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Finanzmarkt im Überblick  Das wird für Bitcoin und Krypto diese Woche wichtig

Anleger im Krypto-Space sollten in der aktuellen Handelswoche diese Wirtschafts- und Finanzdaten genau im Blick haben.

Stefan Lübeck
 |  Lesezeit: 6 Minuten
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Beitragsbild: Shutterstock

Anleger blicken auf eine bearishe Handelswoche zurück. Entgegen den Erwartungen stieg der Verbraucherpreisindex (CPI) in den USA nach zuletzt rückläufiger Preisentwicklung in den Vormonaten von 8,1 Prozent auf 8,3 Prozent. Die Marktteilnehmer werteten diese Entwicklung als Beweis dafür, dass die Inflation vorerst nicht abnimmt. In der Folge trennten sich Investoren massenhaft von ihren Aktien- und Kryptobeständen, was in einem schwarzen Dienstag endete.

Der US-Technologie-Index Nasdaq100 verlor knapp sechs Prozentpunkte und brach damit so stark ein wie seit März 2020 nicht mehr. Auch Technologie-Bluechips wie Apple und Amazon wurden nicht verschont und tendierten sechs bis acht Prozentpunkte leichter. Auch die Kurse vermeintlich risikoaverser Anlageklassen wie US-Staatsanleihen, Gold und defensive Aktientitel aus dem Pharmasektor wurden abgestraft. Gleichsam stieg der US-Dollar-Index DXY auf ein neues Jahreshoch. Der übergreifende Abverkauf ließ auch die Kurse am Kryptomarkt deutlich nach unten korrigieren.

Auch die erfolgreiche Umstellung des Konsensmechanismus der Ethereum Blockchain von Proof of Work auf Proof of Stake am vergangenen Donnerstagmorgen konnte den bearishen Wochentrend nicht positiv beeinflussen. Trotz erfolgreichem Merge trennten sich Anleger in Anbetracht der hohen Teuerungsraten in den USA vermehrt von ihren Ether. Der Kurs der zweitgrößten Kryptowährung fiel in der Folge um 12 Prozentpunkte. Auf Wochensicht beträgt das Kursminus sogar 19 Prozent.

Neben anhaltend negativen Nachrichten aus der Wirtschaft sorgten Investoren bereits Tage vor dem großen Verfallstermin zum Wochenschluss für volatile Kursbewegungen in den US-Aktienmärkten. Der als Hexensabbat betitelte dreifache Verfall von Wetten auf Indizes, Rohstoffe und Devisen sorgte am klassischen Finanzmarkt für einen bearishen Wochenausklang und zog den Kryptomarkt mit.

Baugenehmigungen in den USA am Dienstag

Am morgigen Dienstag, dem 20. September, wird um 14:30 Uhr (MEZ) zunächst die Anzahl der Baugenehmigungen für den Monat August in den USA vom Consensus Bureau veröffentlicht. Wie bereits im Vormonat könnte ein Anstieg der Baugenehmigungen für eine Kursrallye am amerikanischen Aktienmarkt sorgen. Die Prognose der Experten liegt für den abgelaufenen Monat bei 1,610 Millionen. Die Analysten haben ihre Erwartung damit erneut reduziert. Im Monat Juli waren noch 1,685 Millionen Baugenehmigungen erteilt worden. Die Anzahl an Baugenehmigungen gilt in den USA als Frühindikator für den Häusermarkt.

Übersteigen die zugelassenen Genehmigungen erneut die Expertenerwartungen, würde dieses einen unverändert robusten Immobiliensektor in den USA indizieren. Ein anhaltend starker Immobiliensektor dürfte die US-Notenbank Fed jedoch darin bestärken, wie zuletzt in der Vorwoche von Fed-Chef Powell kommuniziert, an den geplanten Zinserhöhungen festzuhalten und die Geldpolitik weiter zu straffen. Ob starke Zahlen vom Häusermarkt wie zuletzt positiv auf die Kurse am Aktien- und Kryptomarkt wirken werden, ist schwer vorherzusagen. Statistisch gesehen wirken sich starke Zahlen im Immobilienmarkt positiv auf den US-Dollar und damit tendenziell negativ auf Bitcoin und Co. aus.

