Nach 30-Millionen-US-Dollar-Scam: Polizeieinsatz in Pekinger Tron-Büro

David Scheider

von David Scheider

Am · Lesezeit: 3 Minuten

David Scheider

Kryptowährungen sind Davids Leidenschaft. Deshalb studiert er jetzt Digital Currency an der Universität Nicosia – und schreibt nebenher für BTC-ECHO. Von Bitcoin hält David einiges, vom allgemeine Hype um die Blockchain-Technologie eher weniger.

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Quelle: Shutterstock

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Offenbar geprellte Anleger haben sich am gestrigen Montag, dem 8. Juli, Zutritt zu einem Forschungszentrum von Tron verschafft. Das Unternehmen beteuert, dass die Investoren einem Betrugsschema zum Opfer gefallen sind, dass unter Trons Markennamen in China agiert hatte. Gerüchte, nach denen chinesische Polizisten die Büroräume des Krypto-Start-ups durchsucht hatten, bestätigten sich indes nicht.

Krypto-Investoren müssen sich nach wie vor gegen Betrugsschemata wappnen. Wer bereits etwas länger dabei ist, mag sich (vielleicht eher ungern) an 2017 zurückerinnern. Seinerzeit sorgte allen voran der ICO-Hype für ein wahres Feuerwerk an betrügerischen Projekten: Wie Studien bewiesen haben waren über 80 Prozent der ICOs Scam.

Auch der neue Bullenzyklus dürfte für ein Wiederaufkommen von Betrugsversuchen im Krypto-Space sorgen; erste Anzeichen gibt es bereits. So kursierten am gestrigen Montag, dem 8. Juli, Amateuraufnahmen auf Twitter, die wütende Personen im Raybo Research and Development Center in Peking zeigen. Bei dem Zentrum handelt es sich um eine Forschungsreinrichtung, die im Namen von Tron arbeitet.

Wie nun bekannt wurde, handelte es sich bei dem Mob um wütende Anleger, die ein Krypto-Betrugsschema namens Wave Field Super Community geprellt hatte. Das pikante: In China ist Tron unter dem Namen Wave Field bekannt. Wie das Start-up allerdings in einer Pressemitteilung betont, hat Tron mit besagter Wave Field Super Community nichts zu tun – einzig der Name weise eine unerfreuliche Ähnlichkeit auf.

Tron-Imitator prellt Anleger um 30 Millionen US-Dollar


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Tatsächlich hat Tron nach Inhalt der Pressemitteilung bereits seit geraumer Zeit Kenntnis von dem Betrugsschema und sogar schon Schritte gegen den Nachahmer eingeleitet:

Nachdem [wir] von Wave Field Super Community gehört hatten, haben Offizielle von Raybo […] versucht das Unternehmen zu einer Unterlassung seiner Praxis zu bewegen.

Kurz nach Bekanntwerden der Videoaufnahmen kursierten zunächst Gerüchte, dass es sich bei dem Polizeieinsatz um Durchsuchungen der Tron-Büroräume gehandelt hätte. Dies dementierte Tron-CEO Justin Sun jedoch bereits am Abend des 8. Juli.

@Tronfoundation und @BitTorrent ist in Ordnung. Alles ist in Ordnung. Wir bereiten uns auf den heutigen Start von #BitTorrentSpeed vor. Hör auf, Fake News zu verbreiten.

Der Wave Field Super Community Scam ist indes kein Leichtgewicht im Boxring der Betrugsversuche. Zwar sind die Hintergründe nach wie vor unklar. Medien wie Yahoo Finance berichten allerdings von einem Gesamtschaden von bis zu 30 Millionen US-Dollar, der geprellten Anlegern entstanden sein soll. Auch ein Suizid soll Folge der Machenschaften von Wave Field Super Community sein.

Unterdessen werfen Anleger Justin Sun und Tron vor, im Vorfeld nicht klar genug kommuniziert zu haben, dass Wave Field Super Community kein Teil des Tron-Konglomerats ist.

Dies wiederum dementiert das Unternehmen in der Pressemitteilung:

In Bezug auf Berichte über die Untätigkeit von TRON, insbesondere in Bezug auf den Betrug der Wave Field Super Community, im Januar, nachdem sie von der Wave Field Super Community erfahren hatte und dass sie Investoren im Namen von TRON angeworben hatte, warnte TRON die Investoren in ihrer WeChat-Messaging-Gruppe und den offiziellen Kanälen von Wei Bo vor potenziell betrügerischen Programmen. Das Unternehmen veröffentlicht ähnliche Warnungen in seiner englischsprachigen Version.

Großen Schaden scheint Tron an dem Imageverlust allerdings nicht genommen zu haben. TRX verlor auf sieben Tage gerechnet zwar knapp drei Prozent an Wert. Im Wochenchart steht die Top-11-Kryptowährung indes mit einem Plus von 4,3 Prozent nach wie vor gut da.


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