Nestlé zieht nüchternes Zwischenfazit: Blockchain-Fortschritt strauchelt

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Nestlé zieht nüchternes Zwischenfazit: Blockchain-Fortschritt strauchelt

Gegenüber seinen derzeit laufenden Blockchain-Projekten zieht Nestlé ein bisweilen nüchternes Zwischenfazit. Derzeit befänden sich zwar einschlägige Pilotinitiativen in der Umsetzung. Der wegweisende technologische Umbau des weltgrößten Lebensmittelkonzern sei jedoch eher eine langfristige Angelegenheit. Abwenden wolle man sich von den neuen Technologien indes nicht.

Wie die Weltmarktführer nahezu sämtlicher Wirtschaftsbranchen will auch der Lebensmittelriese Nestlé sein Geschäft mithilfe digitaler Strategien in eine möglichst lukrative Zukunft führen. Dass der Digitalisierung dabei jedoch immer wieder Fallstricke und Hürden im Weg stehen, mussten die Schweizer in der Vergangenheit vor allem bei ihren Vorstößen im Blockchain-Bereich erkennen, bekundet das Unternehmen nun.

Im Interview mit der News-Plattform Techwire Asia gibt sich Nestlés Abteilungsleiter für digitale Technologie Armin Nehzat an diesem Donnerstag, dem 5. September, ernüchtert. Besonders mit Blick auf die Lieferketten-Initiative Chain of Origin sitze man derzeit nicht so fest im Sattel, wie man es gern hätte. Der große technologische Umbau des Konzerns sei bisweilen ausgeblieben.

Nestlé will Nachhaltigkeit seiner Produkte garantieren

Für das Projekt, das es wie zahlreiche ähnliche Vorstöße Kunden ermöglichen soll, Produkte entlang ihrer Lieferkette zurückzuverfolgen, hatte der Konzern zunächst ein Proof of Concept entwickelt. In einem zweiten Schritt sollen Projektteams derzeit Anwendungspotentiale in den einzelnen Unternehmensbereichen ausloten. Dabei hätte sich die Blockchain-Initiative bisweilen als schwerfälliger erwiesen als erwartet, so Nehzat.

[Das Projekt] prüft, wie schnell wir uns als Gesamtorganisation bewegen können und überdenkt unser Geschäftsmodell von Grund auf […]. Indem wir diesen Wandel zunächst im Kleinen mit einer [einzelnen] neuen Marke einleiten, prüfen wir, inwiefern sich Vorteile auf unser gesamtes Produktangebot ausweiten lassen. Ich denke, das ist eher eine lange Reise als eine kurzfristige Wette,

zieht er mit Blick auf das Chain-of-Origin-Projekt ein bisweilen nüchternes Zwischenfazit. Im Zuge der Initiative will der Konzern gegenüber seinen Kunden derzeit die Nachhaltigkeit der Liefer- und Produktionskette neuseeländischer Milch gewährleisten. Für das weitere Jahr ist zudem eine ähnliche Marketing-Aktion mit Blick auf die umstrittene Palmölproduktion in Südamerika geplant. Hier hagelt es von Verbraucherseite immer wieder heftige Kritik, da für die Plantagen oftmals Regenwald weichen muss.


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In den Wind schießen will der Konzern sein Blockchain-Engagement trotz der Anlaufschwierigkeiten nicht. So gibt sich Technologiechef Nehzat sicher, man wolle auch weiterhin dafür sorgen, dass der Begriff Blockchain mehr als ein umhergeworfenes Buzzword sei. Dabei müssten Unternehmen zwar stets den tatsächlichen Mehrwert technologischer Innovationen prüfen. Für Nestlé hingegen stünden die Vorzüge der Technologie bereits fest:

Wir glauben, dass die Blockchain-Technologie Unternehmen wie Nestlé die Möglichkeit bietet, Lieferketten transparent zu machen. Der ultimative Mehrwert jedoch liegt in der Frischegarantie für die Verbraucher.

In digitaler Offensive: Schweizer setzen auf Big Data

Neben Chain of Origin will der Konzern laut dem Bericht in Zukunft auch bei anderen Projekten auf Distributed-Ledger-Technologien setzen. Genaue Pläne ließ der Technologiechef gegenüber Techwire Asia zwar offen. Im Zentrum der digitalen Offensive sollen jedoch die Wünsche der Kunden stehen.

Dass die Schweizer hierbei neben den Statistiken verschiedener regionaler Vorlieben und Verkaufszahlen immer entschiedener auch auf personenbezogene Daten setzen, ist jedoch nicht unumstritten.

Im vergangenen Jahr etwa hatte der Lebensmittelriese mit einem Pilotprojekt in Japan für Aufsehen gesorgt. In diesem Zuge hatte der Konzern das Erbgut seiner Kunden analysieren wollen. Ziel der Initiative sollte es sein, den Menschen möglichst bedarfsgerechte gesunde Nahrungsmittel abzustimmen. Gleichzeitig beklagen Kritiker wie die Verbraucherschützer von Foodwatch immer wieder den hohen Zuckergehalt in Nestlé-Produkten.

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