Nach „Bug“: Kanadische Bitcoin-Börse verliert alle BTC

Nach „Bug“: Kanadische Bitcoin-Börse verliert alle BTC

Schlechte Nachrichten für Bitcoin-Hodler bei MapleChange: Die kleine kanadische Krypto-Börse hat nach eigenen Angaben alle Einlagen ihrer Kunden verloren. Aufgrund eines „Bugs“ soll es Unbekannten gelungen sein, MapleChange um Funds im Wert von umgerechnet sechs Millionen US-Dollar zu erleichtern. 913 BTC gelten als unwiederbringlich verloren.

Und wieder fiel eine Krypto-Börse einem Hacker-Angriff zum Opfer. Mit der kanadischen Bitcoin-Börse MapleChange hat es dabei einen der kleineren Vertreter der zentralisierten Bitcoin-Handelsplätze getroffen. Der vermeintliche Hack ereignete sich am 28. Oktober, einen Tag nachdem MapleChange Wartungsarbeiten an ihrem Server abgeschlossen hatte. So twitterte die Börse am 27. Oktober noch:

„Unsere Wartungsarbeiten sind offiziell beendet und wir haben das Upgrade unseres Servers abgeschlossen! Die Version 2.0.0 ist nun online und für jedermann verfügbar. Genießt unseren neuen, eleganten Look, bleibt auf zukünftige Updates vorbereitet, denn wir sind noch nicht fertig! Checkt Discord/Telegram, um eine ausführliche Liste der Updates zu erhalten.“

Dass die Börse in der Tat „noch nicht fertig“ mit ihren Updates war, wurde den Hodlern bereits am folgenden Tag schmerzlich vor Augen geführt.

„Aufgrund eines Bugs haben es einige Leute geschafft, alle Gelder von unserer Börse abzuheben. Wir sind dabei, eine gründliche Untersuchung durchzuführen. Es tut uns sehr leid, dass es so enden muss. Bis die Untersuchung abgeschlossen ist, können wir nichts zurückerstatten.“

Anders gesagt:

Kopfloses Krisenmanagement

Oder etwa nicht? Das Krisenmanagement der Bitcoin-Börse erwies sich bislang zumindest als inkonsequent. So legte MapleChange nicht nur den Börsenbetrieb still, sondern zwischenzeitlich auch alle Social-Media-Kanäle.

„Weil wir keine Mittel haben für Rückererstattungen, müssen wir die Börse leider schließen. Das schließt alle Social-Media-Kanäle ein.“

Exit-Scam im Gange?

Kaum verwunderlich, dass indes die Rede von einem Exit-Scam der Börsenbetreiber die Runde machte – obwohl sich MapleChange mittlerweile wieder zurückgemeldet hat. Nun ist die Rede von einer teilweisen Rückerstattung für bestimmte Funds:

„Wir sind nicht verschwunden, Leute, sondern haben nur unsere Accounts temporär deaktiviert, bis wir eine durchdachte Lösung haben. Wir können nicht jedem alle Einlagen zurückerstatten, aber wir werden unsere restlichen Wallets öffnen, sodass Leute (hoffentlich) ihre Funds abheben können.“

Keine Chance auf Erstattung von Bitcoin und Litecoin

MapleChange hat einen Discord-Kanal eingerichtet, in dem Betroffene der Börse Auskunft über die Höhe ihrer Verluste geben können. Oder könnten, denn die Einladung der Börse ist noch keine zehn Stunden alt und bereits abgelaufen.

Hodler von Bitcoin und Litecoin gucken in die Röhre – für diese beiden Kryptowährungen schließt MapleChange jede Rückerstattung aus:

„Wir können leider keine BTC- oder LTC-Einlagen zurückzahlen. Wir geben unser Bestes, um alles andere zurückzuerstatten.“

Mittlerweile wurden lediglich Hodler der marginalen Kryptowährungen CCX und LMO entschädigt – das Gros der übrigen Funds ist offenbar verloren. Auch wenn der Verdacht eines Exit-Scams von MapleChange naheliegt – der Verlust der Funds könnte auch auf schiere Inkompetenz der Börsenbetreiber zurückgehen. Freilich ein schwacher Trost für die Betroffenen Bitcoin- und Litecoin-Hodler – und ein starkes Argument für dezentralisierte Krypto-Börsen.

BTC-ECHO

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