HYPE, LIT als künfitge Top-Performer? 

Der nächste große Krypto-Trade: Warum Perpetual Futures alles verändern könnten

Das bullische Sentiment am Krypto-Markt wird nach wie vor stark von Hyperliquid geprägt. Dahinter steht auch die grundsätzliche Erfolgsgeschichte der Perpetual Futures.

Johannes Dexl
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Kurs geht rasant nach oben.

Beitragsbild: Shutterstock

| Mithilfe von Perps lässt sich besonders leicht auf Kursentwicklungen spekulieren

Im Essay “The Great Perpification” beschreibt das Krypto-Research-Haus Syncracy Capital ein Szenario, in dem Perpetual Futures einen erheblichen Teil der heutigen Derivate-Märkte auf sich vereinen. Dahinter steht die Annahme, dass Perps wegen ihrer strukturellen Vorteile gegenüber klassischen Futures und CFDs weit über den Krypto-Markt hinaus an Bedeutung gewinnen und sich zum bevorzugten Spekulationsinstrument für Privatanleger entwickeln könnten. Sollten Krypto-DEXs wie Hyperliquid oder Lighter dabei tatsächlich einen spürbaren Anteil dieses Marktes erobern, könnte sich das deutlich in den Kursen niederschlagen.

Was sind Perpetual Futures?

Perpetual Futures, meist einfach “Perps” genannt, zählen seit Jahren zu den zentralen Instrumenten im Krypto-Trading. Im Unterschied zu klassischen Futures besitzen sie kein festes Ablaufdatum. Dadurch können Trader mit Hebel langfristig auf Kursbewegungen spekulieren, solange ihre Position ausreichend abgesichert ist. Im Krypto-Markt haben sich Perps längst etabliert, inzwischen geraten sie aber auch als Blaupause für weitere Anlageklassen stärker in den Blick.

Der Bull Case für HYPE, LIT und Co. beruht daher vor allem auf der Erwartung, dass Perpetuals künftig nicht mehr nur für Bitcoin, Ethereum und andere Kryptowährungen eingesetzt werden, sondern in großem Stil auch auf zahlreiche weitere Assets ausgeweitet werden. Erste Hinweise darauf liefern bereits die hohen Handelsvolumina auf Hyperliquid bei Edelmetallen wie Gold und Silber, ebenso wie bei Öl, Einzelaktien und Indizes.

Besser als Optionen?

Das Prinzip der Perpetual Swaps ist keineswegs neu. Theoretische Überlegungen dazu gibt es bereits seit den 1990er-Jahren. Ihren praktischen Durchbruch erlebten sie jedoch erst in der Krypto-Industrie. Einen wesentlichen Impuls setzte BitMEX, das Perpetuals ab 2016 populär machte und so dazu beitrug, dass klassische Krypto-Futures zunehmend an Bedeutung verloren.

Ihre Attraktivität liegt vor allem in der einfachen Struktur. Perpetuals bieten gehebeltes Markt-Exposure, ohne an ein Verfallsdatum gebunden zu sein. Trader müssen sich daher weder mit unterschiedlichen Laufzeiten noch mit komplexen Optionskonstruktionen auseinandersetzen. Gerade für kurzfristig agierende Marktteilnehmer ist das ein klarer Vorteil.

Im Krypto-Sektor ist dieses Modell inzwischen fest verankert. Perpetuals zählen dort heute zu den umsatzstärksten Handelsinstrumenten und beeinflussen das Marktgeschehen häufig stärker als der klassische Spot-Handel.

DEXes auf dem Vormarsch

Gleichzeitig deutet sich ein Wandel in der Marktstruktur an. Über Jahre hinweg wurde der Krypto-Markt vor allem von zentralen Börsen geprägt. Mit Hyperliquid hat sich dieses Kräfteverhältnis jedoch verschoben. Die Plattform gilt als Beleg dafür, dass dezentrale Börsen nicht automatisch langsam, teuer oder wenig liquide sein müssen. Geringere Latenzen, effizientere Ausführung und eine konsequent auf Trading ausgelegte Infrastruktur haben dazu geführt, dass DEXes in diesem Bereich deutlich wettbewerbsfähiger geworden sind.

Daraus könnte sich ein grundlegender struktureller Vorteil ergeben. Während die klassische Marktinfrastruktur auf zahlreiche Intermediäre verteilt ist, vereinen dezentrale Handelsplätze viele dieser Funktionen innerhalb eines einzigen Systems. Margining, Liquidationen und Settlement werden automatisiert über den Code abgewickelt, die Nutzer behalten die Kontrolle über ihre Assets, und die Marktmechanik ist transparenter nachvollziehbar als bei zentralen Plattformen wie Binance und anderen Anbietern.

HIP-3: ein Meilenstein in der Krypto-Adoption?

Besonders interessant ist dabei die Ausdehnung auf weitere Anlageklassen. Auf Plattformen wie Hyperliquid entstehen zunehmend Märkte, die längst nicht mehr nur Krypto-Assets umfassen, sondern auch Einzelaktien, Aktienindizes, Rohstoffe und andere synthetische Produkte abbilden. Grundlage dafür ist HIP-3, ein Mechanismus, über den externe Parteien eigene Märkte auf Hyperliquid starten können.

Sobald für ein bestimmtes Asset ein verlässlicher Preis-Feed verfügbar ist, kann darauf auch ein entsprechender Perpetual-Markt aufgebaut werden. Für Blockchains ist das besonders attraktiv, weil sich neue Handelsmärkte auf diesem Weg schneller und unmittelbarer On-Chain bringen lassen als über klassische Tokenisierungsmodelle. Die Autoren sehen darin den Auftakt zu einer deutlich größeren Entwicklung, an deren Ende Perpetuals zu einem universell einsetzbaren Spekulationsinstrument werden könnten.

