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Blutdiamanten adé: Diamantenproduzenten wollen Lieferkette auf Blockchain speichern

Alrosa, der zweitgrößte Diamantenproduzent der Welt, steigt in die Testphase für den Blockchain-Tracker „Tracr“ ein. Damit will das russische Unternehmen nachweisen, dass die Edelsteine unter ethischen Bedingungen produziert wurden.

David Scheider
 |  Lesezeit: 2 Minuten
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Es ist eine ungewöhnliche Partnerschaft unter Konkurrenten. Wie Alrosa am vergangenen Montag, dem 29. Oktober, mitteilte, kooperiert das Unternehmen mit der De Beers Group aus Belgien, um dessen Tracking-Plattform Tracr nutzen zu können. Alrosa möchte Kunden damit Garantien an die Hand geben, dass gekaufte Edelsteine authentisch sind und unter fairen Bedingungen produziert wurden.

Sergey Ivanov, CEO von Alrosa, erklärt dazu:

„Die Nachverfolgbarkeit ist der Schlüssel zur weiteren Entwicklung unseres Marktes. Sie trägt dazu bei, das Vertrauen der Verbraucher zu stärken und Informationslücken zu schließen, damit die Menschen das Produkt ohne Zweifel an ethischen Fragen oder nicht offenbarten Synthetikstoffen [welche den Reinheitsgrad und damit den Wert des Edelsteins verringern würden, Anm. d. Red.] genießen können.“

Schulterschluss zwischen Konkurrenten

Dass Alrosa auf eine Plattform der Konkurrenz zurückgreift, liegt eigenen Angaben zufolge am Potenzial für die gesamte Industrie. Denn je mehr Diamantenproduzenten Wert auf ethische Produktionsbedingungen von Edelsteinen legen, desto stärker profitiert das Image der gesamten Branche. In diese Kerbe schlägt auch das Statement des De-Beers-CEO, Bruce Cleaver:

„Wir freuen uns, dass Alrosa sich dem Tracr-Pilotprojekt angeschlossen hat, da die gemeinsamen Anstrengungen der beiden weltweit führenden Diamantenproduzenten es ermöglichen werden, mehr Diamanten […] auf ihrem Weg von der Mine zum Einzelhandel zu tracken. Ein kritisches Produktionsniveau auf der Plattform wird den Verbrauchern und der Diamantenindustrie erhebliche Vorteile bringen.“

Da sich Tracr aktuell noch in der Testphase befindet, hat Alrosa ferner die Möglichkeit, an der genauen Ausgestaltung der Plattform mitzuwirken.

Klassischer Use Case für die Blockchain

Die Nachvollziehbarkeit von Lieferketten ist eines der großen Anwendungsfelder für die Blockchain-Technologie. Dies gilt insbesondere für Industrien, die den Ruf haben, ihre Produkte unter fragwürdigen Arbeitsbedingungen produzieren zu lassen. Dazu gehört auch die Förderung von Bodenschätzen wie Diamanten.

Typischerweise machen sich die Unternehmen den Umstand zunutze, dass Daten, die einmal auf der Blockchain gespeichert sind, unveränderlich sind. Informationen über die Produktionsbedingungen an allen Enden der Lieferkette sind dementsprechend fälschungssicher und authentisch.

Ein großes Problem der eierlegenden Wollmilchsau „Blockchain im Supply-Chain-Management“ bleibt aber nach wie vor bestehen: Die Daten mögen fälschungssicher auf der Blockchain gespeichert sein. Ob ein Eintrag aber auch faktische Richtigkeit besitzt, muss man anderweitig nachweisen. Es besteht immer die Gefahr des Missbrauchs der Technologie, da bestimmte Daten vor Upload in die Blockchain schon verfälscht sein können.

Tracr hinterlässt trotzdem einen guten Eindruck. Die schiere Menge an Daten, die ins Tracking eines jeden Edelsteins einfließt, sorgt durchaus für ein umfangreiches Bild über den Produktionsweg.

Man darf also gespannt sein, ob Tracr nur eine Imagepolitur oder der ernsthafte Versuch ist, für faire Arbeitsbedingungen in der Diamantenindustrie zu sorgen.

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