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Allianz testet Token-System für grenzüberschreitende Zahlungen

Der deutsche Versicherungsriese Allianz entwickelt Berichten zufolge ein Blockchain-Ökosystem. Kunden sollen demnach bald Versicherungsbeiträge auch via Token bezahlen können. Das System soll in erster Linie internationale Zahlungen erleichtern.

David Scheider
 |  Lesezeit: 2 Minuten
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Beitragsbild: Shutterstock

Der Blockchain-Hype ist zwar passé. Vorbei die Zeiten, in denen etwa Long Island Ice Tea allein mittels Umbenennung in Long Island Blockchain exorbitante Aktienkursgewinne einfahren konnte. Nichtsdestotrotz ist das Thema Enterprise Blockchain Solutions längst nicht vom Tisch.

Dies beweisen auch aktuelle Forschungsaktivitäten der deutschen Versicherungsgesellschaft Allianz. Denn wie das Wirtschaftsmagazin Forbes berichtet, arbeitet das Unternehmen an einem blockchaingestützten Token-Ökosystem, mit Hilfe dessen etwa Zahlungen über Ländergrenzen hinweg in Zukunft deutlich effizienter vonstatten gehen sollen. Gegenüber Forbes bestätigte die Pressestelle des Versicherers, dass sich die Plattform bereits ihrer Fertigstellung nähert.

Allianz erforscht die Blockchain-Technologie, um grenzüberschreitende Zahlungen für ihre Kunden zu erleichtern. Ein Projektteam befindet sich bereits in einem fortgeschrittenen Entwicklungsstadium für ein Token-basiertes elektronisches Zahlungssystem […].

Außer dem Umstand, dass es sich bei dem Projekt um ein Token-basiertes Zahlungssystem handeln soll, ist bislang wenig bekannt. Dem Forbes-Bericht zufolge könnte allerdings die Firma Adjoint damit betraut sein, die Blockchain-Infrastruktur für den weltgrößten Versicherungskonzern zu bauen. Danach dürften die Entwickler für das Vorhaben eine eigene Blockchain aufsetzen, anstatt eine der gängigen öffentlichen Blockchains wie etwa Hyperledger Fabric zu nutzen.

Nach Aussagen der Pressestelle befinde man sich derzeit kurz davor, in die Testphase überzugehen.

Die grundlegende Kerninfrastruktur wurde aufgebaut und getestet. Der nächste Schritt wird darin bestehen, Geldtransfers mit einem begrenzten Umfang und für einen kurzen Zeitraum zu testen. Wir wollen so prüfen, ob die Funktionsweise gewährleistet werden kann.

Nicht der erste Blockchain-Gehversuch der Allianz

In Sachen Blockchain-Adaption kann der Versicherer indes auf einen gewissen Erfahrungsschatz zurückgreifen. So berichteten wir bereits im Juli 2017 über die indische Allianz-Tochter Bajaj, die ebenfalls via Blockchain Abwicklungszeiten für Schadensansprüche deutlich reduzieren will.

Die Versicherungspolice „Travel Ezee“, ebenfalls ein Bajaj-Produkt, gibt Kunden überdies ein blockchaingestütztes System an die Hand. Mit dessen Hilfe können sie etwa Schadensansprüche, die bei Flugausfällen greifen, geltend machen.

Die gesamte Reiseversicherungspolice wird auf einem Smart Contract abgeschlossen. Im Falle einer Flugverspätung wird der Schadenprozess automatisch eingeleitet und erfüllt,

heißt es vonseiten der Allianz.

Einen eigenen Token ins Firmen-Ökosystem zu integrieren scheint unterdessen ein populärer Kniff zu werden. Neben J. P. Morgan hat vor allem Facebook mit Libra jüngst für Aufsehen gesorgt. Auch der Einzelhandelsgigant Walmart hat ein Patent für eine eigene „Konzernwährung“ eingereicht.

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