Perps greifen den Derivate-Markt an

Ein zentraler Gedanke des Essays ist die Frage, ob Perpetuals konkurrierenden Produkten Marktanteile abnehmen können. Vor allem im Retail-Segment wirkt dieses Szenario durchaus realistisch. Gegenüber Optionen haben Perpetuals den Vorteil, deutlich leichter verständlich zu sein. Trader müssen sich weder mit impliziter Volatilität noch mit Zeitwertverlust, Verfallsdaten oder den sogenannten Griechen beschäftigen. Wer schlicht gehebelt auf steigende oder fallende Kurse setzen möchte, erhält mit Perpetuals ein wesentlich direkteres Instrument.

Auch im Vergleich zu CFDs zeigen sich klare Unterschiede. Contracts for Difference werden in der Regel außerbörslich von Brokern angeboten, die Preise, Spreads und Risikoparameter weitgehend selbst bestimmen. Perpetual-Märkte wirken demgegenüber transparenter und stärker standardisiert. Genau daraus könnte langfristig Druck auf etablierte CFD-Anbieter entstehen. Sollten sich diese Vorteile in der Praxis durchsetzen, ließe sich angesichts des enormen Volumens im Derivate-Markt ohne Weiteres ein überzeugender Bull Case für HYPE und ähnliche Projekte formulieren.

24/7-Handel: ein nachhaltiger Vorteil?

Ein weiterer möglicher Pluspunkt ist die ständige Verfügbarkeit des Handels. Anders als klassische Aktien- oder Rohstoffmärkte, die an feste Handelszeiten gebunden sind, können Perpetual-Märkte rund um die Uhr genutzt werden. Gerade für Privatanleger ist das relevant, weil viele kursrelevante Nachrichten außerhalb der regulären Börsenzeiten erscheinen.

In traditionellen Märkten entsteht daraus oft ein Nachteil für Retail-Anleger. Wer erst mit dem nächsten Börsenstart auf neue Informationen reagieren kann, kommt häufig zu spät. Perpetuals, die jederzeit handelbar sind, könnten diese Lücke zumindest teilweise schließen, auch wenn Liquidität, Spreads und Preisfindung aktuell noch nicht in allen Bereichen ausgereift sind.

Zwar verweisen Skeptiker darauf, dass auch das traditionelle Finanzsystem zunehmend auf Modelle mit durchgehender Handelbarkeit setzt. Die Analysten von Syncracy Capital vertreten jedoch die Auffassung, dass TradFi ein echtes 24/7-Modell nur schwer überzeugend umsetzen kann. Als Gründe nennen sie regulatorische Vorgaben, die Aufteilung des Marktes auf zahlreiche Intermediäre sowie veraltete Infrastrukturen, die mit einem durchgängigen Perpetual-Markt kaum vereinbar seien.

Regulatorische Unsicherheit als zentrales Risiko

So groß das potenzielle Marktvolumen auch sein mag, regulatorisch bleibt das Thema sensibel. Ob und in welchem Umfang eine breite Öffnung solcher Märkte für Aktien, Rohstoffe und andere Anlageklassen mit dem bestehenden Rechtsrahmen vereinbar ist, lässt sich derzeit kaum abschließend beurteilen. Auch wie sich die Regulierung in Zukunft entwickeln wird, bleibt offen.

Genau hier liegt zugleich einer der unsichersten Bestandteile der gesamten These. Die Autoren argumentieren, dass Krypto-native Plattformen schneller Innovationen hervorbringen können als traditionelle Börsen, weil sie weniger stark in gewachsene Strukturen eingebunden sind. Trotzdem bleibt die Regulatorik ein erheblicher Unsicherheitsfaktor. Hinzu kommt, dass sich auch aus dem traditionellen Finanzsystem zunehmend Konkurrenz aufbaut, was für Hyperliquid und ähnliche Plattformen zu einem ernstzunehmenden Risiko werden könnte.

“House of All Finance”

Perpetuals zählen schon heute zu den erfolgreichsten Produkten der Krypto-Industrie. Gleichzeitig zeigt sich, dass Hyperliquid offenbar auch jenseits klassischer Krypto-Assets Product Market Fit erzielen kann. Genau das erklärt, warum das Interesse an Plattformen derzeit so stark zunimmt, die nicht nur Krypto-Perps anbieten, sondern ihren Markt deutlich breiter denken.

Hinzu kommt ein weiterer Aspekt: Perpetual Futures gelten als eines der technisch anspruchsvollsten Produkte im Krypto-Trading. Wer einen funktionierenden Perpetual-Handelsplatz auf Blockchain-Basis etabliert, schafft damit häufig zugleich die infrastrukturelle Basis für zusätzliche Angebote. Spot-Märkte, Stablecoins, Optionen oder Prediction Markets lassen sich auf einer solchen Grundlage vergleichsweise einfach ergänzen.

Auf diese Weise könnte aus einer spezialisierten Nischen-Börse schrittweise eine umfassende Finanzplattform entstehen. Hyperliquid hat diese These mit dem erfolgreichen Vorstoß in die Bereiche Rohstoffe und Aktien bereits untermauert. Gelingt es künftig zudem, über HIP-4 auch Prediction Markets erfolgreich zu integrieren, würde das nicht nur den Bull Case weiter stärken, sondern auch Hyperliquids Vision als “House of All Finance” deutlich glaubwürdiger machen.

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