Leistungsfähige Quantencomputer könnten künftig in der Lage sein, private Schlüssel aus öffentlich sichtbaren Schlüsseln abzuleiten und Bitcoin-Bestände alter Adressen zu gefährden. Cory Fields, Entwickler bei Bitcoin Core, stellt auf der Entwickler-Mailingliste ein Konzept namens “Quanten-Landminen” vor. Der Ansatz soll Angreifer dazu zwingen, eigenes Kapital zu hinterlegen, bevor sie fremde BTC-Bestände abziehen können. Wer beispielsweise einen Coin entwenden möchte, müsste parallel einen eigenen Coin aus einer quantensicheren Wallet als Pfand sperren. Gelingt der Diebstahl nicht unbemerkt, verliert der Angreifer seine Sicherheit an das eigentliche Opfer.
Das System basiert auf einer zeitlichen Verzögerung und einem vorab erbrachten Besitznachweis. Besitzer anfälliger Bitcoin-Bestände können vor dem Aufkommen funktionstüchtiger Quantenrechner eine “quantensichere Landmine” aufsetzen, die einen kryptografischen Eigentumsbeweis enthält. Versucht ein Angreifer die Münzen zu bewegen, friert das Protokoll sowohl die Ziel-Coins als auch die Sicherheit des Angreifers für eine Frist von beispielsweise 30 Tagen ein.
Innerhalb dieses Zeitfensters kann der legitime Besitzer seinen Beweis offenlegen. Damit transferiert er seine BTC-Bestände auf eine sichere Adresse und zieht gleichzeitig das hinterlegte Pfand des Angreifers als Strafe ein. Da Angreifer von außen nicht erkennen können, welche Adressen mit einer solchen Falle abgesichert sind, entstünde dementsprechend ein starkes finanzielles Abschreckungspotenzial.
Auktionen als Alternative für “herrenlose” Bitcoin-Adressen
Für das Vermögen von Satoshi Nakamoto würde der Mechanismus aber nicht direkt greifen, da dort der notwendige geheime Nachweis fehlt. Fields skizziert für diese Fälle ein alternatives Auktionsmodell. Dritte könnten verdeckte Gebote auf verwundbare Wallets platzieren. Setzt ein Quanten-Angreifer dort an, verbrennt ein Smart Contract die Ziel-Coins automatisch, während das Pfand des Angreifers als Belohnung an den Meistbietenden fließt.
Allerdings bringt das Modell Hürden mit sich: Die Blockchain kann ehrliche Bitcoin-Besitzer nicht von Dieben unterscheiden. Will man alte Bestände regulär verschieben, müsste man also ebenfalls den gleichen Gegenwert als Pfand vorstrecken. Bisher handelt es sich bei dem Vorstoß um ein reines Gedankenexperiment, das funktionierende quantensichere Wallets im Bitcoin-Netzwerk voraussetzt.

