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Nostr Darum ist die dezentrale Twitter-Alternative bei Bitcoinern so beliebt

Die Dezentralisierung sozialer Netzwerke schreitet weiter voran. Mit Nostr kommt nach Mastodon jetzt eine Lösung, die die Fahne der Zensurfreiheit noch etwas höher hält.

Tim Reindl
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Nostr

Beitragsbild: Shutterstock

| Das dezentrale Kommunikationsprotokoll befindet sich noch in der Entwicklung.

Spätestens seit der Twitter-Übernahme durch Elon Musk stehen soziale Netzwerke wieder im Fokus der Diskussionen um Zensur im Internet. Kritiker:innen sehen in der zentralen Struktur von Facebook, Twitter und Co. eine Gefahr für die Meinungsfreiheit. Mit “Nostr” steht Nutzer:innen jetzt eine Lösung zur Verfügung, die vor allem mit Dezentralität und Zensurresistenz punkten will. Wem Twitter zu restriktiv ist, kann sich nach Alternativen umsehen. Dezentrale Lösungen haben Konjunktur. Anbieter wie Mastodon erfreuten sich in den letzten Monaten über starken Zulauf und hohe mediale Präsenz. Mit Nostr ist ein vielversprechendes Netzwerk im Aufbau, das zentralen Anbietern die Stirn bietet und darüber hinaus prominente Unterstützung genießt. Der ehemalige Twitter-CEO Jack Dorsey förderte das Projekt kurzerhand mit 14 Bitcoin.

Was ist Nostr?

Die Abkürzung Nostr steht für “Notes and Other Stuff Transmitted by Relays” – also Notizen und anderes Dinge, die von Relays übertragen werden. Es handelt sich dabei um ein Protokoll, mit dessen Hilfe Daten übertragen werden können. Im Grunde versucht Nostr – ähnlich wie auch Mastodon – die Probleme in den Griff zu bekommen, die mit zentralen sozialen Netzwerken einhergehen. Zensur durch zentrale Parteien, Werbung oder Algorithmen, die bestimmte Inhalte filtern und selektiv anzeigen, gehören dabei zu den Hauptkritikpunkten. Nostr bietet dazu einen kompromisslosen Gegenentwurf, der sich auch von Mastodon noch einmal unterscheidet.

Wie funktioniert das Nostr-Protokoll?

Zunächst einmal: Nostr ist nicht einfach eine Twitter-Alternative, sondern ein Protokoll, das darauf ausgelegt ist, Daten zu teilen. Auf dem Protokoll bauen dann verschiedene Anwendungen auf, die dann so etwas wie Twitter- oder Telegram-Alternativen sein können. Nostr verwendet dabei zwei Komponenten: Clients und Relays.

Um Nostr zu nutzen, muss man einen Client verwenden. Ein Client ist die Art und Weise, wie man auf Nostr zugreift. Zum Beispiel mit einem Web-Client im Browser, einer Mobile-Version oder dem Twitter-ähnlichen Apple-Client “Damus“.

Relays sind einfache Server. Jeder kann ein Relay betreiben. Um etwas auf Nostr zu veröffentlichen, wird die geschriebene Nachricht an mehrere Relays gesendet. Dabei wird die Notiz mit einem Schlüssel signiert. Bei Nostr gibt es nämlich keine Accounts im klassischen Sinn. Ähnlich wie bei der Bitcoin-Blockchain erhalten alle Benutzer:innen einen öffentlichen, sowie einen privaten Schlüssel. Diese Schlüssel dienen sozusagen als Benutzername und Passwort. Clients können Daten von anderen Relays abrufen und auf einer beliebigen Anzahl von Relays Dinge veröffentlichen.

Im Gegensatz zu Mastodon ist man bei Nostr dabei nicht an Benutzeridentitäten der Server gebunden, die eine gewisse Kontrolle über die registrierten Benutzer:innen haben.

Podcast

“Wenn bei Mastodon ein Server abgeschaltet wird, werden Ihre Daten und Ihr Konto vollständig gelöscht. Da die Nutzer bei Nostr jedoch durch öffentliche Schlüssel identifizierbar und nicht wirklich an Relays (Server) gebunden sind, können sie bei Schließung oder Löschung eines Relays jederzeit zu einem anderen Relay wechseln”, heißt es in einem Analyseartikel des Nachrichtenmediums Indian Express.

Warum viele Bitcoiner das Projekt unterstützten

Sieht man sich heute bei Nostr um, fallen vor allem zwei Dinge sofort auf. Erstens: Das Protokoll befindet sich noch in der Entwicklung. Es gibt eine Handvoll Clients, die sich in unterschiedlichen Entwicklungsstadien befinden. Noch nicht alles funktioniert perfekt. Allerdings sehen die Entwicklungen um Damus, Anigma, Branle und andere Clients vielversprechend aus. Zweitens: Unter den Nutzer:innen, die jetzt schon auf Nostr umgestiegen sind (oder sukzessive übergehen) finden sich jede Menge Bitcoin-Enthusiasten und -Sympathisanten. Viele hoffen, dass Nostr zu einem dezentralen sozialen Netzwerk avanciert, das den großen Unternehmen eines Tages den Rang abläuft. In Nostr sehen sie ein Kommunikationsprotokoll, das dem liberalen Ethos von Bitcoin durch die dezentrale Verteilung von Macht und Widerstandsfähigkeit gegen Regulierung und Zensur eher gerecht wird als die restriktiveren Ansätze von Twitter oder Facebook.

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