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Hopium fürs Volk Bitcoin: Die 1-Million-Dollar-Frage

Ein Bitcoin-Kurs von 1 Million US-Dollar? Klingt im ersten Moment nach einem Hirngespinst. Betrachtet man jedoch aktuelle Zahlen und Entwicklungen, wirkt die umfassende Besiedelung des Mondes nicht unrealistisch.

Phillip Horch
 |  Lesezeit: 6 Minuten
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bitcoin symbol auf dem mond mit einer rakete

Was müsste passieren, dass der Bitcoin-Kurs die 1-Million-US-Dollar-Marke knackt? Keine Frage, es müsste einiges an Kapital in den Markt fließen. Jedoch lange nicht so viel, wie der eine oder die andere im ersten Moment vielleicht denkt.

Die Sache mit der Marktkapitalisierung

Die Rechnung scheint im ersten Moment simpel. Bei einem Bitcoin-Kurs von 1 Million US-Dollar würden wir bei der Umlaufmenge von knapp 19 Millionen Bitcoins auf eine Marktkapitalisierung von 19 Billionen US-Dollar kommen. Bei der aktuellen Marktkapitalisierung von knapp 760 Milliarden US-Dollar fehlen uns also noch 18,2 Billionen US-Dollar. Woher sollen die kommen?

Die Antwort ist: Wir brauchen gar nicht so viel. Denn die Marktkapitalisierung sagt letzten Endes wenig darüber aus, wie viel Geld tatsächlich in Bitcoin steckt. Sie multipliziert lediglich den aktuellen Bitcoin-Kurs mit der Umlaufmenge an Coins. Und der aktuelle Kurs zeigt lediglich, zu welchem Preis die Menschen aktuell Bitcoin kaufen und verkaufen.

Hinzu kommt: Schätzungsweise 4 Millionen BTC sind im Land der verlorenen Keys verschwunden und werden wahrscheinlich nie mehr gehandelt werden. Bitcoin ist also ein sehr knappes Gut, das mit steigender Nachfrage immer knapper wird. Soweit die Grundlagen.

Bitcoin-Kurs von 1 Million US-Dollar: Das fehlt uns noch

Wie Finanz-Youtuber Andrei Jikh in einem aktuellen Video erklärt, gibt es verschiedene Katalysatoren, die uns im Zusammenspiel zum Ziel führen könnten.

Als ersten Katalysator führt Jikh den internationalen Überweisungsmarkt auf. Dabei handelt es sich im Prinzip um den Anwendungsfall Nummer 1 der Kryptowährung: Das Versenden von Geld. Aktuell ist dieses System von langen Wartezeiten, eingeschränkten Geschäftszeiten an Wochenenden und hohen Gebühren geprägt. Bitcoin ist da um einiges effizienter. Würde die Kryptowährung, so Jikhs Analyse, etwa 50 Prozent des internationalen Überweisungsmarktes für sich beanspruchen, würde das 300 Milliarden US-Dollar in das Ökosystem einspeisen. Der Bitcoin-Kurs würde damit um 14.000 US-Dollar angehoben.

Katalysator 2 sind die Emerging Market Currencies, also Geld- und Geldäquivalente von Schwellenländern. Dazu gehören etwa der chinesische Renminbi, der russische Rubel, der brasillianische Real oder die indische Rupie. Hier kann BTC als Wertspeicher fungieren. Erst im Februar ließ Goldman Sachs verlauten, dass sie es für wahrscheinlich halten, dass Bitcoin als Reservewährung in Zukunft eine immer wichtigere Rolle einnehmen wird. Wenn BTC es schafft, hier 10 Prozent des Marktes für sich zu beanspruchen, würde das 2,8 Billionen US-Dollar in den Markt spülen. Für den Bitcoin-Kurs würde das ein Plus von 133.000 US-Dollar pro Coin bedeuten. Jikh beschreibt das als konservative Schätzung: Ausgenommen wären in dieser Rechnung die Top 4 der Emerging Market Currencies.

Katalysator 3 für den Bitcoin-Kurs von 1 Million US-Dollar ist das Economic Settlement Network, das internationale Zahlungsnetzwerk. Der Hintergrund: Wenn Banken Geld versenden, haben sie im Normalfall eine Währung, in der sie sich “treffen”, zum Beispiel den US-Dollar. Sollte die Kryptowährung es schaffen, 25 Prozent dieses Marktes für sich zu beanspruchen, kämen nochmal 3,8 Billionen US-Dollar in den digitalen Goldttopf. Laut Jikhs Berechnungen wären das noch einmal 181.000 zusätzliche US-Dollar pro BTC.

