BitPay stellt Service in Deutschland ein – Bezahlen mit Bitcoin Ade?
Christopher Klee

von Christopher Klee

Am · Lesezeit: 3 Minuten

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Quelle: Shutterstock

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Der Bitcoin-Zahlungsabwickler BitPay hat angesichts drohender Regulierungsfortschritte in Deutschland offenbar kalte Füße bekommen. Der Betrieb in der Bundesrepublik wird vorerst eingestellt. Unter anderem greifen Microsoft und Lieferando auf die Dienste des US-amerikanischen Unternehmens zurück.

Was haben die Länder Algerien, Bangladesch, Bolivien, Kambodscha, Ecuador, Ägypten, Indonesien, Irak, Kirgisistan, Marokko, Nepal, Vietnam und die Bundesrepublik Deutschland gemeinsam? Sie bilden die Liste der Staaten, die nicht bzw. nicht mehr vom US-Unternehmen BitPay bedient werden. BitPay fungiert als Zahlungsdienstleister, über den Händler Bitcoin als Bezahlmöglichkeit anbieten können. Für Deutschland heißt es nun: konnten.

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Rückzug mit deutschen Regulierungsbestrebungen begründet

Am 29. Juli veröffentlichte BitPay ein knappes Update zu den Ländern, die das Unternehmen nicht mehr bedient. Dabei handelt es sich einerseits um Staaten, die auf der Sanktionsliste der USA stehen. Doch auch Länder, in denen Bitcoin regulatorische Daumenschrauben angelegt werden (sollen), finden sich auf der Liste. Deutschland hat nun die zweifelhafte Ehre, diesem Club anzuhören.

Eine Anfrage von BTC-ECHO blieb zunächst unbeantwortet. Mittlerweile hat sich BitPay zurückgemeldet. Die Antwort von BitPay entspricht im Wortlaut exakt einem Absatz, den das Unternehmen am 1. August nachträglich an seinen Post angehängt hat.

BitPay ist bestrebt, allen seinen Kunden den besten Service zu bieten. Wir überwachen regelmäßig Vorschriften und Gesetze, um die Einhaltung zu gewährleisten. Deutschland hat öffentlich erklärt, dass Krypto-Unternehmen ab 2020 eine Lizenz beantragen sollen. Wir haben den Betrieb in Deutschland eingestellt, während wir den Bedarf an deutschen Lizenzen ermitteln,

heißt es in der E-Mail an BTC-ECHO.

BitPay bezieht dabei auf den jüngst veröffentlichten Gesetzentwurf der Bundesregierung, der eine Verschärfung der Regulierung von Unternehmen im Krypto-Sektor vorsieht. Danach sollen ab 2020 nicht nur Bitcoin-Börsen und Wallet-Anbieter, sondern auch Zahlungsabwickler, die Bitcoin und Co. in Fiatgeld umtauschen (und umgekehrt) unter die regulatorische Obhut der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) fallen. Der Bundestag will nach der Sommerpause über den Entwurf beraten.

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Ist BitPay erst der Anfang?

Der vorzeitige – und möglicherweise nur vorläufige – Rückzug von BitPay aus Deutschland markiert einen herben Rückschlag für die Bitcoin-Adaption. Zahlreiche Unternehmen, die Bitcoin-Zahlungen akezptieren, haben dazu den Service des US-Zahlungsdienstleisters in Anspruch genommen. Zu den bekanntesten gehören Microsoft und Lieferando. Die Frage ist nun, ob die Unternehmen auf einen anderen Zahlungsdienstleister ausweichen wollen, oder Bitcoin als Bezahlmöglichkeit vorerst streichen. Zu Redaktionsschluss stand eine Antwort der beiden Unternehmen auf eine entsprechende Anfrage seitens BTC-ECHO noch aus.

BitPay gehört zu den führenden Abwicklern von Bitcoin-Bezahlungen in Deutschland. Es ist nicht auszuschließen, dass weitere Dienstleister dem Vorbild BitPays folgen werden. Zu groß ist die Verunsicherung angesichts der sich anbahnenden Regulierungsmaßnahmen.

Das voreilige Handeln BitPays lässt indessen einen weiteren Rückschluss zu: Nämlich, dass sich das Geschäft mit Bitcoin-Zahlungen in Deutschland nicht lohnt. Es erscheint unwahrscheinlich, dass sich das Unternehmen so schnell aus Deutschland zurück gezogen hätte, wenn die Umsätze florierten.

Sollte das Beispiel BitPays Schule machen, bliebe der deutschen Krypto-Gemeinde vorerst wenig anderes übrig, als Bitcoin & Co. zu „hodln“. Eine Enttäuschung für jene, die die Vision von Bitcoin als digitalem Bargeld lieber gestern als heute verwirklicht sehen wollen. Wer Bitcoin indes ohnehin eher als digitales Gold betrachtet, dürfte ob dieses Umstandes indes kaum mit der Wimper zucken.

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