Auferstanden aus Ruinen Bitcoin Rallye verpasst? Bitcoin Gold (BTG) pumpt sich nach vorn
Moritz Draht

von Moritz Draht

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Bitcoin Gold Münzen

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Bitcoin Gold hat nach drei Jahren wieder die 100-USD-Marke geknackt. Nicht grundlos: Mit neuen Projekten und Partnerschaften soll dem Coin wieder Leben eingehaucht werden. Gelingt die Wiedergeburt?

Nicht wenige Coins hat der Krypto-Marktcrash 2018 unter sich begraben. Auch Bitcoin Gold ist lange Zeit in der Versenkung verschwunden – und feiert nun sein Comeback. 250 Prozent in zwei Wochen: Die Performance von Bitcoin Gold (BTG) weckt Erinnerungen an die goldenen 2017er Bull-Run-Tage. Von seinem damaligen Allzeithoch bei 456 US-Dollar ist die Bitcoin-Nachgeburt zwar noch meilenweit entfernt. Allmählich scheint die von 51-Prozent-Attacken geplagte Kryptowährung aber wieder das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen. Dazu dürfte auch die Einbindung in Polkadot beigetragen haben.


Bitcoin Gold trifft auf Polkadot

Vor rund zwei Wochen verkündete die Bitcoin Gold Organization eine Partnerschaft mit Phala Networks, eine Entwickler-Plattform für Smart-Contract-Anwendungen. Phala ist Teil des Polkadot-Cross-Chain-Ökosystems und einer der heißesten Anwärter für die begehrten und begrenzten Polkadot Parachain Slots. Auf Grundlage der TEE-Technologie (Trusted Environment Execution) wurde Bitcoin Gold als erstes Krypto-Asset von den Phala-Entwicklern an Polkadot angebunden und ist seitdem auch für Einsätze in Smart-Contract-basierten DeFi-Anwendungen gewappnet.

Der Polkadot-Türöffner hat den Kurs aus seinem langen Dornröschenschlaf wachgeküsst. Obwohl Bitcoin Gold schon von einigen Skeptikern abgeschrieben wurde, zeigt die BTG-Wachstumskurve seitdem steil bergauf.

Wie nachhaltig dieser Aufwärtstrend allerdings ist, wird sich zeigen. Die jahrelange Durststrecke kam nicht von ungefähr. Bereits 2018 hat die Krypto-Börse Bittrex den Coin von der Plattform genommen. Die damalige Begründung: Es gebe keinen Markt, sprich: keine Abnehmer für Bitcoin Gold.

Auch heute zeugt die Marktkapitalisierung nicht von einer großen Nachfrage. Zwar hat sich diese seit der Polkadot-Integration verdreifacht, mit knapp 1,8 Milliarden US-Dollar liegt BTG im Krypto-Asset-Ranking aber nur auf Platz 66. Von den drei Hard-Fork-Abspaltungen Bitcoin Cash (BCH), Bitcoin Satoshi Vision (BSV) und Bitcoin Gold bringt letztere die mit Abstand geringste Marktkapitalisierung auf die Waage.


Zudem war der BTC-Ableger gleich mehrmals Zielscheibe von 51-Prozent-Attacken, die das Vertrauen in die Sicherheit des Netzwerks nachhaltig beschädigt haben. Nach der letzten Angriffswelle Anfang vergangenen Jahres haben die Entwickler jedoch mit einer neuen BTG Core Wallet nachgerüstet. Im jüngsten Blogeintrag vom 3. März gibt sich die Bitcoin Gold Organization daher siegessicher. Durch den Einsatz der BTG-Miner und der Community habe man die Angreifer endgültig “besiegen” können.

Bitcoin Gold: Eine neue Hoffnung

Es scheint, als sei seitdem wieder Leben in das Projekt gekommen. Die Entwickler haben gleich eine Reihe von Projekten mit “neuen Partnern” angekündigt, die in den kommenden Wochen enthüllt werden sollen. Dahingehend sei auch eine “aktualisierte Roadmap” in der Mache. Die Polkadot-Integration könnte also nur der Anfang eines neuen BTG-Kapitels sein.

Ob Bitcoin Gold aber an die Performance vergangener Tage anknüpfen kann oder nach dem Pump wieder im Niemandsland verschwindet, hängt letztlich von der Community und damit von der Aktivität der Miner ab. Denn Bitcoin Gold hat einen entscheidenden Use Case, der Auslöser für die damalige Abspaltung von Bitcoin war. Im Gegensatz zu Bitcoin kann Bitcoin Gold mit gewöhnlichen GPUs gemint werden. Mehr noch: Das Netzwerk ist ASIC-resistent, die Hochleistungs-Hardware der Bitcoin Miner lässt sich im Bitcoin-Gold-Netzwerk nicht anwenden. Dahinter steht ein fundamentales Werteversprechen, dass dem “Original” über die Jahre abhandengekommen ist. Denn Mining sollte der ursprünglichen Idee nach dezentral organisiert, für alle zugänglich und ohne hohen Kostenaufwand möglich sein. Während einige wenige Mining Pools die Bitcoin Hash Rate monopolisiert haben, können sich auch private Miner bei Bitcoin Gold beteiligen.

Doch so nobel der Gedanke auch ist, in der Praxis braucht es eben auch genügend Miner, die das Netzwerk absichern. Zwar hat sich die Hash Rate in den letzten zwei Wochen verdoppelt. Mit aktuell 2,3 Megahash pro Sekunde liegt diese aber noch immer im Bereich der Bedeutungslosigkeit. Die Hoffnung der treuen Mining-Gemeinde ruht nun auf den Netzwerkeffekten. So könnten sich die Entwicklungen rund um Bitcoin Gold gegenseitig katalysieren und auch den Mining-Anreiz in kommender Zeit wieder erhöhen. Der BTG-Telegram-Channel ist entsprechend euphorisch. “Es ist eine großartige Gelegenheit für diejenigen, die den BTC-Run verpasst haben”, schreibt ein User. Wie lange dieser Aufwärtstrend hält, steht aber auf einem anderen Blatt.


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