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Bestandsaufnahme Zeit, in Krypto zu investieren?

Seitwärtstrend in Dauerschleife: Am Krypto-Markt fehlte es in den letzten Wochen an eindeutigen Impulsen. Ein alarmierendes Signal? Nicht unbedingt.

Moritz Draht
 |  Lesezeit: 5 Minuten
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Bitcoin-Münze

Quelle: Shutterstock

Knapp drüber, etwas drunter und wieder zurück: Seit Monaten kreist die Krypto-Gesamtmarktkapitalisierung um die symbolträchtige 2-Billionen-Marke, reißt mal aus – und fällt wieder zurück. Gewinnmitnahmen und Nachkäufe schenken sich aktuell nichts, am Markt herrscht eine klassische Patt-Situation zwischen dem Bären- und Bullenlager. Mit einem Plus von fünf Prozent schickt sich der Markt mal wieder an, die Schlüsselmarke zurück zu erobern. Ein kurzes Aufbrodeln oder ein erster Befreiungsversuch?

Krypto-Markt im Schlummermodus

Minus 16 Prozent: Die Bilanz des Krypto-Markts in 2022 fällt ernüchternd aus. Die Krypto-Leitwährung Bitcoin erreichte zwar Ende März noch einmal das Niveau von Jahresbeginn. Aktuell liegt der BTC-Kurs aber rund sechs Tausend US-Dollar darunter. Vom im November 2021 erreichten Rekordhoch bei 69.000 US-Dollar ganz zu schweigen.

Am Krypto-Markt herrscht Dürre – könnte man meinen. Dass das nur eine Teilerklärung ist, zeigt sich mit Blick auf einige Profiteure der letzten Wochen. Ob ApeCoin, Stepn, Zilliqa oder jüngst mal wieder Dogecoin: An Ausreißern mangelt es nicht. Nur der “Dicke” lässt sich halt bitten.

Hat die Altseason begonnen?

Ein typisches Muster. Legt sich Bitcoin schlafen, feiern die Altcoins Party. Eine Entwicklung, die sich in der seit Monaten festgefahrenen Bitcoin-Dominanz spiegelt. Die Dominanz bemisst den Anteil der Bitcoin-Marktkapitalisierung am Gesamtmarkt. Ein Anteil von aktuell knapp über 40 Prozent zeigt den steigenden Einfluss der Altcoins am Krypto-Markt.

Quelle: Tradingview

Entsprechend lassen sich weiterhin Gewinne am Markt realisieren. Die Zyklen vieler Altcoin-Rallyes sind zwar von meist kurzer Dauer. Dafür umso lukrativer. An Hype-Themen wie beispielsweise dem Metaverse lassen sich zumindest auf kurze Sicht Anlagestrategien ableiten.

Bitcoin steuert auf “bullishen Monat” zu

Dass die Bitcoin-Kursperformance nach alter Stärke sucht, liegt auch an einem angespannten makroökonomischen Umfeld. Laut BTC-ECHO Finanzexperte Stefan Lübeck finden sich aber “trotz negativer Schlagzeiten um Zinserhöhungen der Notenbanken FED und EZB und eines schwächelnden Aktienmarktes auch bullishe Signale”. So sei der Mai in der Vergangenheit “traditionell eher ein bullisher Monat mit steigenden Kursen gewesen”.

Gemessen an der monatlichen Wachstumsrate ist Mai der drittstärkste Monat. Laut Binance liegen die Zuwächse im Durchschnitt bei 26 Prozent. Aber: im April hat Bitcoin historisch besser performt. Eine starke Entwicklung in der Vergangenheit allein ist eben kein Garant für Prognosen.

Heißer Ritt auf den Hodl Waves

Ein stichhaltigeres Indiz für einen langfristig positiven Ausblick sind die Hodl Waves. Dieser Indikator zeigt an, über welchen Zeitraum Anleger ihren Bitcoin die Treue halten. Weit gefasstere Perioden sind tendenziell als bullish einzuordnen.

Quelle: Glassnode

Hinsichtlich der Wellenbewegungen scheine “die relative Schwäche der Krypto-Leitwährung die Hodler unter den Anlegern nicht zu beunruhigen”, so Stefan Lübeck. “64 Prozent sämtlicher im Umlauf befindlicher Bitcoin wurden nun mindestens ein Kalenderjahr nicht bewegt”. Dies sei “ein absoluter Höchststand”. Dem Trader zufolge scheinen “Langzeitinvestoren weiterhin von einer positiven Kursentwicklung in den kommenden Monaten und Jahren überzeugt zu sein”.

Das BTC-Angebot wird weniger

Mit aktuell 2,4 Millionen erhältlichen Bitcoin bewegen sich die von Exchanges verwahrten BTC auf dem niedrigsten Stand seit August 2018. Die Verknappung der Bitcoin-Bestände dürfte sich in Zukunft als wertsteigender Faktor entpuppen – insbesondere wenn Unternehmen wie Terraform Labs an ihrer aggressiven Einkaufspolitik festhalten.

Quelle: Glassnode

Das Unternehmen hinter dem Stablecoin-Netzwerk Terra und dem LUNA-Token baut zurzeit Bitcoin-Rücklagen in Höhe von zehn Milliarden US-Dollar auf. Seit Ende Januar hat Terraform Labs rund 42.000 Bitcoin gekauft, wie aus Daten von Bitinfocharts hervorgeht. Im Hintergrund könnten sich also die Weichen für einen knackigen Sommer stellen.

Jedoch nicht nur für Bitcoin: Eines der größten Events des Jahres ist die lang erwartete Konsensumstellung bei Ethereum. “The Merge” wurde zwar inzwischen verschoben, dürfte aber im Herbst über die Bühne gehen – und seine Spuren am Gesamtmarkt hinterlassen. Cardano könnte mit der Hard Fork “Vasil” im Juni ebenfalls eine kleine Rallye auslösen, während sich bei Polkadot die Parachain-Slots allmählich füllen, Ripple in den nächsten Monaten einen Sieg gegen die SEC nach Hause fahren könnte und Dogecoin von Elon Musks Twitter-Übernahme euphorisiert wird. Eigentlich eine aufregende Zeit am Krypto-Markt, wären da nicht die eingeschlafenen Kurse.

Disclaimer: Dieser Artikel spiegelt lediglich die Meinung des Autoren wider und stellt keine Investmentberatung, Kauf- bzw. Verkaufsempfehlung dar.

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