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EU-Vorstoß Droht ein Bitcoin-Verbot durch die Hintertür?

Im Zuge der Energiekrise plant die EU-Kommission ein Effizienzklassensystem für Kryptowährungen. Für Proof-of-Work-Systeme könnte es eng werden.

Daniel Hoppmann
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Stromleitungen

Beitragsbild: Shutterstock

| Der Energieverbrauch bei Proof of Work Konsensmechanismen ist immer wieder Teil hitziger Diskussionen.

Was man bisher von Waschmaschinen, Fernsehern oder Kühlschränken kannte, soll bald auch bei Kryptowährungen eingeführt werden, zumindest wenn es nach der EU-Kommission geht. BTC-ECHO liegt ein verifizierter interner Entwurf vor, in dem das Exekutivorgan bis 2025 ein Effizienzklassensystem für Bitcoin und Co. einführen möchte. Die Klassifizierung soll die zugrundeliegende Blockchain auf ihre Nachhaltigkeit prüfen. Entsprechende Mindeststandards für den Energieverbrauch will die Kommission noch definieren.

In einem zusätzlichen Bericht sollen außerdem die “Klimaauswirkungen neuer Technologien” im Kryptomarkt bewerten. Darin würden auch “politische Optionen” zur Schwächung umweltschädlicher Krypto-Technologien, insbesondere in Bezug auf den Konsensmechanismus, diskutiert.

Welche Optionen das konkret sein könnten, ist derzeit nicht bekannt. Ein Blick in die USA gibt jedoch Aufschluss über mögliche Schritte. Das Weiße Haus forderte im September die heimische Kryptobranche dazu auf, seine Treibhausgasemissionen bis 2030 um 50 bis 52 Prozent zu senken. Bei Nichteinhaltung drohte man offen mit einem Proof-of-Work-Verbot (PoW). Ein ähnlicher Schritt ist in der EU zumindest nicht komplett ausgeschlossen.

Wahrscheinlicher sei jedoch, dass grüne Fonds und andere nachhaltige Finanzprodukte PoW-Kryptowährungen wie Bitcoin nicht in ihr Portfolio aufnehmen könnten, verrät ein Insider gegenüber BTC-ECHO.

Grundlage für das Vorhaben bildet die kürzlich finalisierte Krypto-Verordnung der EU (MiCA). Damit werden Anbieter verpflichtet, den Energieverbrauch und die Auswirkungen von Assets auf die Umwelt offenzulegen. Mit dem Effizienzklassensystem geht die Kommission allerdings nochmals einen Schritt weiter.

EU-Mitgliedsstaaten sollen Energieverbrauch von Krypto-Minern senken

Abseits der Blockchain Label forder die EU-Kommission aufgrund der Energiekrise die Mitgliedsstaaten dazu auf, Maßnahmen zu ergreifen, um den Stromverbrauch von Krypto-Minern zu senken. Laut EU gingen 10 Prozent der digitalen Schürfaktivitäten derzeit von Europa aus. Einen Quellverweis gibt es allerdings nicht.

Podcast

“Umweltfreundliche Konsensmechanismen fördern”

Gleichzeitig lobt die EU-Kommission den jüngst stattgefundenen Merge von der zweitgrößten Kryptowährung Ethereum. Seit dem Umstieg zu Proof of Stake reduzierte sich der Energieverbrauch um 99 Prozent. Der Vorgang habe gezeigt, dass “die Krypto-Welt energieeffizienter werden kann”, konstatiert man in Brüssel. In Zukunft wolle man “umweltfreundliche Konsensmechanismen” fördern. Sie sollen sich als neuer “Goldstandard” durchsetzen, heißt es weiter. Konkret soll das über die eigene Blockchain-Infrastruktur erfolgen.

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