Monero Hard Fork: Boron Butterfly fliegt ASICs davon

Alex Roos

von Alex Roos

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Alex Roos

Alex Roos absolvierte einen B.Sc. in "Management, Philosophy & Economics" an der Frankfurt School of Finance & Management und schrieb seine Bachelorarbeit über die "Anwendungsfelder und Adaption der Blockchain Technologie". Ihn begeistern vor allem "pure" Kryptowährungen wie Bitcoin und Monero.

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Zweimal im Jahr führt das Monero-Projekt ein Software Update durch. So fand am 9. März 2019 die erste Hard Fork für dieses Jahr statt. Mit Boron Butterfly kommen vor allem Sicherheits-Updates ins Protokoll.

Folgt man der fungiblen Kryptowährung schon länger, sind Netzwerk-Updates in Form von Hard Forks bereits Routine. 2018 fokussierte man sich vor allem auf die Funktionalität mit der Integration von Multi-Sig-Wallets und eine Verringerung der Transaktionsgröße. Am 9. März stand vor allem die Sicherheit der Nutzer und des Ökosystems im Mittelpunkt.

Hier sind die neuen Features der Hard Fork, Boron Butterfly, Version 0.14.

ASIC-Resistenz wahren

Bereits Anfang 2018 kamen Gerüchte über Monero ASICs auf. Nach dem CryptoNote White Paper sollte eine Kryptowährung allerdings ASIC-resistent sein und so entschloss sich die Community, die ASICs abzuschütteln. Tatsächlich war das Vorgehen erfolgreich. Doch nun, kaum ein Jahr später, schien es erneut ASICs für Monero zu geben. Denn die Hash Rate hatte sich über die letzten Monate verdoppelt.


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Eine Änderung von Boron Butterfly ist deshalb die Änderung des Proof-of-Work-Algorithmus zu CryptoNight-R. Infolgedessen wurden alle möglicherweise existenten ASICs nutzlos.

Tatsächlich fiel die Hash Rate des Monero-Netzwerks nach der Hard Fork am 9. März wieder rasant. Genauer gesprochen um gut 80 Prozent. Zeit des Schreibens stabilisiert sich die Netzwerk-Hash-Rate bei ungefähr 300 MH/s. Durch den eklatanten Abfall der verzögerte sich der erste Block der Hard Fork um gut zwei Stunden. Eine untypisch lange Zeit für Monero, bei einer normalen Blockzeit von zwei Minuten. Doch der Sturz lässt erneut Grund zur Vermutung, dass es versteckte ASICs auf der Monero-Blockchain gab.

In der Community entsteht nun wieder die Debatte über den langfristigen Plan: Möchte man ASICs weiterhin abschütteln oder sich zukünftig freundlich gegenüber spezialisierter Mining Hardware positionieren.

Den Big Bang vermeiden

Das andere Sicherheitsrisiko für das Netzwerk, das Boron Butterfly eliminiert, ist die sogenannte Big-Bang-Attacke. Über diesen Angriffsvektor könnte ein Angreifer die dynamische Blockgröße ausnutzen, um die Monero Blockchain in ihrer Größe explodieren zu lassen. Durch eine Veränderung des Algorithmus für die dynamische Blockgröße geht man der Gefahr vorerst aus dem Weg.

Payment IDs und sonstige Änderungen

Darüber hinaus bringt Version 0.14 einige Neuerungen für Benutzer. Neben einer kleinen Optimierung an der Größe der Ring Confidential Transactions (kurz: RingCT), ändern sich vor allem die Payment IDs.

Payment IDs helfen aktuell beispielsweise Händlern, Zahlungen für bestimmte Warenkörbe zu identifizieren. Doch seit der Einführung von Sub-Adressen enthält das Monero-Protokoll eine elegantere Lösung für dieses Problem. So sind die Payment IDs mittlerweile ein Relikt aus einer älteren Zeit, das nicht mehr essentiell für den Anwendungsfall ist. Das Ziel des Monero-Projekts ist es daher, die Payment IDs bis Ende 2019 völlig zu eliminieren.

Als Zwischenschritt führt Boron Butterfly allerdings Payment IDs für alle Transaktionen ein. Auf diese Weise steigt die Homogenität der Transaktionen. Denn da Payment IDs bisher optional waren, standen Transaktionen mit ID heraus.

Eine vollständige Liste der Änderungen durch Boron Butterfly findet sich auf GitHub.

Vorsicht mit dem Ledger

Einen unangenehmen Nebeneffekt hatte die erneuerte Version der Monero Wallet 0.14.0.0 jedoch schon. Wer ein Ledger Produkt mit Version 1.1.3 zum Verwalten seiner Kryptowährungen nutzt, sollte Monero vorerst nicht anfassen.

Beim Verwenden des Ledgers (1.1.3) mit dem neuen Monero Client kommt es zu einem Bug mit dem Change (also Wechselgeld). So hat ein Ledger-Entwickler bereits über 1.600 XMR verloren. Scheinbar wird das Restgeld eines Outputs nicht korrekt an den Sender zurückgeschickt.

Allerdings hat Ledger mittlerweile das Update 1.2.2. für die Monero Ledger App veröffentlicht. Damit ist der Fehler mit dem Wechselgeld behoben.

Monero Wallets updaten

Um nun für die Hard Fork bereit zu sein und weiterhin bei Monero zu partizipieren, muss die Software aktiv aktualisiert werden. Die oberste Regel, bevor man dies tut, ist stets, die Seed Phrase notiert zu haben. So lässt sich die Wallet immer wiederherstellen.

Seit Blockhöhe 1.788.000 befindet sich das Monero-Netzwerk auf einer neuen Version. Beobachten ließ sich das in einem herkömmlichen Blockexplorer. Ab dieser Blockhöhe müssen alle Nutzer die Version 0.14.x.x benutzen, sonst bleiben sie auf dem alten Netzwerk zurück. Die offiziellen Downloads sind auf der Monero Website verfügbar. Einen ausführlichen Guide zum Updaten der Wallet findet sich auf Reddit. Nutzer einer Mobile Wallet wie Monerujo, MyMonero oder Cake Wallet erhalten die Updates direkt aus dem jeweiligen App Store.

Vor dem Tätigen einer Transaktion muss man die Wallet also auf den neusten Stand bringen. Sonst kommen die XMR nicht an ihrem Ziel an.

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann eine Testtransaktion auf dem neuen Netzwerk senden und überprüfen, ob diese an ihr Ziel gelangt.


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