Ein ehemaliger Bankmanager in Hongkong muss für vier Jahre ins Gefängnis, nachdem er gefälschte Kreditbriefe im Wert von mehr als 1,6 Milliarden US-Dollar bestätigt und dafür Krypto-Bestechungsgelder angenommen hatte. Lam Chun-yin, früher Kundenbetreuer bei China Construction Bank (Asia), bekannte sich vor dem Bezirksgericht schuldig.
Für die falschen Bestätigungen erhielt der 32-Jährige mehr als 470.000 US-Dollar in Tether. Das Geld war Teil eines größeren Betrugssystems rund um gefälschte Finanzdokumente, bei dem Lam als angeblicher Ansprechpartner der Bank auftrat, obwohl er dafür weder zuständig noch autorisiert war.
Krypto-Bestechung endet mit Haft
Ausgangspunkt des Falls war die Plattform Vesttoo, über die versicherungsbezogene Investments abgewickelt wurden. Dafür mussten Investoren Standby-Kreditbriefe als Sicherheit hinterlegen. Ein beteiligtes Syndikat brachte Lam dazu, sich als zuständiger Bankkontakt auszugeben und gefälschte Dokumente als echt zu bestätigen.
Im Gegenzug erhielt er die oben genannten 470.000 US-Dollar in USDT. Nach Angaben des Gerichts bestätigte er mehrere gefälschte Kreditbriefe sowie zwei gefälschte Verpfändungsschreiben, die zusammen auf mehr als 1,6 Milliarden US-Dollar lauteten. Aufgedeckt wurde der Fall durch eine interne Untersuchung der Bank, die feststellte, dass die Dokumente niemals ausgestellt worden waren.
Richter Ernest Lin Kam-hung stufte den Fall als besonders schwer ein und betonte, dass auch Ersttäter bei solchen Delikten mit abschreckenden Strafen rechnen müssten. Lam wurde zusätzlich dazu verpflichtet, rund 3,7 Millionen Hongkong-Dollar (470.000 US-Dollar) an die Bank zurückzuzahlen.
Hongkongs Antikorruptionsbehörde ICAC warnt zudem davor, dass kriminelle Netzwerke Kryptowährungen verstärkt nutzen, um Bestechungszahlungen zu verschleiern. Gegen weitere Beteiligte in dem Fall wurden bereits Haftbefehle erwirkt.


