Konkurrenz wächst ConsenSys geht Partnerschaft mit chinesischem Blockchain-Netzwerk ein
Daniel Hoppmann

von Daniel Hoppmann

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Chinesische Flaggen vor einem blauen Himmel.

Quelle: Shutterstock

Teilen
Jetzt anhören
BTC50,463.00 $ -10.82%

Das Krypto-Unternehmen ConsenSys ist eine Partnerschaft mit dem chinesischen Blockchain-Netzwerk (BSN) eingegangen. Damit baut China sein Zahlungsnetzwerk weiter aus. Langfristig will es VISA und Swift Konkurrenz machen.

Das auf der Ethereum Blockchain basierende Unternehmen ConsenSys hat in einer kürzlich veröffentlichten Pressemitteilung eine Partnerschaft mit dem chinesischen Blockchain-based Service Network (BSN) angekündigt. Damit möchte das US-Unternehmen Blockchain-Lösungen für Unternehmen und Regierungsorganisationen zugänglicher machen. Als Basis dient dabei ConsenSys Quorum. Das ist ein Open-Source-Protokoll, das Ethereum-basierte Unternehmenslösungen ermöglicht. Das Protokoll soll über das BSN in 80 verschiedenen chinesischen Städten zum Einsatz kommen. Entwickler sollen so bald IT-Systeme auf Quorum aufbauen und anschließend über das BSN verbreiten können. ConsenSys Codefi-Anwendungen wie Orchestrate, Workflow und Assets werden auf dem BSN-Marktplatz verfügbar sein. Zudem ist ein Trainingsprogramm vorgesehen.


ConsenSys Quorum als “Eckpfeiler der neuen Infrastruktur Chinas”

Yifan He, Geschäftsführer der BSN Development Association, sagte zu der Partnerschaft mit ConsenSys Quorum:

Nach dem Start wird BSN Quorum im Jahr 2021 in die BSN-Schulungsprogramme aufnehmen, um die Einführung von Blockchain-Technologie und Ethereum-basierten Lösungen in Unternehmen in China erheblich zu beschleunigen.

Pressemitteilung ConsenSys

Demnach solle ConsenSys Quorum, zusammen mit anderen für das BSN zugelassenen Systemen, die “Eckpfeiler der neuen Infrastruktur Chinas” bilden. Unterdessen glaubt ConsenSys-Gründer Joseph Lubin, dass durch die Zusammenarbeit viele chinesische Unternehmen profitieren würden.

BSN will Visa und Swift Konkurrenz machen

Die Partnerschaft zwischen der BSN und ConsenSys ist dabei ein weiterer Schritt auf dem Weg zum internationalen Zahlungsstandard des chinesischen Prestigeprojekts. Da die Fülle an möglichen Anwendungen weit über den reinen Zahlungsverkehr hinausgeht, sollen digitale Zentralbankwährungen (CBDC) im Speziellen im sogenannten Universal Digital Payment Network (UDPN) abgewickelt werden. Mit diesem Konzept ist BSN auf dem Weg, um den aktuell tonangebenden Transaktionsnetzwerken Visa und Swift Konkurrenz zu machen.

Dieser Schritt Chinas ist auch perspektivisch mit Hinblick auf das kürzlich geschlossene, größte Freihandelsabkommen der Welt sinnvoll. Dabei würde eine Loslösung von westlichen Zahlungsstandards dem Reich der Mitte zu noch mehr Handelsautonomie verhelfen, was wiederum die wirtschaftliche Position, insbesondere den USA gegenüber, stärken würde. Denn klar ist: Auch unter US-Präsident Biden ist eine Abkühlung des amerikanisch-chinesischen Wirtschaftskrieges aktuell nicht zu erwarten.

kryptokompass
Social Token - das nächste große Ding?

Investment Trend: Social Token

Erfahre mehr im führenden Magazin für Blockchain und digitale Währungen (Print und Digital)
☑ 1. Ausgabe kostenlos
☑ Jeden Monat über 70 Seiten Krypto-Insights
☑ Keine Investmentchancen mehr verpassen
☑ Portofrei direkt nach Hause

Zum Kryptokompass Magazin


FED und EZB verlieren Anschluss

Während sich das chinesische Blockchain-Netzwerk – wie nun mit ConsenSys geschehen – stetig erweitert, bleibt man in Europa und den USA bisher eher passiv. In seinem Freitagskommentar hat Sven Wagenknecht, Chefredakteur bei BTC-ECHO, Kritik am Vorgehen der FED und der EZB geäußert.

Aktuell steht es um die Einführung eines digitalen, Blockchain-basierten Zahlungsnetzwerks in Europa und den USA eher schlecht. Während China weiter fleißig in Richtung nationaler Kryptowährung (DCEP) galoppiert, trabt die EU eher hinterher. So befindet sich die EZB nach wie vor in einer Evaluationsphase zum E-Euro, dessen Ausgang nach wie vor ungewiss ist und scheinbar auch nicht wirklich die notwendige Zuwendung erfährt. Während in China der E-Yuan bereits unter der Bevölkerung getestet wird, gab sich EZB-Chefin Christine Lagarde im November beim EZB-Forum zum Thema Krypto-Geld entspannt.

Wir wetteifern nicht darum, die Ersten zu sein. Zudem soll der E-Euro Bargeld nicht ersetzen, sondern es lediglich ergänzen.

Ihr US-amerikanischer Kollege Jerome Powell hinterfragte auf derselben Veranstaltung gar die Sinnhaftigkeit der CBDCs. Er sagte:

Das Hauptaugenmerk liegt auf der Frage, ob und wie ein CBDC das bereits sichere, effektive und dynamische inländische Zahlungsverkehrssystem verbessern könnte

Eventuell muss “der Westen” seine Krypto-Strategie etwas überdenken. Aktuell ist man mit seinen Zahlungsnetzwerken zwar noch unangefochtener Platzhirsch. Je weiter sich jedoch die Blockchain-Ökonomie entwickelt, desto wahrscheinlicher werden andere, modernere Transaktionsnetzwerke versuchen, diesen Platz einzunehmen. Es geht dabei nicht nur um eine zukunftsorientierte wirtschaftliche Absicherung Europas und Nordamerikas, es ist auch ein Stück weit ein Kampf zwischen zwei politischen Systemen.


Teilen
Die aktuellsten News kostenlos per E-Mail
Ich stimme zu, dass meine E-Mail-Adresse für den Versand des Newsletters gespeichert und verarbeitet wird. Weitere Hinweise

1. Ausgabe kostenlos testen

Das Bitcoin & Blockchain Magazin

1. Ausgabe kostenlos testen

Das führende Bitcoin & Blockchain Szene Magazin

In Print und Digital verfügaber

Neue Investmentchancen verstehen und ergreifen

Jeden Monat über 60 Seiten Insights, Analysen, KnowHow

Streng limitiert

Kostenlose Ausgabe testen oder gratis Prämie sichern

BTC-ACADEMY