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Bill Gates – skeptisch oder ahnungslos? Der Microsoft-Gründer im Krypto-Faktencheck

Krypto habe keinen Nutzen, außer für illegale Aktivitäten. Bitcoin ist vor allem: ein Klimakiller. Wo Bill Gates recht hat – und wo er irrt.

Giacomo Maihofer
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Bill Gates

Beitragsbild: Shutterstock

| Bill Gates hält nicht viel von Kryptowährungen

Bill Gates hat das moderne Leben durch seine Innovationen geprägt wie kaum ein anderer Mensch. Doch von Kryptowährungen hält er nicht viel. Neben Investorenlegende Warren Buffett gilt der Microsoft-Gründer als einer der lautesten Skeptiker der Technologie. Seine Bedenken äußerte er über die Jahre in zahlreichen Interviews. Er hält keine Kryptowährungen.

Ihr vorrangiger Nutzen? Laut dem Microsoft-Gründer Drogenhandel und Steuerflucht. In Bitcoin sieht Gates einen Klimakiller. “Es verbraucht pro Transaktion mehr Energie als jede andere Methode, die wir kennen.” Doch wie berechtigt sind seine Kritikpunkte?

Ich investiere in Dinge, die einen wertvollen Output haben. Der Wert von Unternehmen basiert darauf, dass sie großartige Produkte herstellen. Der Wert von Kryptowährungen liegt allein in der Spekulation begründet, was jemand anderes dafür in der Zukunft bezahlen wird. Sie haben keinen Mehrwert für die Gesellschaft.

Bill Gates, Reddit-AMA in 2022

Viele Kryptowährungen sind zu diesem Zeitpunkt eine Wette auf die Zukunft. Das heißt jedoch nicht, dass sie keinen intrinsischen Wert haben. Zunächst einmal: Die Blockchain-Technologie ermöglicht es, Transaktionen ohne Intermediär zu tätigen, wie beispielsweise eine Bank – ein riesiger Durchbruch. Gleichzeitig arbeiten viele Projekte an einem dezentralen Ansatz und versuchen, die Community an der Wertschöpfung und Entscheidungsfindung ihrer Geschäftsmodelle zu beteiligen, also Branchen zu demokratisieren.

Die meisten Krypto-Projekte lösen konkrete Probleme und sind dabei schon erfolgreich. DeFi ermöglicht mehr Menschen den Zugang zu Finanzdienstleistungen. Projekte wie die Energy Web Foundation treiben mit Blockchain die Energiewende voran. Mithilfe von Stablecoins wie Tether retten Menschen ihr Vermögen in Ländern, in denen die eigene Währung kollabiert ist. Oder sie schicken Geld einfach und ohne Bank an ihre Verwandten. Man könnte diese Liste ewig fortsetzen.

Geldwäsche mit Kryptowährungen

Die Anonymität von Kryptowährungen macht sie besonders problematisch, wenn es um Geldwäsche und illegale Aktivitäten geht.

Bill Gates, Forbes 2018

Der Ruf als Eldorado für Geldwäsche begleitet Kryptowährungen wie Bitcoin schon lange. Fakt ist: In den letzten fünf Jahren wurden weltweit mithilfe von Krypto 33 Milliarden US-Dollar gewaschen. Allein 2021 sah einen Anstieg um 30 Prozent, so der US-Datendienstleister Chainalysis, der Krypto-Finanzkriminalität seit 2014 untersucht. Zum Vergleich: Allein in Europa werden jedes Jahr zwischen 715 Milliarden und 1,87 Billionen mit dem Euro gewaschen, so das United Nations Office on Drugs and Crime (UNODC).

Die Transaktionen von Kryptowährungen werden auf Blockchains gespeichert, für alle einsehbar. Sie sind somit nicht wirklich anonym. Diese Transparenz erleichtert die Verfolgung von Finanzkriminalität, betonen Experten wie Chainalysis immer wieder. Tatsächlich konnten Datendienstleister und Behörden in den vergangenen Jahren viele Betrügereien, Hacks und Geldwäsche-Aktivitäten im Bereich Krypto genau deshalb aufklären und die Hinterleute überführen. Einen genaueren Report zum Thema findet ihr in der März-Ausgabe von BTC-ECHO.

Bill Gates: Bitcoin ist schlecht fürs Klima

Bitcoin verbraucht mehr Strom pro Transaktion als jede andere der Menschheit bekannte Methode. Es ist schlecht fürs Klima.

Bill Gates, New York Times 2021

Eine einzelne Bitcoin-Transaktion verbraucht ungefähr 700 Kilowattstunden an Elektrizität – so viel wie ein US-Haushalt in 24 Tagen. Insgesamt verschlingt das Bitcoin-Netzwerk so viel Energie wie Länder wie Finnland oder Österreich. Bitcoin ist ohne Frage ein Stromfresser. Und soll es auch sein.

Der Großteil der Energie wird für das sogenannte Mining verbraucht. Dabei werden neue Bitcoin “geschürft” und als Belohnung für die Instandhaltung des Netzwerks verteilt. Der hohe Energieverbrauch trägt somit direkt zur Sicherheit und Dezentralität von Bitcoin bei. Die eigentliche Frage ist deshalb: Ist das Netzwerk die Energie wert?

Hoher Stromverbrauch ist nicht automatisch schlecht für das Klima. Wichtiger ist, woher die Energie stammt: aus erneuerbaren Quellen oder fossilen Brennstoffen? Leider gibt es hierfür keine verlässlichen Zahlen.

Laut der Lobbyistengruppe Bitcoin Energy Council speist Mining sich bereits zu 58 aus erneuerbaren Energie. Eine Studie der Universität von New Mexico kommt hingegen nur auf einen Anteil von 39 Prozent. Das Problem an diesen Werten: Die empirische Faktenlage ist dünn. Wissenschaftler bedienen sich an Schätzwerten.

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