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Commerzbank und Deutsche Börse wickeln Wertpapiergeschäft über Blockchain ab

Auch deutsche Finanzakteure forschen an Anwendungsmöglichkeiten für Distributed Ledger. Die Commerzbank und die Deutsche Börse vermeldeten jüngst einen weiteren Durchbruch.

Anton Livshits
 |  Lesezeit: 2 Minuten
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Beitragsbild: Shutterstock

Die Commerzbank hat gemeinsam mit der Deutschen Börse der MEAG und Eurex Clearing ein rechtskonformes Wertpapiergeschäft komplett auf der Blockchain abgeschlossen. Die Partner brachten hierfür sowohl die Wertpapiere als auch die verwendeten Gelder in tokenisierte Form ein. Bei der Transaktion handelte es sich um ein „Prototyp-Szenario“, um den Nutzen der hinter der Blockchain steckenden Distributed-Ledger-Technologie für Finanzmärkte nachzuweisen.

In der zugehörigen Pressemitteilung vom 23. Oktober sprechen Commerzbank & Co. folglich von einem „weiteren Schritt in Richtung Post-Trade Services über Distributed-Ledger-Technologie“. Als „Post-Trade Services“ werden all jene Prozesse des Mitteltausches und der Kontrolle bezeichnet, die nach der Vereinbarung eines Finanzgeschäfts anfallen. Bislang führten in der Regel unabhängige Dritte derartige Dienste durch. Der Einsatz der Blockchain-Technologie verspricht jedoch, sie zu automatisieren. Dr. Frank Wellhöfer, Geschäftsführer der MEAG, konstatiert hier deshalb die Möglichkeit, die eigene „operative Effizienz“ als Investor zu steigern:

Durch die Reduzierung von Intermediären wird sich der Transaktionsprozess von Wertpapieren beschleunigen. Die erzeugten Token, die Wertpapiere oder Geld repräsentieren können, werden die Netzwerkeffizienz auf allen Abwicklungsebenen erleichtern und die Grundlage für Standards schaffen. Dies ist wichtig für die Käuferseite: Standards führen zu einer breiteren Marktakzeptanz und schaffen damit Liquidität auf DLT-Plattformen.

Commerzbank und Deutsche Börse kooperieren für Blockchain-Lösungen

Die Deutsche Börse und die Commerzbank kooperierten für die Technologie und das Rechtskonzept hinter der Transaktion. Letzteres entwickelten sie in Abstimmung mit den zuständigen Regulierungsbehörden, die auch das letzte Wort bei der weiteren Verwendung dieser Finanztechnologie behalten. Die Commerzbank stellte zudem die Blockchain-Infrastruktur für die Transaktion bereit.

Bei der Transaktion trat die Commerzbank als Verkäufer und Verwahrer der tokenisierten Wertpapiere (Security Token) auf. Die MEAG, der gemeinsame Vermögensmanagementarm der beiden Unternehmen Münchner Rück und ERGO, trat als Käufer auf. Eurex Clearing übernahm dabei die Rolle der zentralen Gegenpartei. Der Finanzdienstleister generierte die Cash Token, die bei der Transaktion zum Einsatz kamen.

Parallel dazu hinterlegte die Commerzbank das tokenisierte Geld als Sicherheit bei der Clearingstelle Eurex Clearing. Jens Hachmeister, Head of New Markets der Gruppe Deutsche Börse, verbuchte insbesondere eine derartige Kopplung verschiedener Transaktionsszenarien als Erfolg. Er glaubt, dass es den Versuchspartnern hierdurch gelungen sei, „den möglichen Anwendungsbereich dieser neuen Technologie deutlich zu erweitern.“

Es ist nicht das erste Mal, dass die Commerzbank und die Deutsche Börse Anwendungsfälle für die Blockchain-Technologie erforschen. Die beiden Unternehmen führten so bereits im März ein Repo-Geschäft im Rahmen einer Machbarkeitsstudie durch. Eine derartige Transaktion kombiniert den gleichzeitigen Verkauf und späteren Rückkauf eines Wertpapiers. Commerzbank und Deutsche Börse brachten auch bei diesem Versuch sowohl die Gelder als auch die Wertpapiere in tokenisierte Form.

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