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Ebbe in Sicht? Bitcoin-Rücklagen von Krypto-Börsen schwinden dahin

Immer mehr BTC werden von Exchanges abgezogen. Droht nun eine Bitcoin-Knappheit? Ein Blick auf das, was noch übrig ist.

Christopher Klee
 |  Lesezeit: 2 Minuten
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Eine Bitcoin-Münze ragt aus einem ausgetrockneten Boden

Beitragsbild: Shutterstock

Der anhaltende Bitcoin Boom sorgt dafür, dass das digitale Gold an den Handelsplätzen knapper wird. Selbst der Sprung über die Marke von 30.000 US-Dollar hatte keinen massenhaften Influx von BTC-Einheiten auf Börsen-Konten zur Folge. Das HODLN, das unbeirrbare Halten von BTC, scheint sich gegenüber kurzfristigen Gewinnmitnahmen einer wachsenden Beliebtheit zu erfreuen. Wie Daten des Blockchain-Analyse-Portals ViewBase nahelegen, haben die Bitcoin-Bestände an den Exchanges im vergangenen Jahr kontinuierlich abgenommen.

Grafik: Entwicklung der Bitcoin-Reserven unterschiedlicher Exchanges. Quelle: ViewBase

Wieviel Bitcoin haben die Börsen noch?

Zur Zeit des Schreibens lagern noch 1.515.145 BTC in Wallets, die von ViewBase erfasst werden. Vor allem die US-Exchange Coinbase verbuchte in den letzten 30 Tagen einen erheblichen Aderlass bei ihrer Bitcoin-Rücklage. Von den rund 91.907 BTC, die von Exchange-Wallets abgezogen wurden, gehen rund 83.700 BTC auf Abhebungen von Coinbase-Wallets zurück. Einen Zufluss verbuchen lediglich Bitfinex (+10.576 BTC), Bitstamp (+1.028 BTC), Poloniex (1.022 BTC) sowie der Mining Pool BTC.top (+124 BTC). Dennoch hat Coinbase nach den Daten von ViewBase noch immer die am prallsten gefüllte Bitcoin-Reserve.

  • Coinbase: 806.338 BTC
  • Huobi: 161.193 BTC
  • Binance: 104.061 BTC
  • Kraken: 100.203 BTC
  • OKEx: 92.689
  • Bitfinex: 88.660 BTC
  • Bitflyer: 55,213 BTC
  • Bittrex: 46.501
  • Coincheck: 33.129 BTC
  • Gate.io: 15.394 BTC
  • Bitstamp: 9.467 BTC
  • Poloniex: 2.161 BTC
  • BTC.top (Mining Pool) 137 BTC

Somit halten Krypto-Börsen nur noch rund 7,2 Prozent des auf 21 Millionen Einheiten begrenzten Angebots. Auch die Daten der Blockchain-Analysten von Glassnode untermauern den Eindruck von schwindenden BTC-Reserven bei den Exchanges. Lediglich im Zuge des Corona-Crashs von Mitte März 2020 kam es zu einem signifikanten Influx bei den Exchange Wallets.

Bitcoin-Transaktionen zu (grün) oder von (rot) Krypto-Börsen. Quelle: Glassnode Studio

Institutionelle Hodler

In den letzten Monaten hat sich gezeigt, wohin viele der Bitcoin-Einheiten fließen: In die Wallets von institutionellen Investoren. Laut Daten von Bitcointreasuries.org befinden sich beispielsweise mittlerweile knapp 5,5 Prozent aller Bitcoin in der Obhut von Unternehmen. Zu den größten Bitcoin-Holder unter den Unternehmen zählen der EOS-Konzern Block.One (140.000 BTC oder 0,667 Prozent der Gesamtversorgung) und der US-Datendienstleister Microstrategy (70.470 BTC oder 0,336 Prozent der Gesamtversorgung). Die beeindruckenden Zahlen verblassen jedoch gegen das Bitcoin-Vermögen, dass die Investment-Firma Grayscale in ihrem BTC-Investment-Fonds angesammelt hat. Mit 572.644 BTC verwaltet der Fonds nunmehr 2,73 Prozent aller Bitcoin, die es jemals geben wird.

Warum nie 21 Millionen BTC im Umlauf sein werden

Angesichts dieser Zahlen nimmt die bullishe Kursentwicklung von Bitcoin wenig Wunder. Die institutionellen Hodler verknappen das ohnehin begrenzte Gut zusehends, während sie damit gleichzeitig die Nachfrage erhöhen, indem sie Bitcoins Ruf als Safe Haven Asset, einen sicheren Hafen für turbulente Zeiten, festigen. Darüber darf nicht vergessen werden, dass die tatsächliche Bitcoin-Umlaufmenge selbst nach dem letzten Halving (voraussichtlich im Jahr 2140) nicht 21 Millionen Einheiten betragen wird. Denn die in Code gegossene Obergrenze berücksichtigt nicht die Zahl der BTC, die als unwiederbringlich verloren gelten.

Glassnode schätzt die Menge der verlorenen oder ultra-langfristig gehaltenen Bitcoin-Einheiten auf 7.219.749 BTC. Das würde bedeuten, dass mehr als jeder dritte der zirkulierenden 18.590.543 BTC entweder verloren ist oder sich in der Hand von unverbrüchlichen Hodlern befindet.

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