Marktupdate Bäumchen wechsle dich: DeFi schluckt Bitcoin (BTC)
Moritz Draht

von Moritz Draht

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Bitcoin-Münze vor einer Chart

Quelle: Shutterstock

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Die Adressen im Bitcoin-Netzwerk sinken, während die Bitcoin-Bestände in DeFi-Anwendungen steigen und die Difficulty einen neuen Spitzenwert aufstellt. Das Marktupdate.

Der Bitcoin-Kurs (BTC) leitet die neue Woche mit einem Kursrutsch unter die 11.000 US-Dollar-Marke ein. Mit einem Minus von 0,8 Prozent in den letzten 24 Stunden notiert die größte Kryptowährung zu Redaktionsschluss bei 10.895 US-Dollar.


Bitcoin-Kurs im Wochenchart

Bären und Bullen liefern sich nach wie vor einen zähen Schlagabtausch um die richtungsweisende Schlüsselmarke. Halt gibt die Unterstützung bei 10.750 US-Dollar. Verschenken Bullen diese Unterstützung, droht ein Absturz unter 10.500 US-Dollar. Sollte es hingegen einen klaren Ausbruch über den Widerstand bei 11.000 US-Dollar und des 61.8% – Fibonacci-Retracements bei 11.020 US-Dollar geben, ist der Weg über 11.000 US-Dollar frei.

Insgesamt zeichnet sich zu Beginn der neuen Handelswoche ein durchwachsenes Bild am Krypto-Markt. Die Altcoin-Rallye kommt ins Stocken, während sich Bitcoin mit einer Marktdominanz von 60 Prozent mit einem Plus von 2,5 Prozent im Wochenvergleich von seinen Artgenossen absetzt.

Quelle Coin360

Die Anlegerstimmung hat sich demnach im Vergleich zur Vorwoche etwas aufgehellt. Mit 48 Zählern schlägt der Fear and Greed Index zwar nach wie vor in der neutralen Zone aus, hat aber in einer Woche um neun Punkte zugelegt.

Latest Crypto Fear & Greed Index

Kleine Bitcoin-Adressen nehmen ab

Die Anzahl kleiner Adressen mit einem oder weniger Bitcoin hat ein 5-Monatstief erreicht. Knapp 810.000 Adressen zählen die Blockchain-Analysten von Glassnode derzeit im Netzwerk und damit über 10.000 weniger als noch vor einer Woche. Zuletzt lag die Anzahl der Adressen Ende April auf einem ähnlichen Niveau.

Der Abzug von Bitcoin aus dem Netzwerk könnte sich vor dem Hintergrund des andauernden DeFi-Aufschwungs erklären. Über Wrapped Bitcoin (WBTC) haben mittlerweile Bitcoin für 844 Millionen US-Dollar ihre Repräsentation auf der Ethereum Blockchain in tokenisierter Form gefunden. Wrapped Bitcoin ist ein ERC-20-Token, der 1:1 durch Bitcoin gedeckt ist.

Quelle Skew

Die zeitgleiche Abnahme kleiner Adressen und Anstieg tokenisierter Bitcoin im DeFi-Ökosystem deutet darauf hin, dass diese Anleger ihre BTC für DeFi-Anwendungen konvertieren.


Doch kein Grund, Alarm zu schlagen. Mit derzeit knapp 10 Milliarden US-Dollar an hinterlegten Krypto-Assets legt der DeFi-Sektor zwar immer noch eine steile Wachstumskurve hin. Der gesamte DeFi-Markt entspricht aber nur etwa einem Zwanzigstel der Kapitalisierung von Bitcoin. Von einem allgemeinem Trend lässt sich daher nicht sprechen. Es wäre auch nicht verwunderlich, wenn die Bitcoin wieder rückkonvertiert werden, sobald die ersten DeFi-Bläschen platzen.

Netzwerkschwierigkeit auf ATH

Die Mining Difficulty hat ein neues Allzeithoch erreicht. Der Wert zeugt von einer regen Mining-Aktivität und bedeutet im Umkehrschluss, dass das Netzwerk nie sicherer war als aktuell.

Quelle Glassnode

Aus der Grafik wird deutlich, dass das Halving im Mai dem Netzwerk nur kurzfristig geschadet hat. Kam es in direkter Folge noch zu einem Einbruch der Mining Difficulty, hat diese sich rasch korrigiert und stellt seit Juni konstant neue Allzeithochs auf.

Der vielbeschworene Miner-Exodus war somit ebenfalls nur von kurzer Dauer; das Schreckens-Szenario einer Todesspirale blieb aus. Durch die Halbierung der Block-Belohnung wurde vielfach befürchtet, dass das Mining schnell unrentabel würde. Die Produktionskosten blieben schließlich bei halber Ausbeute gleich. Infolge hätten sich große Mining-Pools vom Markt verabschiedet, die Hash Rate und mit ihr die Difficulty wären ins bodenlose gestürzt und somit schließlich der Bitcoin-Kurs.

Wie Glassnode-CEO Rafael Schultze-Kraft per Twitter mitteilt sei das genaue Gegenteil eingetroffen. Seit dem Halving hat die Difficulty um fast 20 Prozent zugelegt.

Dass die Mining-Aktivität auf einem konstant hohen Niveau bleibt und sowohl Hash Rate als auch Difficulty in immer neue Höhen aufsteigen, spricht für die Netzwerk-Gesundheit.


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