Staatskassen, High Net Worth Individuals und institutionelle Investoren

Katalysator 4 sind die Staatskassen der Länder. Würde Bitcoin es schaffen, sich hier 1 Prozent der Reserven einzuverleiben, könnten wir unseren Hopium-geschwängerte digitale Schatzkammer um weitere 3,8 Billionen US-Dollar anreichern. Auf den Bitcoin-Kurs kämen dann weitere 181.000 US-Dollar dazu. Dass El Salvador mit seiner Bitcoin-Akzeptanz nicht lange allein bleiben wird, spielt diesem Argument jedenfalls in die Karten.

Katalysator 5 für einen Bitcoin-Kurs von 1 Million US-Dollar sind High Net Worth Individuals, also vermögende Menschen. Wenn diese Menschen 5 Prozent ihrer Assets in BTC umwandeln würden, hätten wir weitere 4 Billionen US-Dollar im Topf. Für den Bitcoin-Kurs wären das weitere 190.000 US-Dollar.

Als sechsten Katalysator nennt Jikh institutionelle Investoren wie Blackrock, dessen CEO sich erst kürzlich positiv über digitale Währungen geäußert hatte. Wenn diese 2,5 Prozent ihrer Vermögenswerte in Form des digitalen Goldes halten würden, wären das weitere 4,1 Billionen US-Dollar für die Marktkapitalisierung. Oder: Zusätzliche 196.000 US-Dollar für den Bitcoin-Kurs.

Der siebte Katalysator für die bullishe Mondfahrt sind Corporate Treasury Bonds, zu Deutsch: Unternehmensanleihen. 5 Prozent dieses Vermögens wären 4,2 Millionen US-Dollar zusätzliche BTC-Marktkapitalisierung. Oder: Ein Plus von 200.000 US-Dollar für den Bitcoin-Kurs.

Den achten und letzten Katalysatoren, den Jikh aufführt, ist Gold. Wenn Bitcoin sich seinen Platz an der Sonne sichert und die Hälfte der Marktkapitalisierung von Gold einnimmt, würden noch einmal 5,5 Billionen US-Dollar in die Wallets dieser Welt gespült. Das wären weitere 260.000 US-Dollar für den Bitcoin-Kurs. Warum das gar nicht so unwahrscheinlich ist, könnt ihr an dieser Stelle nachlesen.

Bitcoin-Kurs bei 1 Million US-Dollar: Alles Kaffeesatzleserei?

Sollten alle diese Faktoren eintreffen, wäre ein Bitcoin-Kurs von 1,36 Millionen US-Dollar erreicht. Doch ist das realistisch?

BTC hätte eine Marktkapitalisierung von 28,5 Billionen US-Dollar. Damit läge er jedoch bei einem knappen Drittel des globalen Aktienmarktes, der aktuell eine geschätzte Marktkapitalisierung von 106 Millionen US-Dollar hat. Völlig aus der Luft gegriffen ist diese Prognose also keinesfalls.

Jetzt Bitcoin kaufen?

Sollte man nun also BTC kaufen? Es dürfte klar sein: Die getroffenen Aussagen bewegen sich allesamt im Wahrscheinlichkeitsbereich, niemand darf die magische Kristallkugel für sich beanspruchen und kann die Zukunft voraussagen. Alle Angaben sind in diesem Sinne ohne Gewähr. Dennoch: Ein steigendes institutionelles Interesse, die wachsende Bitcoin-Akzeptanz, die auf einen stetig schrumpfenden Nachschub trifft, können als positive Vorzeichen gewertet werden.

Auch charttechnisch sieht es für den Bitcoin-Kurs nicht schlecht aus. Jikh schlägt hier den Mayer-Multiple-Indikator aus der technischen Chartanalyse vor. Dieser setzt den aktuellen Bitcoin-Kurs zum gleitenden Durchschnitt der letzten 200 Tage (200 SMA) ins Verhältnis. So entsteht ein Quotient, der anhand historischer Daten eine Einschätzung dazu gibt, ob ein guter Einstiegspunkt sein könnte. Wenn dieser in der Vergangenheit unter 2,4 lag, stellte es sich im Nachhinein als guter Einstiegspunkt heraus.

Aktuell liegt der Mayer-Multiple-Indikator bei 0,9.

Mayer-Multiple im wöchentlichen Chart. Orange: Halving.
Mayer-Multiple im wöchentlichen Chart. Orange: Halving.

Der historische Durchschnitt des Bitcoin-Kurses liegt bei 1,4 – nimmt man also den Mayer-Multiple zugrunde, ist aktuell eine optimale Gelegenheit, um Bitcoin zu kaufen. Das könnt ihr beispielsweise bei eToro tun.

Das gesamte Video könnt ihr in englischer Sprache hier sehen.

Disclaimer: Dieser Artikel spiegelt lediglich die Meinung des Autoren wider und stellt keine Investmentberatung, Kauf- bzw. Verkaufsempfehlung dar.

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