BTC vs. ETH Ethereum: Neue Chainalysis-Studie zeigt massives Wachstum
Christopher Klee

von Christopher Klee

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Das Blockchain-Analyse-Unternehmen Chainalysis hat mit Bitcoin, Ethereum und Stablecoins drei wichtige Säulen der Krypto-Wirtschaft auf den Seziertisch gelegt.

Chainalysis hat im jüngsten Report die Ökosysteme von Bitcoin, Ethereum und Stablecoins miteinander verglichen. Untersucht wurden unter anderem das Transaktionsvolumen, die Entwicklungs-Aktiviäten und das Investitionsverhalten der Holderinnen und Holder. Die Ergebnisse des Krypto-Vergleichs bestätigen einige gängige Narrative um Bitcoin und Co. und zeigen ein massives Wachstum bei Ethereum auf.


Bitcoin: Das am meisten “gehodlete” Asset

So spiegelt sich die allgemeine Auffassung von Bitcoin als digitalem Gold auch in der Datenerhebung von Chainalysis wider. Die Analyst:innen haben festgestellt, dass BTC für die langfristige Geldanlage Verwendung findet. Dafür haben sie (non-custodial) Wallets für Bitcoin, Ethereum und USDT nach dem Verhältnis aus aktuell gehaltenen Kryptowährungen und dem Gesamtbetrag, der auf einer Adresse gelegen hat, abgeklopft. Dabei wurden Wallets Investor:innen, Trader:innen und Dienstleistern zugeteilt.

Verteilung nach Holder:innen-Typ. Quelle: Chainalysis

Bei den Wallets von Investor:innen macht der aktuelle “Kontostand” mindestens 75 Prozent des Höchstwerts aus. Beträgt der Anteil weniger als 75 Prozent, klassifiziert Chainalysis die Wallet als Trading-Wallet. Die Kategorie Dienstleistungen umfasst dagegen Wallets, die beispielsweise Bitcoin-Börsen zugeordnet werden können.

Die Daten legen nahe, dass Bitcoin seinem Ruf als digitaler Wertspeicher alle Ehre macht. Satte 73 Prozent aller im Umlauf befindlichen BTC lagern auf Wallets von Langzeitanleger:innen. Bei Ether beträgt der Wert 58 Prozent, während lediglich 43 Prozent aller (ERC-20)-Tether auf Wallets von Investor:innen liegen. Der Vollständigkeit halber sei angemerkt, dass Chainalysis nur Einheiten berücksichtigt hat, die innerhalb der letzten fünf Jahre bewegt wurden. Das heißt, dass verlorene Coins oder Hodler der ersten Stunde nicht von der Statistik erfasst wurden.

Dass mit Bitcoin vergleichsweise ungern getradet wird, offenbart der Blick auf den Anteil von Trader:innen-Wallets. Lediglich 7 Prozent aller Bitcoin-Einheiten liegen auf Wallets dieser Kategorie. Bei ETH und USDT ist dieser Anteil hingegen doppelt so groß.

Bitcoin: Gekommen, um (in der Wallet) zu bleiben

Wie sehr Bitcoin-Hodler:innen an ihrem digitalen Gold hängen, zeigt sich zudem am durchschnittlichen Alter der Coins, also dem Zeitraum seit ihrer letzten Transaktion. Auch hier stellt Bitcoin sowohl Ethereum als auch USDT deutlich in den Schatten. So waren die untersuchten BTC-Einheiten durchschnittlich doppelt so alt wie die ETH. Die Stablecoins USDT und USDC geben auf den Wallets dagegen nur relativ kurze Intermezzi.


Durchschnittliches Alter der untersuchten BTC-, ETH, USDT und USDC-Einheiten. Quelle: Chainalysis

Chainalysis erklärt diesen Umstand durch den zentralen Use Case von Stablecoins als “Zwischenwertspeicher” für Trading-Gewinne.

[Stablecoins emöglichen Trader:innen], den Wert ihrer Kryptowährung in US-Dollar zu fixieren und sich so vor der Volatilität von Kryptowährungen zu schützen, ohne Gelder von [Krypto-]Börsen verschieben zu müssen.

Die wachsende Bedeutung von Stablecoins und Ethereum im Krypto-Ökosystem lässt sich auch am jeweiligen Transaktionsvolumen festmachen. So ermittelte Chainalysis für BTC in Q1 zwar ein Transaktionsvolumen von stattlichen 623 Milliarden USD – doch Ether (840 Milliarden) und Stablecoins (869 Milliarden USD) legten noch eine Schippe obenauf. Das besonders im DeFi-Space weit verbreitete Wrapped Ether (ETH im ERC-20-Format) verbuchte in diesem Zeitraum mit 635 Milliarden USD ebenfalls ein höheres Transaktionsvolumen als BTC.

“Institutionelle” dominieren den Markt

Auch dem Narrativ vom wachsenden Einfluss institutioneller und Investor:innen auf den Krypto-Markt liefert die Chainlaysis-Studie weitere Argumente. Danach machten institutionelle Transaktionen (mit einem Gegenwert von über einer Million USD) schätzungsweise 69 Prozent des Gesamtvolumens aller Bitcoin-Transaktionen aus. Kleinere Überweisungen sind dagegen im niedrigen einstelligen Prozentbereich angesiedelt.

DeFi sei Dank: Ethereum bleibt Innovationstreiber

Während die Diamanthände Bitcoin die Treue halten, stellt Ether BTC in Sachen Transaktionsvolumen deutlich in den Schatten. Hier ist es besonders der Bereich der dezentralen Finanzdienstleistungen (DeFi) für das massive Wachstum der ETH-Transaktionen verantwortlich. In Q2 2020 hat der DeFi-Sektor seinen Siegeszug angetreten – seit dem wächst das DeFi-bezogene Transaktionsvolumen rasant.

Ethereum: Wöchentliche Transaktionen auf DeFi-Plattformen. Quelle: Chainalysis

Das starke Wachstum des DeFi-Sektors sollte Unkenrufer:innen, die Ethereum angesichts der aufkommenden Konkurrenz durch Solana oder Cardano bereits zum alten Eisen legen wollen, ein Menetekel sein. Denn der alternde Smart-Contract-Primus profitiert durch seinen First-Mover-Vorteil wie keine zweite dApp-Plattform von den Netzwerkeffekten, die im DeFi-Sektor besonders stark zum Tragen kommen.

Bitcoin, Ethereum, Stablecoins: Jedem Tierchen sein Pläsierchen

Die Chainalysis-Studie untermauert gängige Krypto-Narrative. Bitcoin dient dem Langzeit-Investment, Stablecoins finden vor allem im Trading Verwendung und Ethereum ist der wichtigste Nährboden für DeFi-Anwendungen. Gleichzeitig zeugen die Ergebnisse vom massiven Wachstum der dezentralisierten Finanzwirtschaft, das im Frühjahr 2020 mit der Kursexplosion von Compound (COMP) seinen Anfang genommen hat und bis heute keine Anstalten macht, sich zu verlangsamen – im Gegenteil.


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