Ein Nervenkitzel bis zur letzten Sekunde prägte die erste bindende On-Chain-Abstimmung im Solana-Netzwerk, bei der die Validatoren eine bedeutende Weichenstellung für die wirtschaftliche Zukunft des Protokolls vornahmen. Umstritten war vor allem der Vorschlag SGP-0002, welcher auf der Entwicklerinitiative SIMD-550 basiert und eine Verdopplung der jährlichen Disinflationsrate von 15 auf 30 Prozent vorsieht.
Mit einer hauchdünnen Mehrheit von 67,0 Prozent der Stimmen passierte er am Ende die verlangte Zweidrittelhürde. Durch den Beschluss erreicht Solana seine minimale Inflationsuntergrenze von 1,5 Prozent bereits im Jahr 2029 statt wie bisher vorgesehen 2032. Das könnte Konsequenzen für den Kurs der Kryptowährung haben.
In den kommenden sechs Jahren gelangen nun schätzungsweise 18,9 Millionen weniger SOL-Token in den Umlauf, was den jährlichen Angebotsdruck am Markt drastisch verringert. Der Vorteil für Investoren: Trifft eine gleichbleibende oder steigende Nachfrage auf einen sich verknappenden Nachschub an neuen Tokens, dürfte der Preis anziehen. Andererseits gibt es einen Einschnitt für Solana-Staker, die die langfristige Netzwerksicherheit gewährleisten.
Weniger neue Solana-Token, weniger Staking-Erträge
Weil die Belohnungen für das Sperren von SOL direkt aus der Token-Neuemission finanziert werden, sinkt die Staking-Rendite in den kommenden drei Jahren von aktuell rund 5,25 Prozent auf etwa 2,25 Prozent. Daher wollten Schwergewichte wie die Börse Kraken zunächst gegen die Initiative stimmen, machten dann in letzter Minute aber doch noch den Weg für die Annahme frei.
Zwar wurde die Solana-Disinflation knapp angenommen, aber die begleitende Gebührenreform SGP-0003 scheiterte an der erforderlichen Mehrheit. Sie hätte die tägliche Vernichtung von SOL-Token von derzeit 650 auf bis zu 9.000 Einheiten vervielfacht. Vor allem institutionelle Akteure stimmten gegen diese Form der Gebührenanpassung, um kurzfristig planbare Erträge aufrechtzuerhalten. Dennoch notiert Solana seit vorgestern konstant oberhalb der 100 US-Dollarmarke.
