Die Uhr tickt So laufen die Verhandlungen zwischen Binance und der SEC

Der Rechtsstreit zwischen Binance und der SEC geht in den USA in die nächste Runde. Das ist der aktuelle Stand der Verhandlungen.

Daniel Hoppmann
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Changpeng Zhao und Gary Gensler

Beitragsbild: Picture Alliance, Fotomontage: BTC-ECHO

| Die Fronten zwischen Binance-CEO Changpeng Zhao (links) und SEC-Chef Gary Gensler sind verhärtet

Seit der Klage der Securities and Exchange Commisson (SEC) kämpft der US-amerikanische Ableger von Binance ums Überleben. Eine Einfrierung der Vermögenswerte will die Kryptobörse um jeden Preis verhindern. Für den Moment konnte der Handelsplatz einen Teilerfolg erringen. Wie BTC-ECHO bereits berichtete, ordnete die zuständige US-Richterin Amy Berman Jackson die Parteien zur Einigung auf. Auch, um “erhebliche Konsequenzen” für den Markt abzuwenden. Bis zum heutigen 15. Juni haben die Streithähne nun Zeit, um einen Kompromiss zu finden.

Wie aus einem Gerichtsdokument vom 12. Juni hervorgeht, reichte Binance einen Tag zuvor eine sogenannte “Consent Order” ein. Eine Art Absichtserklärung, in der der Handelsplatz der SEC einige Zugeständnisse macht. Unter anderem will BAM, die Dachgesellschaft hinter Binance.US, ihre Bücher gegenüber der Wertpapieraufsicht offenlegen.

Binance.com lehnt komplette Offenlegung der Bilanz ab

Darüber hinaus erklärte sich die Binance Holding Limited (BHL), die die Hauptplattform Binance.com betreibt, dazu bereit, “bestimmte Informationen” über US-Nutzer mit der Behörde zu teilen. Zudem werde man der SEC einen “beschränkten Einblick” in die Firmenbücher gewähren, heißt es. Der US-Regulator fordert jedoch eine verifizierte Offenlegung der Bilanz sowohl von BHL als auch von CEO Changpeng Zhao. Binance lehnt den Schritt ab. Die Maßnahme sei “zu weit gefasst und unangemessen”, schreibt die Kryptobörse. Der SEC fehlten Beweise, die einen solchen Schritt rechtfertigen würden.

BHL will Key Shards an BAM zurückgeben

Ein weiterer Punkt betrifft die Key Shards von Binance. Die Vertragspartner hatten die Private Keys zu den Wallets, auf denen die Assets der US-Kunden verwahrt werden, aufgespalten und untereinander verteilt. Die Binance Holding Limited will im Zuge der Absichtserklärung nun insgesamt fünf “Bruchstücke” an BAM übergeben. Drei davon regeln den Zugang zu Cold und Hot Wallets. Zwei weitere bieten einen Zugang zu gestakten Kunden-Assets. BAM stimmte zudem zu, dass keine Kundengelder auf “physischen Geräten außerhalb der USA” gehalten werden sollen.

Es ist zumindest ein erster Schritt, den Binance auf die SEC zugeht. Dass die Muttergesellschaft der Behörde nur einen “beschränkten Einblick” in die Bücher gewähren will, könnte die Verhandlungen ins Stocken bringen. Schwer vorstellbar, dass die SEC von dieser Forderung absehen wird, auch weil die Uhr gegen Binance tickt.

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