Zum Inhalt springen

Trading Einmaleins Was die Bitcoin-Dominanz über den Krypto-Markt verrät

Die Bitcoin-Dominanz ist mehr als nur ein Maß für Hegemonie von BTC am Krypto-Markt. Aus ihr lassen sich auch Erkenntnisse über bevorstehende Trendwenden ableiten.

Christopher Klee
 |  Lesezeit: 4 Minuten
Teilen

Beitragsbild: Shutterstock

| Bitcoin (BTC) droht seine Marktdominanz weiter einzubüßen.

Wer sich im Krypto-Space umschaut, wird immer wieder über den Begriff der Bitcoin-Dominanz stolpern. Die Bitcoin-Dominanz beschreibt den Anteil von Bitcoin an der Gesamtmarktkapitalisierung des Krypto-Markts.

Was bedeutet das?

Die Marktkapitalisierung einer Kryptowährung liefert einen Richtwert dafür, wie viel Geld im jeweiligen Krypto-Netzwerk angelegt ist. Sie wird berechnet, in dem die Anzahl der Token, die im Umlauf sind, mit dem Kurs der jeweiligen Kryptowährung multipliziert wird. Ein Beispiel: Zur Zeit des Schreibens sind 18.992.242 BTC bereits im Umlauf. Der Bitcoin-Kurs liegt bei 43.050 US-Dollar. Daraus ergibt sich zur Zeit des Schreibens für Bitcoin eine Marktkapitalisierung von etwa 818 Milliarden USD. Die übrigen Krypto-Netzwerke (die sogenannten Altcoins) kommen zusammen auf 1,17 Billionen US-Dollar. Die Gesamtmarktkapitalisierung (Bitcoin und Altcoins) beträgt damit zu Redaktionsschluss 1,99 Billionen USD. Weil Bitcoin den Löwenanteil der Gesamtmarktkapitalisierung ausmacht, spricht man von der Bitcoin-Dominanz. Im Beispiel liegt diese bei rund 42,5 Prozent.

Bitcoin-Dominanz: Alleine nur bedingt aussagekräftig

Die Bitcoin-Dominanz ist aus naheliegenden Gründen vor allem für Trader interessant, die BTC gegen Altcoins handeln. Doch die Veränderungen im Kräfteverhältnis zwischen Bitcoin und Altcoins kann auch Hinweise auf den Kapitalfluss in beziehungsweise aus dem Krypto-Markt insgesamt geben. BTC-ECHO-Analyst Stefan Lübeck widmet der Bitcoin-Dominanz in der BTC-Kursanalyse jeden Mittwoch daher stets große Aufmerksamkeit. Allerdings nicht isoliert, denn:

Man muss BTC-Dominanz immer in Relation zur Bewegung beziehungsweise Trendrichtung von BTC sehen. Rennt BTC in einem übergeordneten Bullenmarkt seitwärts und verschnauft, sehen die Anleger dort keine Renditechance, ergo sie springen mit Alt/BTC-Paaren in den Restmarkt. Deshalb sind diesen Phasen der Alt/BTC-Bewegungen sehr bullish. Solange BTC seitwärts rangiert und der Markt nicht wackelt, nimmt die Bitcoin Dominanz überproportional stark ab. Das Geld geht indes nicht aus dem Markt – was man an einer steigenden oder seitwärts tendierenden Gesamtmarkt-Kapitalisierung sieht.

Trotz der unterm Strich positiven Entwicklung beim Bitcoin-Kurs befindet sich die Dominanz seit Anfang 2021 im Sinkflug – ein Zeichen für das starke Wachstum der Altcoins. Lübeck weiter:

In den Moment, in dem BTC anfängt, deutlicher nachzugeben und eine Korrektur einläutet, fällt die Bitcoin-Dominanz kurzfristig nochmal stärker, und die Alt/BTC-Paare explodieren (relativ), da mehr Satoshis zu bekommen sind – auch wenn diese wegen des fallenden Bitcoin-Kurses in Dollar gerechnet weniger stark steigen oder gleich bleiben, je nachdem, wie stark BTC rutscht.

Niedrige BTC-Dominanz als Ankündigung einer Korrektur

Aufgrund der typischerweise starken Korrelation zwischen Bitcoin-Kurs und dem Altcoin-Markt sind Langzeit-Trends bei Bitcoin mittelbar auch für Altcoins relevant. Zur Einschätzung von Langzeitrends werden häufig Metriken wie der exponentiell gleitende Durchschnittswert (Exponential Moving Average, EMA) herangezogen. Der EMA 200 beschreibt beispielsweise den durchschnittlichen Bitcoin-Kurs der vergangenen 200 Tage. Im Gegensatz zum Simple Moving Average (SMA) erhalten jüngere Daten beim EMA eine stärkere Gewichtung. Das Zusammenspiel aus Bitcoins EMA 200, der Bitcoin-Dominanz und der Gesamtmarktkapitalisierung kann Aufschluss über Trendwenden am Krypto-Markt geben. Denn:

Sobald BTC dann die wichtige 200er EMA durchschlägt, wie am 19. Mai 2021 zu sehen war, antizipieren die Anleger eine mögliche Gesamtmarktkorrektur. Das heißt, die Trader gehen zurück in US-Dollar und die BTC-Anleger gehen lieber wieder in BTC – von dem sie wissen, dass er in der Regel weniger stark korrigiert – und sichern ihre Gewinne. Das hat zur Folge, dass die BTC-Dominanz ansteigt, die Gesamtmarktkapitalisierung gleichzeitig fällt, weil teilweise auch zurück in Fiat gewechselt wird. Für die Altcoins bedeutet das einen harten Drop. Als dann am 21. Mai 2021 die Altcoin-Kurse eingebrochen sind, nutzten die Dollar-Trader und die BTC Holder diese “Kaufkurse” bei den Altcoins für günstige Neueinstiege, die Altcoin-Kurse ziehen an und die Bitcoin-Dominanz fällt nochmals zurück,

erklärt Stefan Lübeck die Wechselwirkungen der Bitcoin-Dominanz. Wie es nach der jüngsten Korrektur um den BTC-Kurs bestellt ist, erfahrt ihr derweil der aktuellen Bitcoin-Analyse.

Disclaimer

Dieser Artikel erschien bereits im Mai 2021. Vor der erneuten Veröffentlichung wurde er überprüft und entsprechend aktualisiert.

10% Rabatt für deine Newsletter Anmeldung erhalten
Anwendbar auf deine nächste Bestellung auf das BTC-ECHO Magazin im Flexabo, Jahresabo oder auf die Einzelausgabe. Jetzt anmelden!
Zum Newsletter
Die neusten Ausgaben des BTC-ECHO Magazins
BTC-ECHO Magazin – Jahresabo
Ausgabe #63 September 2022
Ausgabe #62 August 2022
Ausgabe #61 Juli 2022
10% Rabatt
für Deine Newsletter-Anmeldung

Melde dich bei unserem Newsletter an, um auf dem aktuellen Stand zu sein. Der Rabattcode ist anwendbar auf das BTC-ECHO Magazin im Flexabo, Jahresabo oder auf die Einzelausgabe.