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Adoption in den Niederlanden “Die Krypto-Skeptiker werden weniger”

Bitvavo ist die größte Kryptobörse der Niederlande. Ein Mitarbeiter über die Adoption, Misstrauen im Mainstream und politische Hürden.

Giacomo Maihofer
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Beitragsbild: Shutterstock

Seit 2018 existiert die in Amsterdam gegründete Kryptobörse Bitvavo. Heute ist sie, mit über 1,5 Millionen Nutzern, der Spitzenreiter der Niederlande (hier unser Test). Auf der BTCAmsterdam sprachen wir mit Bitvavo-Koordinator Remy van der Nagel über die Verbreitung von Krypto in seiner Heimat, Ängste und Zweifel in der Bevölkerung – und das explosive Wachstum der Börse.

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Remy van der Nagel, 28. Er ist Koordinator bei Bitvavo für Lernen und Entwicklung. Quelle: Underpromise

BTC-ECHO: Bitvavo existiert seit 2018. Wann bist du dazugestoßen?

Remy van der Nagel: Ich kam vor anderthalb Jahren ins Team. Damals waren wir 30 Mitarbeiter. Jetzt sind wir 250. Im Bullenmarkt sind wir extrem gewachsen. Wir stellen weiterhin ein. Jeden Monat. Nur etwas langsamer. Wir haben ungefähr 1,5 Millionen Nutzer, der Großteil davon aus den Niederlanden.

BTC-ECHO: Wie groß ist die Adoption von Krypto hier?

van der Nagel: Wir haben eine Studie durchgeführt: Ungefähr 25 Prozent der Niederländer besaßen schon Kryptowährungen. Vermutlich ist es bereits mehr. Wir sind sehr technikaffin, gerne Vorreiter und pflegen eine Kultur des Unternehmertums.

BTC-ECHO: Gibt es in Amsterdam eine starke Kryptokultur?

van der Nagel: Es gibt viele Meetups. Die werden gut besucht. Als Zahlungsmittel sind Bitcoin und Co. nicht verbreitet. Es ist wirklich schwer, ein Geschäft zu finden, in dem du mit Lightning zahlen kannst. Wir zahlen größtenteils digital und das funktioniert sehr gut. Daher hat es Lightning schwer.

BTC-ECHO: In Deutschland herrscht gegenüber Krypto noch große Skepsis, gerade in den Mainstream-Medien. Wie sieht es bei euch aus?

van der Nagel: Früher war die Berichterstattung sehr negativ. Es hat sich über die Jahre verbessert. Die Leute verstehen es langsam besser. Die Skeptiker werden weniger. Die Angst und Zweifel lichten sich. Viele bleiben skeptisch, weil Krypto so unreguliert ist. Aber das ändert sich ja gerade.

Podcast

BTC-ECHO: Stichwort Regulation: Die EU überlegt, ein Klassifizierungsystem einzuführen, das Blockchains danach bewertet, wie umweltfreundlich sie sind. Es gab auch Diskussionen um ein Proof of Work-Verbot, wegen zu hohem Energieverbrauch. Wie siehst du das?

van der Nagel: Ich finde es wichtig, so viel wie möglich für die Umwelt zu tun. Ich finde diese Diskussion aber schwierig: Was verstehen wir unter eine Öko-Blockchain? Meint das nur den Energieverbrauch? Da müssen mehr Aspekte einfließen, beispielsweise Nachhaltigkeit. Studien sagen, bei Bitcoin liegt der Anteil an erneuerbaren Energien zwischen 40 und 70 Prozent. Miner haben einen Anreiz, ihre Energiekosten praktisch auf null zu senken, weil sie gegeneinander konkurrieren. Da sind erneuerbare Energien besonders reizvoll. In Ländern wie Costa Rica gibt es beispielsweise einen extremen Überschuss davon. Die tun nichts mit dieser Energie. Man könnte damit minen und gleichzeitig Arbeitsplätze schaffen.

BTC-ECHO: Die EU lobte Ethereum ausdrücklich dafür, das es sich mit dem Merge von Proof of Work verabschiedete und jetzt 99 Prozent weniger verbraucht. Zu Recht?

van der Nagel: Für mich geht es in Krypto besonders um Dezentralisierung und Sicherheit. Proof of Stake muss für mich noch auf lange Sicht beweisen, dass es beides gewähren kann. Wir müssen noch verstehen, welche Folgen dieser Wechsel haben wird. Ich mache mir Sorgen, dass wir mit dem Fokus auf die Umwelt das aus dem Blick verlieren. Aber ich hoffe natürlich, dass wir über die Zeit immer bessere Konsensalgorithmen bekommen.

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