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Blase oder keine Blase? Dynamische und physische NFTs: Das verspricht die nächste Evolutionsstufe

Bei Non-fungible Token, kurz NFTs, kann von einem kurzfristigen Hype nicht mehr die Rede sein. Der Sektor befindet sich in einem ständigen Wandel und immer neue Anwendungen bereichern das Ökosystem. Wie groß die Gefahr einer NFT-Blase ist und welche Rolle dabei dynamische NFTs spielen.

Sven Wagenknecht
 |  Lesezeit: 4 Minuten
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Zerbrochenes Ei und Hologram im Sinne eines NFT

Beitragsbild: Shutterstock

Laut dem bekannten Analysehaus Gartner haben Non-fungible Token ihren vorübergehenden Zenit erreicht. Im sogenannten Gartner Hype Cycle, in dem eingeordnet wird, auf welcher Stufe sich eine Innovation befindet, haben NFTs die Spitze der Erwartungshaltung erreicht. Kurzum: Die Erwartungen sind demnach maßlos überzogen, sodass nun eine Talfahrt bevorsteht, der Weg der “Desillusion”. Sollte Gartner damit recht behalten, dann könnte man den NFT-Sektor als eine große Blase bezeichnen, die kurz davorsteht, in sich zusammenzufallen.

NFTs: Warum noch kein Ende in Sicht ist

Eine mögliche Herleitung, warum der NFT-Sektor weiter unaufhaltsam wächst, ist die ständige Weiterentwicklung des Sektors. Haben vor einem Jahr überwiegend “Jpeg-Bildchen” den NFT-Sektor dominiert, so sind es nun vor allem NFTs aus dem Gaming-Bereich, gar sogenannten Metaverse. Die Komplexität der NFTs nimmt zu, sodass eine Ernüchterung, wie sie der Gartner Hype Cycle vorsieht, aktuell nicht aufkommen kann. Klar sollte dabei aber auch sein, dass die Geschwindigkeit der Innovationsdynamik nicht auf Dauer dieses Tempo durchhalten kann.

Durch das Aufkommen des Metaverses scheint man allerdings die Erwartungshaltung derart potenziert zu haben, dass der Bewertungsspielraum von NFTs neu zu bestimmen ist. Schließlich definieren NFTs den Wert respektive die Wertschöpfung der Metaverses. Was Waren und Dienstleistungen in einer Volkswirtschaft sind, sind NFTs in einem Metaverse. Mit dieser neuen Entwicklungsphantasie hat man ein Totschlagargument für NFTs geschaffen.

Kritiker dieser Entwicklung würden umgekehrt argumentieren, dass eine Blase (Metaverse) eine andere Blase (NFT) nur weiter aufbläht und zu einer noch viel größeren Blase akkumuliert. Definiert man “Blase” im Sinne einer zu hohen Erwartungshaltung, die fundamental nicht gerechtfertigte Preise innerhalb eines bestimmten Zeitraumes hervorbringt, dann könnte man der Kritik einiges abgewinnen.

Ein Rädchen im großen Ganzen

Letztlich darf man nicht vergessen, dass der NFT-Sektor noch zu unausgereift ist, um sich vom allgemeinen Kryptomarkt zu entkoppeln. Es ist anzunehmen, dass viele Mittelzuflüsse selbst aus Krypto-Handelsgeschäften stammen. Das viele Krypto-bezogene Spekulationskapital bedingt auch, dass NFTs eine hohe Volatilität bei gleichzeitig geringer Liquidität aufweisen. Schließlich kann man NFTs durch ihre mangelnde Fungibilität weniger einfach handeln als fungible Assets wie Bitcoin oder eine Apple-Aktie. Letztere können auf Börsen und nicht wie bei NFTs der Fall “nur” auf Marktplätzen gehandelt werden.

Es ist daher noch nicht absehbar, wie der NFT-Sektor bei einem regelrechten Crash und einem Abverkauf über längere Zeit reagieren wird. Die eingeschränkte Handelbarkeit kann dabei sowohl positive als auch negative Seiten haben. Das Nachkommen neuer Innovation hat im Frühling/Sommer dieses Jahres – so kann man zumindest vermuten – den NFT-Sektor während des Bärenmarktes gestützt.

