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Ethereum im Orbit: ConsenSys Space startet TruSat

ConsenSys Space will die Ethereum Blockchain zur Basis für kollektive Weltraumforschung machen. Eine erster Proof of Concept widmet sich der Erfassung und dem Timing von Satelliten durch Hobbyforscher.

Christopher Klee
 |  Lesezeit: 3 Minuten
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Ethereum-Münze im Weltall

Beitragsbild: Shutterstock

ConsensSys, das Blockchain-Unternehmen des Ethereum-Mitbegründers Joseph Lubin, nimmt weiter Kurs auf den Weltraum. Erst Ende 2018 hat ConsenSys das Unternehmen „Planetary Ressources“ übernommen, das Rohstoffe von Asteroiden gewinnen möchte. Anlässlich des 70. Internationalen Raumfahrt-Kongresses (IAC) hat Lubin nun die Gründung von ConsenSys Space verkündet. Das geht aus einer Pressemitteilung vor, die BTC-ECHO vorliegt. ConsenSys Space will Kooperationsplattformen aufbauen, um Raumfahrt und Bürgerwissenschaft (Citizen Science) miteinander zu verbinden.

Bürgerwissenschaft beschreibt eine offene Form der Wissenschaft, die auf der Unterstützung von Laien basiert. Häufig geht es dabei darum, dass Bürgerforscher beim Sammeln von Daten helfen. Ein Beispiel aus der Biologie sind Vogelkartierungsprojekte, bei denen auf die Vogelbeobachtungen von Hobbyforschern zurückgegriffen wird.

TruSat: Proof of Concept für blockchainbasierte Bürgerforschung

Das erste Projekt von ConsenSys Space, „TruSat“, ist indes etwas oberhalb der Vögel angesiedelt. Trotzdem geht es auch hier um die Beobachtung – und zwar von Satelliten. Hintergrund ist die ungebremst wachsende Menge an Satelliten und Weltraumschrott, die den Orbit der Erde vermüllen.

TruSat ist ein experimentelles Open-Source- und Open-Sensor-System zur Erstellung einer weltweit zugänglichen, zuverlässigen Aufzeichnung von Satellitenorbitalpositionen. TruSat wurde in erster Linie entwickelt, um die Bewertung des Satellitenbetriebs im Kontext von Nachhaltigkeitsstandards für den Weltraum zu ermöglichen,

beschreibt Consensys Space das Projekt in der Pressemitteilung.

Dabei gehe es auch darum, eine öffentliche Kontrollinstanz für den Orbit zu schaffen:

Man bedenke, wie die Einhaltung der Straßenregeln variiert, wenn niemand mitten in der Nacht auf einer verlassenen Autobahn zuschaut, im Gegensatz zu einer auffälligen Radarkamera oder einem Polizeiauto. Die abschreckende Wirkung von Weltraumgesetzen und -normen wird durch eine globale öffentliche Augenzeugenschaft erheblich verstärkt. Unser Ziel? Nihil arcanum est (nichts verbirgt sich),

sagt der mitwirkende Astronom Moriba Jah von der University of Texas in Austin.

Ethereum soll Datensicherheit gewährleisten

Es liegt in der Natur der Sache, dass die Datenerhebung in der Bürgerforschung dezentral erfolgt. Damit bei dem global angelegten TruSat-Projekt niemand Schindluder mit den gesammelten Daten treiben kann, setzt das Projekt – wie alle Produkte von ConsenSys – auf die Ethereum-Blockchain:

Die Entwicklung eines Systems, das gleichzeitig offen, autonom und resistent gegen böswillige und fehlerhafte Eingaben ist, bringt erhebliche technische Herausforderungen mit sich,

kommentiert ConsenSys-Space-Mitbegründer Chris Lewicki, ein Luft- und Raumfahrtsystemingenieur.

Ein großer Teil dessen, was dies möglich macht – was den Anwendern die Gewissheit gibt, dass weder die Algorithmen noch die Ausgabe manipuliert wurden – ist die in unsere Roadmap integrierte Ethereum-Blockchain-Technologie.

Für Joseph Lubin bietet das Unterfangen vor allem die Möglichkeit, das Potenzial von Ethereum auszuloten:

ConsenSys ist davon überzeugt, dass die Ermöglichung groß angelegter, globaler kollektiver Aktionen zu den transformativsten Einsatzmöglichkeiten der Ethereum-Blockchain-Technologie gehört.

Deshalb widme sich ConsenSys Space der Forschung und Entwicklung in diesem Bereich, erklärt der Lubin – und fügt zum Abschluss noch eine Prise Pathos hinzu:

Was könnten wir erreichen, wenn wir die Ideen und Talente jeder Person nutzen könnten, die zu den Weltraumaktivitäten beitragen möchte? Wir wollen es herausfinden. Deshalb gibt es ConsenSys Space.

Erst im September hatte ConsenSys mit „Impactio“ gemeinsam mit der Umweltorganisation WWF ein weiteres Nachhaltigkeitsprojekt lanciert; im Gegensatz zu TruSat widmet sich die Plattform jedoch der Vermüllung der Erde selbst.

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