FinCEN Files US-Bank verarbeitete 137 Millionen US-Dollar für OneCoin
Anton Livshits

von Anton Livshits

Am · Lesezeit: 3 Minuten

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Quelle: Shutterstock

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Der Schatten des FinCEN Files Leaks reicht bis in die Krypto-Welt. Einige der Dokumente rundum Geldwäsche und Bankbetrug handeln von OneCoin – dem vermeintlich größten Krypto-Scam der Geschichte.

Die US-Amerikanische Bank of New York Mellon (BNY Mellon) hat 137,6 Millionen US-Dollar für Körperschaften verarbeitet, die mit dem vermeintlichen Pyramiden-Scam OneCoin in Verbindung stehen. Im Februar 2017 meldete das Finanzinstitut die entsprechenden Transaktionen, da bei ihnen ein Verdacht auf Geldwäsche bestand.

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OneCoin soll seinen kriminellen Betreibern über 4 Milliarden US-Dollar eingebracht haben. Die neuerlichen Transaktionsdaten gelangten indes als Teil der geleakten FinCEN Files an die Öffentlichkeit. Dabei handelt es sich um eine Sammlung von mehr als 2,5 Tausend Dokumenten. Sie stammen vom Financial Crimes Enforcement Network (FinCEN) des US-Finanzministeriums. Im Mai 2019 gelangten die Dokumente an BuzzFeed News. Das Nachrichtenportal analysierte die Dokumente gemeinsam mit dem Internationalen Konsortium für Investigativen Journalismus (ICIJ).

Dokumenten-Leak mit Folge

Bei einem Großteil der Dokumente handelt es sich um Verdachtsberichte (SARs), die Banken und andere Institutionen an das Finanical Crimes Enforcement Network übermittelten. Sie stammen von mehr als 90 Geldinstituten aus aller Welt und decken den Zeitraum zwischen 1999 und 2017 ab. Aus den geleakten Unterlagen geht hervor, dass bei Transaktionen im Wert von mehr als 2 Billionen US-Dollar ein Verdacht auf kriminelle Machenschaften besteht. Dabei geht es etwa um Geldwäsche, Terrorfinanzierung und Bankbetrug.

Die Angaben zu OneCoin stammen ebenfalls aus zwei derartigen Berichten. Aus Sicht der BNY Mellon bestand bei den Zahlungen ein Verdacht auf Layering. Das Layering ist eine Geldwäschetechnik, bei der der Ursprung von Geldern durch mehrfache Überweisungen verborgen werden soll. Die Bank gab diesbezüglich das folgende Statement ab:

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Die BNY Mellon nimmt ihre Rolle beim Schutz der Integrität des globalen Finanzsystems ernst, einschließlich der Einreichung von Berichten über verdächtige Aktivitäten (Suspicious Activity Reports – SARs).

Da es sich bei den FinCEN Files um Verdachtsmeldungen der Bankangestellten handelt, sind sie selbst kein Beweis für ein Verbrechen. Aus Sicht der an der Auswertung beteiligten Journalisten belegen die Dokumente aber auf eindrückliche Weise, dass Banken in Sachen Geldwäsche und Co. oftmals Bescheid wissen und interne Warnsignale ignorieren. In den USA wurden bereits erste Forderungen nach einem entschiedeneren Vorgehen gegen illegale Finanzgeschäfte laut.

30 Millionen US-Dollar für OneCoin

Die FinCEN Files geben detaillierten Einblick in eine Transaktion, die mit OneCoin und seiner Gründerin Ruja Ignatova in Verbindung steht. Im Juli 2016 schickte Fenero Equity Investments, ein Unternehmen mit Sitz auf den British Virgin Islands, 30 Millionen US-Dollar an BNY Mellon. Fenero Equity nutzte hierfür ein Konto auf den Cayman Inseln beim Geldinstitut DMS Bank & Trust. Fenero bezeichnete die Zahlung als ein Darlehen an CrytoReal. Bei CryptoReal handelte es sich indessen um die Kapitalanlagegesellschaft von OneCoin.

Während sich die „Cryptoqueen“ Ignatova weiterhin auf der Flucht befindet, machten US-Behörden ihrem Bruder sowie einen Anwalt, der mit OneCoin in Verbindung stand, den Prozess.

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