Nacht-und-Nebel-Aktion Coinbase: Steuerchef Zlatkin kritisiert neuen Krypto-Gesetzesentwurf
Christian Stede

von Christian Stede

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Richterhammer liegt neben Bitcoin-Münze auf der US-Flagge.

Quelle: Shutterstock

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Die US-Steuerbehörde IRS möchte neue Bestimmungen im Hinblick auf Einkünfte aus Krypto-Investments. Der Vorschlag stößt dem Coinbase Steuerchef sauer auf.

In den USA steht eine Gesetzesänderung an, die für die Krypto-Branche durchaus weitreichend sein könnte. Dazu hat sich nun Lawrence Zlatkin, Global Vice President of Tax bei Coinbase, geäußert. Die Bestimmungen innerhalb dieses Gesetzes für Kryptowährungen, seien “in letzter Minute” hinzugefügt worden. Neben dem Inhalt des Gesetzes kritisiert Zlatkin einen “mangelnden Diskurs” bei dessen Zustandekommen. 


Heute besitzen rund 60 Millionen Amerikaner Kryptowährungen. Das sind etwa ein Fünftel der gesamten US-Bevölkerung. Diese Amerikaner und das gesamte Krypto-Ökosystem verdienen mehr Dialog und keine Bestimmungen, die bei Nacht und Nebel eingefügt wurden.

Lawrence Zlatkin, Global Vice President of Tax bei Coinbase

Der Steuerchef von Coinbase reagiert damit auf einen Bloomberg-Artikel, der den Vorschlag des US-Kongresses zu einer Kryptosteuer gutheißt. Für die meisten Anleger, die in Finanzprodukte investieren, ist die Steuerberechnung relativ einfach. Die steuerpflichtigen Gewinne werden in dem “Formular 1099” zusammengefasst. Makler händigen dieses ihren Kunden jedes Jahr aus. Die Steuerbehörde erhält eine Kopie, damit sie die Steuererklärungen überprüfen kann.

In der Krypto-Welt jedoch ist es mit diesem Formular 1099 nicht mehr ganz so einfach. Denn der Handel erfolgt über eine Vielzahl von Handelsplätzen wie Coinbase, Kraken, und viele andere mehr. Es ist demgemäß schwer für Investoren, geschweige denn für das Finanzamt, Gewinne und Verluste zu verfolgen. Der Kommissar der US-Steuerbehörde IRS (Internal Revenue Service) Charles Rettig meint gar, dem Fiskus gingen deswegen rund 1 Billion US-Dollar pro Jahr durch die Lappen. 


Coinbase-Manager sieht durch Gesetz Nachteile für die USA

Die Maßnahmen, die der neue Gesetzesentwurf vorsieht, gehen Zlatkin und Coinbase jedoch entschieden zu weit. Der hinzugefügte Abschnitt weitet die Meldepflicht auf digitale Vermögenswerte aus. Er räumt der Regierung weitreichende Befugnisse ein, um zu entscheiden, welche Vermittler meldepflichtig sind. Als “Makler” gilt:  “jede Person, die […] Übertragungen von digitalen Vermögenswerten im Namen einer anderen Person bewirkt”.

Zlatkin kritisiert eine Steuerpolitik, die es von Nicht-Brokern verlangt, über Transaktionen von Personen zu berichten, die nicht einmal ihre Kunden sind. Dazu würden laut der neuen Version auch Wallet- und Blockchain-Entwickler gehören. Diese könnten die Vorschriften allerdings gar nicht einhalten und würden den USA daher schlimmstenfalls den Rücken kehren, meint Zlatkin. 

Daher bringt der Coinbase VP of Tax den Lösungsvorschlag, den Begriff “Broker” für digitale Vermögenswerte so zu definieren, wie er heute in anderen Teilen des Finanzsystems verstanden wird. Außerdem sollten Anhörungen im Kongress stattfinden, um eine Steueraufsicht für Kryptowährungen einzuführen, damit es eine solide Debatte zu diesem Thema gibt.


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