv

Entscheidend beteiligt an der Aufklärung des mutmaßlichen Falls von Insider-Trading war wohl auch “Cobie”. Der Twitter-Influencer, der es immerhin auf über 700.000 Follower bringt, hatte bereits im April dieses Jahres auf Trader hingewiesen, die Assets im Wert von “hunderttausenden US-Dollar” gekauft hatten. Die Assets, man ahnt es schon, wurden binnen 24 Stunden auf Coinbase gelistet.

Laut Staatsanwaltschaft soll es sich bei dem Eigentümer der ETH-Adresse um Freund R. handeln.

Laut Staatsanwaltschaft hätte Coinbase im Zuge des Cobie-Tweets alle Hebel in Bewegung gesetzt, die Urheber des Insider-Trading-Systems ausfindig zu machen und sei schlussendlich auf Ishan W. gekommen, der daraufhin entlassen worden sei. In einer Pressemitteilung, die das US-Unternehmen im Zuge der internen Ermittlungen gegen die Beteiligen angestoßen hatten, heißt es:

Coinbase nimmt Behauptungen über die missbräuchliche Verwendung von Unternehmensinformationen sehr ernst, wie unsere schnelle Untersuchung dieser Angelegenheit zeigt. Wir haben null Toleranz für diese Art von Fehlverhalten und werden nicht zögern, Maßnahmen gegen jeden Mitarbeiter zu ergreifen, wenn wir ein Fehlverhalten feststellen.

Als Ishan W. über die gegen ihn laufenden Ermittlungen informiert worden war, hatte er wohl noch versucht, das Land gen Indien zu verlassen. Die Polizei stoppte den Ex-Coinbase-Angestellten jedoch am Flughafen.

Auf Insider Trading stehen in den USA bis zu 20 Jahre Haft.

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