Next Big Thing: Physische NFTs und inverse Wertschöpfung

Dass neue NFT-Innovationen zur weiteren Stützung des Sektors führen, davon ist gegenwärtig trotz gewisser Markt-Pervertierungen auszugehen. Dafür sprechen vor allem die NFTs mit Bezug zu einem physischen Pendant. So ist damit zu rechnen, dass erste Marken wie beispielsweise Nike damit anfangen werden, zu physischen Artikeln, also z.B. Sneakers, auch NFTs herauszugeben.

Die Folge sind digitale Zwillinge, die eine zusätzliche Wertschöpfung im digitalen Raum ermöglichen. Unterstützt von massiver Social-Media-Coverage könnten die großen Marken zu einer noch größeren NFT-Nachfrage in der Breite führen, als der gegenwärtige Metaverse-Hype bewirkt. Der NFT Lifestylebereich könnte damit neue Argumente für kühne NFT-Bewertungen liefern.

Daran gekoppelt ist auch die inverse Wertschöpfung bei NFTs. Soll bedeuten: Man kauft auf einem Marktplatz einen NFT und erhält dazu das physische Pendant – also beispielsweise das Kunstwerk oder das Accessoire – das man sich nach Hause liefern lässt. Derartige NFTs können somit auch als digitale Entwürfe respektive Produktionspläne für die physische Produktion dienen.

Dynamische NFTs: Statisch war gestern

Darüber hinaus findet sich die nächste Evolutionsstufe bei NFTs in ihrer Dynamik beziehungsweise Fähigkeit, sich weiter zu verändern. Wenn man ein Foto- oder Video NFT erwirbt, dann handelt es sich um ein abgeschlossenes, sich nicht mehr veränderndes NFT. Es ist statisch und von der Außenwelt isoliert. Anders verhält es sich bei dynamischen NFTs, die sich verändernde Inhalte abbilden können.

Mithilfe von sogenannten Oracles lassen sich die zum NFT dazugehörigen Smart Contracts mit neuen Daten anreichern. In der Praxis kann das wie folgt aussehen: Der NBA-Basketballspieler LaMello Ball hat kürzlich einen solchen dynamischen NFT herausgegeben, der sich aus den Daten seiner Spielerentwicklung – z.B. Anzahl geworfener Körbe – weiter verändert. Echtzeitdaten können folglich dazu führen, dass sich der Wert eines NFT noch stärker von “Real-Word-Einflüssen” beeinflussen lässt. Auch lassen sich interessante Incentivierungen umsetzen, dass beispielsweise bei einer bestimmten Zielerfüllung des “Basiswertes” Belohnungen beziehungsweise Dienstleistungen freigeschaltet oder ausgeschüttet werden.

NFT-Markt: Wie es weitergeht

Die Beispiele zeigen, dass es kaum möglich ist, den NFT-Sektor langfristig zu überschätzen. Es ist gut vorstellbar, dass viele Billionen – nicht Milliarden – an Euro und US-Dollar zukünftig in NFTs fließen. Zumal durch die Innovationen und neuen Einsatzmöglichkeiten bessere fundamentale Bewertungsgrundlagen geschaffen werden. Die spannende Frage lautet gegenwärtig vielmehr, ob die vereinzelten Übertreibungen im NFT-Sektor durch einen lauten Knall zu Fall gebracht werden oder ob die nachrückende Innovation und ständige Weiterentwicklung die Blasenentwicklung überkompensiert. Nicht jede Blase muss auch platzen. Zumal substanzlose NFT-Projekte mit der Zeit auch ohne großes Aufsehen aus dem Markt gespült werden können.

NFT-Interessierte sollten daher immer die einzelnen NFT-Sektoren im Blick haben. So ergibt es beispielsweise Sinn zwischen dem klassischen Gaming-Bereich und dem Metaverse zu unterscheiden. Während letzteres viel mehr auf unklaren Zukunftserwartungen aufbaut, besitzt ersteres ein bereits erprobtes Geschäftsmodell mit einem klar definierten Markt. Wer sich beschwert, dass er immer zu spät zum nächsten Hype dazustößt, der hat bei dynamischen und physisch-bezogenen NFTs die Möglichkeit, diesmal ganz vorne mit dabei zu sein.

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