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72.000 US-Dollar doppelt ausgegeben Bitcoin Gold Opfer einer 51-Prozent-Attacke

Dr. Philipp Giese

von Dr. Philipp Giese

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Dr. Philipp Giese

Dr. Philipp Giese arbeitet als Chief Analyst für BTC-ECHO und ist auf die Bereiche Chartanalyse und Technologie spezialisiert. Der promovierte Physiker kann dabei auf jahrelange Berufserfahrung als technologischer Berater zurückgreifen. Zudem ist er zentraler Ansprechpartner im Discord-Channel von BTC-ECHO und pflegt als Speaker und Interviewer den Austausch mit Startups, Entwicklern und Visionären.

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Bitcoin Gold wurde Opfer eines Double Spendings

Quelle: Shutterstock

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Die Bitcoin-Fork Bitcoin Gold wurde Opfer einer 51-Prozent-Attacke. In der damit zusammenhängenden Chain Reorganisation sind 72.000 US-Dollar doppelt transferiert wurden. Ein Beispiel für die Grenzen von ASIC Resistance?

Bitcoin Gold ist eine Variante Bitcoins, die großen Wert auf ASIC Resistance legt. Die Kryptowährung ist eine der eher unbekannten Hard Forks von Bitcoin. Mit 204 Millionen US-Dollar Marktkapitaliserung und einer Hash Rate von knapp 3 GHash/s ist Bitcoin Gold verschwindend klein im Vergleich zu Bitcoin, Bitcoin Cash und Bitcoin SV.

Doch jüngst schaffte es diese eher unbekannte Fork, etwas Aufmerksamkeit zu erregen. Wie James Lovejoy, Lead Maintainer von Vertcoin, in einer Analyse genauer darstellte, wurde Bitcoin Gold am 23. Januar und am 24. Januar jeweils Opfer einer 51-Prozent-Attacke. Es kam zu Chain Reorganizations, bei denen 14 beziehungsweise 15 Blöcke ausgetauscht wurden.

Was die Attacke besonders dramatisch in der Community machte: Im Rahmen dieser beiden Attacken wurden 1.900 BTG beziehungsweise 5.267 BTG je zweimal versandt. Das entspricht einer Summe von ungefähr 72.000 US-Dollar. Mit diesen zwei Double-Spendings haben die Angreifer zwei Zahlungen an Krypto-Börsen rückgängig gemacht.


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Am 26. Januar äußerte sich das Entwickler-Team hinter Bitcoin Gold auf Twitter zu diesem Vorfall:

In der letzten Woche kam es auf der BTG-Blockchain zu zwei 51-Prozent-Attacken. Die Angreifer haben dabei erfolgreich Zahlungen an eine Börse rückgängig gemacht… wir wissen jedoch nicht, ob sie so der Börse tatsächlich Geld entwendet haben. Es ist wahrscheinlich, dass die Börse, mit dem korrekten Risikomanagement, keinen Schaden erlitt.

Es scheint, als würde die für den Angriff notwendige Hashrate auf NiceHash erworben worden sein…. Wir arbeiten seit letztem Jahr an einem neuen Konsens, der 51-Prozent-Attacken unmöglich macht. Dieser soll dieses Jahr live gehen.

Es handelt sich dabei um den zweiten derartigen Angriff auf Bitcoin Gold. Der Angriff Ende Mai 2018 war sogar deutlich dramatischer: Insgesamt wurden Transaktionen in Höhe von umgerechnet 18 Millionen US-Dollar rückgängig.

Die Anleger erschütterte der Angriff wenig: Seit 24. Januar ist der Kurs um 28 Prozent gestiegen.

Trotz 51-Prozent-Attacke auf Bitcoin Gold: Große Proof-of-Work-Währungen sind sicher

Die 51-Prozent-Attacke auf Bitcoin Gold sehen jedoch andere als Paradebeispiel für die Unsicherheit von Proof-of-Work-basierten Kryptowährungen. Emin Gün Sirer, CEO von Ava, holte zum Rundumschlag gegen Bitcoin und Co. aus:

Drei Dinge werden jedoch bei diesem Generalvorwurf ignoriert. Zum Einen ist die Hash Rate der großen Bitcoin-Forks deutlich größer:

Hashrate von Bitcoin Gold lächerlich gering.

Falls man es nicht auf den ersten Blick sieht: Die grüne Linie knapp über der X-Achse ist die Hash Rate von Bitcoin Gold. Selbst verglichen mit Bitcoin SV und Bitcoin Cash, welche ungefähr dieselbe Hash Rate besitzen, ist die Hash Rate von Bitcoin Gold nicht einmal ein Milliardstel so groß.

Zum zweiten ist ASIC Resistance ein zweischneidiges Schwert: Sicherlich kann so ein dezentraleres, GPU-dominiertes Mining-Netzwerk aufrecht erhalten werden. Das Problem ist jedoch, dass dies der Sicherheit von Proof-of-Work-Mechanismen eher schadet. ASICs funktionieren jeweils nur für eine konkrete Variante eines Proof-of-Work-Mechanismus. Für alle anderen sind diese Miner unnütz. Sollte also eine nicht-ASIC-Resistente Kryptowährung den Mechanismus leicht ändern, wären alle ASICs unbrauchbar. Ein Risiko, welches für Angreifer kaum tragbar ist. Wir haben uns diesem Thema ausführlich in einer Podcast-Folge gewidmet.

Zum dritten ist dieser Vorfall eine Lektion des klassischen „don’t trust, verify“. Jene, die eine eigene Full Node betreiben, werden sehen, wenn es zu einer Chain Reorganization kommt. Und auch für alle anderen zeigt es auf, dass eine Transaktion nicht sofort nach einer Bestätigung als final akzeptiert werden soll. Je nachdem, wie gering die Hash Rate ist (und wie viel Geld auf dem Spiel steht), sollten Anleger gegebenenfalls weitere Transaktionen abwarten, bevor sie diese als final akzeptieren.


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