Daten zu den Hausverkäufen bestehender Immobilien zur Wochenmitte

Der Handelstag am Mittwoch, dem 21. September, beginnt um 16:00 Uhr (MEZ) mit den Verkaufszahlen bestehender Immobilien im Monat August. Die monatlich vom Verband der US-Immobilienmakler veröffentlichten Daten spiegeln die aktuelle Konsumlust der Bürger wider. Höher als prognostizierte Verkaufszahlen indizieren steigende Verbraucherausgaben in den USA. Sollten die Hausverkäufe von Bestandsimmobilien wie im Vormonat weiter rückläufig sein, und die von Marktanalysten erwarte Anzahl von 4,70 Millionen Immobilienverkäufen unterboten werden, würde sich der negative Trend einer anhaltenden Zurückhaltung der Verbraucher weiter verfestigen. Schwache Verkaufszahlen wirken sich normalerweise negativ auf die Stärke des US-Dollars aus, was sich in der aktuellen Lage positiv auf die Kurse am Kryptomarkt auswirken könnte.

Zinsentscheid und Pressekonferenz der US-Notenbank am Mittwochabend

Um 20.00 Uhr (MEZ) schauen sämtliche Marktteilnehmer in Europa und den USA gebannt auf den Zinsentscheid der Fed. Um 20:00 Uhr (MEZ) geben die US-Währungshüter ihre neuste Zinssatzanpassung bekannt. Die Mehrheit der Analysten vermutete bis zuletzt eine Zinserhöhung um 50 Basispunkte. Der höher als von Experten prognostizierte CPI-Verbraucherpreisindex in der Vorwoche könnte Fed-Chef Powell jedoch dazu bewegen, den Leitzins erneut um 75 Basispunkte zu erhöhen, um der zuletzt wieder angestiegenen Inflationsrate zu entgegnen. Einige Analysten haben in den letzten Tagen sogar 100 Basispunkte für sinnvoll und vorstellbar erachtet.

Ein höher als erwarteter Zinsschritt könnte die Anleger wiederum dazu bewegen, sich weiterhin vermehrt von risikohaften Assetklassen wie den Kryptowährungen zu trennen. Im Anschluss stellt sich Powell wie gewohnt den Journalistenfragen. Experten werden Powells Ausführungen zur Geldpolitik der Fed in den kommenden Monaten genau beleuchten, um mögliche Hinweise zu einer Änderung der finanzpolitischen Ausrichtung abzuleiten.

Lang erwarteter Hardfork Vasil am Donnerstag

Am Tag nach dem Zinsentscheid in den USA wartet mit dem Hardfork Vasil auf der Cardano-Blockchain bereits eine Woche nach Ethereums erfolgreich abgeschlossenen Merge das zweite wichtige Krypto-Event. In Anbetracht eines “Sell the Fact” im Anschluss von Ethereums Umstellung auf Proof-of-Stake (POS), sollten Investoren auch bei erfolgreichem Vasil-Upgrade nicht mit Luftsprüngen am gesamten Kryptomarkt rechnen. Selbst wenn der Cardano-Kurs (ADA) nach Abschluss des Hardforks zulegen kann, ist die Strahlkraft auf den Gesamtmarkt als gering einzustufen. Vielmehr dürften die am Vorabend veröffentlichten zinspolitischen Maßnahmen der Fed auch in den Folgetagen einen maßgeblichen Einfluss auf die Kursentwicklungen an den globalen Finanzmärkten haben, und Vasil damit in den Hintergrund drängen.

Mehrere Einkaufsmanagerindizes in den USA zum Wochenschluss

Am Freitag, dem 23. September, schauen Anleger auf die Veröffentlichung des ISM Einkaufsmanagerindex (EMI) für das verarbeitende Gewerbe sowie den Dienstleistungssektor in den USA. Um 16:00 Uhr (MEZ) präsentiert das Institute for Supply Management in den USA die Ergebnisse für beide Einkaufsmanagerindizes. Die aktuelle Prognose der Experten für das verarbeitende Gewerbe im September liegen bei 51,2. Im Vormonat war der Index bereits stärker als erwartet auf 51,5 zurückgefallen.

Noch schwächer sind die Erwartungen für den Dienstleistungssektor. Hier prognostizieren die Marktexperten nach einem Wert von 43,7 im September zwar eine leichte Verbesserung auf 45,0, vom Schwellenwert bei 50 ist dieser aber noch weit entfernt. Positiv für Bitcoin und Co. ist jedoch, dass schwache Einkaufsmanagerindizes sich zumeist negativ auf die Kursentwicklung des US-Dollar auswirken. In der Folge könnte der Kryptosektor etwas an Boden gut machen. Ob die Fed ihre Zinspolitik bei anhaltend schwachen Wirtschaftszahlen überdenken wird, ist erst nach Berücksichtigung weiterer Kenndaten in den nächsten Monaten genauer einschätzbar.

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