Nach SegWit2x-Absage: Wie reagiert der Krypto-Markt?

Sven Wagenknecht

von Sven Wagenknecht

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Sven Wagenknecht

Sven Wagenknecht ist Chefredakteur von BTC-ECHO. An der Blockchain-Technologie faszinieren ihn vor allem die langfristigen Implikationen auf Politik, Gesellschaft und Wirtschaft.

Quelle: Victory via Shutterstock

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Wie wir gestern schon berichtet hatten, wurde dem im Mitte November bevorstehenden Hard Fork SegWit2x eine Absage erteilt. In einer Mail gab Mike Belshe von BitGo bekannt, dass er sich sowie andere große Befürworter von SegWit2x vorerst distanzieren wird. Eine Nachricht, die, wie es scheint, praktisch nur Gewinner hervorbringt.

Das Unbehagen gegenüber der SegWit2x-Skalierung wuchs in den letzten Wochen immer weiter an, die Stimmen der Kritiker wurden immer lauter. Entsprechend wurde jetzt die Notbremse gezogen, da ein Scheitern von SegWit2x immer wahrscheinlicher geworden ist.


Mit der SegWit2x-Absage ist auch viel Unsicherheit aus dem Markt verschwunden – zur Freude vieler Anleger und SegWit2x-Gegner. Das Bitcoin-Ökosystem ist somit um einen Belastungsfaktor ärmer geworden und kann sich nun stärker durch eine erhöhte Planungssicherheit auf sich selbst und seine Mainstream-Adaption konzentrieren.

Besonders aber können die Altcoins von der SegWit2x-Absage profitieren. Diese hatten in letzter Zeit gegenüber dem Bitcoin an Boden verloren, da viele Spekulanten ihr Kapital aus diesen abgezogen und in Bitcoin gesteckt hatten. Hintergrund dieser Kapitalbewegung gen Bitcoin war die Hoffnung, dass durch den Hard Fork “Free Money” auf den Bitcoin-Wallet-Account, in Form einer neu entstandenen Kryptowährung, gebucht werde. Da es dieses “Free Money” nun nicht mehr geben wird, hat Bitcoin seinen Reiz zur kurzfristigen Spekulation eingebüßt.

Es wäre jetzt allerdings falsch, diese “Einbuße” als etwas Negatives zu sehen und natürlich eignet sich Bitcoin auch weiterhin für spekulative Trading-Manöver – nur eben ohne die Hoffnung auf eine Gutschrift eines Bitcoin-Abkömmlings. Viel mehr profitiert der Bitcoin mittel- bis langfristig von der SegWit2x-Absage. Schließlich hat er beweisen können, dass eine Abspaltung von “seiner Chain” keine große Erfolgsaussichten besitzt.

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In Analogie zur Politik könnte man sagen, dass das Misstrauensvotum (geplante Hard Fork) gegenüber Bitcoin gescheitert ist. Die Herausforderer (SegWit2x) konnten nicht genug Stimmen hinter sich versammeln, um Bitcoin als tonangebende Kryptowährung abzusetzen. Durch dieses Scheitern wurde die Position von Bitcoin weiter gestärkt und bestätigt. Des Weiteren wohnt in der gegenwärtigen Absage eine starke Signalwirkung inne, die zukünftige Hard Forks aufgrund der Angst eines Scheiterns unwahrscheinlicher werden lässt.

Zwar ist die Bitcoin-Dominanz von über 62 % von Anfang der Woche auf nun 59 % gesunken. Insgesamt ist dies aus den oben genannten Gründen aber nicht weiter besorgniserregend, zumal eine Stärkung der Altcoins als durchaus positiv für das Krypto-Ökosystem gesehen werden kann. Der Krypto-Markt reagiert jedenfalls mit einem neuen Allzeithoch bei über 208 Milliarden US-Dollar. Bitcoin selbst musste etwas federn: von 129 Milliarden US-Dollar (Stand gestern vor der Bekanntgabe) auf nun 123 Milliarden US-Dollar (Stand 9.11, 9 Uhr MEZ). Die Konsolidierung war nach der atemberaubenden Rally der letzten Tage aber auch mehr als nötig. Es ist gut, dass das spekulative Momentum durch SegWit2x abgebaut werden konnte, um Bitcoin eine Verschnaufpause für den nächsten Anstieg zu bieten.

Wenn du beobachten möchtest, wie sich der Bitcoin-Kurs in den nächsten Stunden weiter entwickelt wird, dann verliere unsere Bitcoin-Kursseite nicht aus den Augen.

BTC-ECHO


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