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Digitale Zentralbankwährungen 114 Staaten arbeiten an CBDC-Projekten

Die Zahl der Länder, die digitale Zentralbankwährungen entwickeln, steigt rapide. Inzwischen bereitet sich die halbe Welt auf die CBDC-Einführung vor.

Daniel Hoppmann
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Beitragsbild: Shutterstock

| Seit Dezember 2022 arbeiten alle G7-Staaten an CBDCs

Die weltweite CBDC-Entwicklung hat während der Corona-Pandemie deutlich an Fahrt aufgenommen. Laut eines aktuellen Berichts des US-Thinktanks “Atlantic Council” beschäftigen sich derzeit 114 Länder mit dem digitalen Zentralbankgeld – ein Anstieg von 280 Prozent im Vergleich zum Mai 2020. Damals setzten sich “lediglich” 30 Staaten mit dem Thema CBDC auseinanderzusetzen.

Mittlerweile stecken 46 Prozent der Länder mindestens in einer Test- oder Entwicklungsphase, hält der Bericht fest. Lediglich in Ecuador und dem Senegal seien die Projekte einer eigenen digitalen Zentralbankwährung wieder ad acta gelegt worden. Allgemein gilt die Volksrepublik China als Pionier in der CBDC-Entwicklung. Peking testet den digitalen Renminbi (e-RMB) derzeit an knapp 260 Millionen Menschen. Darüber hinaus sind CBDCs in elf Ländern bereits im Einsatz – vornehmlich auf karibischen Staaten wie den Bahamas und Jamaika.

Und auch in Nigeria. Die größte Volkswirtschaft Afrikas führte den e-Naira bereits im Oktober 2021 ein – mit bescheidener Nachfrage. Nur 0,5 Prozent sollen die digitale Währung bisher genutzt haben. Die Zentralbank reagierte und schränkt zum 9. Januar Bargeldabhebungen an Automaten ein.

“G7 in Entwicklungsphase”

Und auch die sieben wirtschaftlich stärksten Industrienationen schrauben an dem “Geld der Zukunft”. Die Federal Reserve startete im November vergangenen Jahres ein Experiment im Großhandel. Die Europäische Union beauftragte unter anderem Amazon mit der Entwicklung eines Prototyps für einen digitalen Euro. Darüber hinaus habe nahezu jedes G20-Land “deutliche Fortschritte” in den letzten sechs Monaten erzielt, heißt es in dem Bericht des Atlantic Council.

CBDC: Chance oder Geißel?

Die Vorteile von digitalen Zentralbankwährungen liegen auf der Hand. Sie können grenzüberschreitende Zahlungen vereinfachen und allgemein die Inklusion von Bürgern aus Regionen mit schwacher Finanzinfrastruktur vorantreiben. Dennoch sieht der Atlantic Council verschiedene Herausforderungen, die mit einem breiten Ausrollen von digitalen Zentralbankwährungen einhergehen.

Zum einen bestehe die Gefahr von Cyber-Attacken auf das Geldsystem. Zum anderen könnte eine hohe Verbrauchernachfrage einen Ansturm auf Banken auslösen, was deren Kreditvergabe beeinträchtigen und einen Schock für Zinssätze bedeuten würde.

Des Weiteren sehen die Experten des US-Thinktanks mit dem Aufkommen verschiedener CBDCs auch Auswirkungen auf das geopolitische Machtgefälle insgesamt. So könnten Sanktion einfacher umgangen werden – Beispiel: Russland. Die Föderation arbeitet seit Kriegsbeginn mit Hochdruck an der Einführung eines digitalen Rubels. 2024 soll es so weit sein.

Und zuletzt ist auch das Thema Privatsphäre untrennbar mit CBDCs verbunden. Befürworter halten dagegen, man könne die digitalen Zentralbankwährungen und Privatsphäre in Einklang bringen. Eine praxistaugliche Lösung ist bis jetzt jedoch noch nicht gefunden. Bei aller Innovation bleibt ein fader Beigeschmack.

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