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Ein Stück "Michelle" Rapper Cro verkauft Kunst – auf der Blockchain

Rapper Cro hat die Blockchain-Technologie für sich entdeckt und verkauft Token-Anteile seines Ölgemäldes “Michelle” über die Timeless-Plattform. Wir haben mit Cro und Timeless-CEO Jan Karnath über Chancen durch NFTs, neue Anlagetrends und den Einschlag von Blockchain am Kunstmarkt gesprochen.

Moritz Draht
 |  Lesezeit: 5 Minuten
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Rapper Cro vor einer Sammlung seiner Kunstwerke.

Quelle: Oscar Fernandez & Sonsoles Vianini

| Rapper Cro vor einer Sammlung seiner Kunstwerke.

Als Fax und Schreibmaschine das Maß der Dinge waren, musste man schon die Schere ansetzen, um ein Kunstwerk zu teilen. Heute ersetzen Token und Blockchain Sekundenkleber und Schere – mit deutlichen Effizienzvorteilen. Direkter Peer-to-peer-Handel, Abbau von Vertrieben, Stückelung: NFTs demokratisieren den Zugang zu neuen Anlageformen, binden Fans an Künstler und verändern die Spielregeln am Kunst- und Musikmarkt für alle Protagonisten. Auch für Cro: Der durch Hits wie “Easy” berühmt gewordene Rapper hat Mic gegen Pinsel getauscht und bringt unter seinem Künstleralias Carlito jetzt sein Ölgemälde “Michelle” (siehe Bild) über die Plattform Timeless auf die Blockchain. Der Auktionsverkauf beginnt am heutigen 31. März.  

Ölgemälde Michelle auf Staffelei: Timeless Investments 

Geht nicht, gibts nicht – was das Portfolio popkultureller Artefakte hergibt, findet über die Timeless-Plattform seinen Weg auf die Blockchain. Eine rote Lederjacke von Michael Jackson, die erste Comic-Ausgabe der X-Men, Pokémon-Sammelkarten, ein paar seltene Tropfen Wein und dazwischen jetzt auch ein Gemälde von Cro. Die Blockchain-Technologie wird zum Brandbeschleuniger für den dezentralisierten Handel von Sammelgegenständen. Sie erschließt neue Formen kollektiver Investments, ersetzt klassische Vertriebsstrukturen und schafft dabei neue Formen der Interaktionen zwischen Künstler und Publikum.

Mit weitreichenden Folgen für den gesamten Markt, wie Cro gegenüber BTC-ECHO sagt: “NFTs im Allgemeinen schaffen neue Wege, die veralteten Strukturen zu challengen und Möglichkeiten zu schaffen, die vor ein paar Jahren viele noch nicht für möglich gehalten haben”. Eben die Möglichkeit, Werke zu stückeln und die einzelnen Teile über die Blockchain abzubilden. Ohne bürokratischen Überbau, ohne Labels oder Vertriebe – und ohne großes Kapital. Der Mindestbetrag für ein Stück Michelle liegt bei 50 Euro.

Anti-Aging für die Musikindustrie 

Der Musikmarkt habe “sich in den letzten 10 Jahren unglaublich verändert”, führt Cro weiter aus. “Trotzdem sind im Musik- oder auch Kunstmarkt viele Strukturen sehr veraltet und konventionell, weil sie einfach so gelernt sind”. NFTs dienen hierbei als Frischzellenkur für in die Jahre gekommenen Strukturen, übertragen Künstlern mehr Eigenverantwortung – und fördern dabei ein neues Verständnis von Künstler-Fan-Beziehung. “Die Synergie aus Fan-sein und Investiert-sein, also am Erfolg beteiligt zu sein, macht für mich dabei einfach nur Sinn, auch um gemeinsam mit meiner Audience zu wachsen”, so Cro.

Cro in seinem Atelier: Oscar Fernandez & Sonsoles Vianini

Die Summe aller Teile

“Unglaubliche Vorteile” ergeben sich laut Cro vor allem im Bereich Ownership: “Ich kann über NFTs und den damit verbundenen Smart Contract sehr einfach meine Fans zu Anteilseignern meiner Kunst machen und sie so an dem Erfolg teilhaben lassen”. Durch NFTs werden Fans von bloßen Konsumenten zu Anlegern, was “ein ganz neues Zusammenspiel zwischen Künstler und Audience” ermögliche.   

Eine Win-win-Situation, wie Cro sagt: “Ich kann über NFTs und den damit verbundenen Smart Contract sehr einfach meine Fans zu Anteilseignern meiner Kunst machen und sie so an dem Erfolg teilhaben lassen”. Ein Zusammenspiel, auf das es für Künstler im Social-Media-Zeitalter immer mehr ankommt. “Kunstschaffende brauchen Fans bzw. einen Markt oder eine Audience”, so Cro. “Über NFTs können diese Bereiche anders gedacht werden und auch eine Balance zwischen Creator und Konsumenten geschaffen werden”. Sei man “monetär in den Künstler bzw. einzelne Werke investiert”, ergebe sich dadurch eine engere Fan-Künstler-Bindung.  

Der Stein kommt ins Rollen

“Wir stehen da zwar noch am Anfang und haben eine sehr große Aufklärungslücke, da für viele NFTs nur digitale Bilder für teures Geld und ohne wirklichen Zweck sind”, räumt Cro ein. Er sei sich “aber sicher, dass das Thema zunehmend in der Gesellschaft ankommen wird und die fast unendlichen Möglichkeiten, die der NFT-Space bietet, mehr und mehr über sinnvolle Use Cases Anklang finden wird”.

Portrait Jan Karnath: Stefany de Beurs, Wildabout.Photography für Timeless Investments 

“Collectibles gehören in das Portfolio des 21. Jahrhunderts”

Davon ist auch Jan Karnath überzeugt, der den Blockchain-Impact insbesondere im Bereich Collectibles verortet. Dem Timeless-CEO zufolge stellen Sammlergegenstände einen Anlagetrend dar, der neue Käuferschaften – für die ein Sneaker-Invest mehr Identifikation als eine Aktienanlage bietet – einbindet und dadurch zunehmend an gesellschaftlicher Relevanz gewinnt. “Collectibles werden sich mittelfristig als dritte relevante Anlageklasse neben Kryptowährungen und Aktien etablieren”, prognostiziert Karnath gegenüber BTC-ECHO.

Dies bewahrheite sich schon allein mit Blick auf die Wertentwicklung von Collectibles. Zum Beispiel bei seltenen Weinen, “deren Preise in den vergangenen zehn Jahren um 127 Prozent angezogen haben”. Durch niedrigschwellige Zugangsbarrieren und dezentrale Handelbarkeit werde die Blockchain-Technologie dabei zum “Katalysator der Demokratisierung”. Entsprechend enthusiastisch zeigt sich der Timeless-CEO: “Collectibles gehören in das Portfolio des 21. Jahrhunderts”.

Der Anteilsverkauf für MICHELLE beginnt am heutigen 31.März. Der Gesamtwert des Kunstwerks liegt bei 55.555 Euro. Die fraktionalisierten Teile werden als Utility Token auf der Blockchain abgebildet. Im Rahmen des Timeless Pop-Ups wird das Werk zudem vom 5. bis 9. Mai in der Janine Bean Gallery in Berlin ausgestellt. 

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