Craig Wright Mining-Methusalem unterschreibt Nachricht mit „Faketoshis“ Private Keys

Christopher Klee

von Christopher Klee

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Christopher Klee

Christopher Klee hat Literatur- und Medienwissenschaften sowie Informatik an der Universität Konstanz studiert. Seit 2017 beschäftigt sich Christopher mit den technischen und politischen Auswirkungen der Krypto-Ökonomie.

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Not your Keys, not Your Coins – das Mantra eines jeden Hodlers, der etwas auf sich hält. Was normalerweise gebetsmühlenartig im Zusammenhang mit verheerenden Bitcoin-Börsen-Hacks gepredigt wird, bekommt der selbsternannte Bitcoin-Erfinder Craig Wright nun von einem Miner der ersten Stunde unter die Nase gehalten.

Craig Wright ist derzeit damit beschäftigt, seine Identität als Bitcoin-Begründer Satoshi Nakamoto vor einem Gericht in Florida zu beweisen. Zuletzt reichte Wright ein weiteres Mal ein Beweismittel ein, das die „letzten“ Zweifel an seiner Satoshihaftigkeit ausräumen sollte: Vier Listen mit Bitcoin Blöcken und Transaction IDs sollen beweisen, dass Craig Wright der Eigentümer von insgesamt über einer Million Bitcoin ist, die in dem ominösen „Tulip Trust“ lagern sollen.

Die BTC sollen aus der Frühzeit von Bitcoin stammen; Wright soll sie mit David Kleiman, einem verstorbenen Informatiker und potenziellen Satoshi-Kandidaten, „geschürft“ haben. Dessen Bruder und Nachlassverwalter, Ira Kleiman, hätte gerne die Hälfte des multimilliardenschweren Bitcoin-Schatzes. Craig Wright beansprucht indes den Löwenanteil des Tulip Trust für sich und gesteht Kleiman nur einen kleinen Anteil zu. Wright hatte den CTO seiner Firma nChain, Steve Shadders, damit beauftragt, eine Liste zu erstellen.

Miner und Antonopoulos säen Zweifel an Craig Wright

Shadders lieferte rund 28.000 Adressen von Blöcken, die Wright und Kleiman in der Anfangszeit von Bitcoin gemint haben sollen. 16.430 Einträge sollen auf Wright zurückgehen, 6.416 Einträge entfallen auf David Kleiman – sagt die Verteidigung.

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Die Klägerseite beauftragte den bekannten Bitcoin-Evangelisten Andreas Antonopoulos damit, die Listen zu analysieren. Am 21. Mai wurde Antonopoulos’ Gutachten veröffentlicht. Der Experte hat dabei festgestellt, dass die Liste von Shadders nicht nur mehrere Tausend Adressen erhält, die nicht den Kriterien der Liste entsprechen (etwa, das die BTC-Einheiten in einem Block noch nicht bewegt wurden); Antonopulos hat ferner festgestellt, dass die Liste keine vollständige Aufzählung aller Adressen sein kann, die mit Satoshi Nakamoto in Verbindung stehen. Er beruft sich dabei auf einige wenige bekannte Transaktionen, die mit Sicherheit auf das Konto/Wallet des Bitcoin-Begründers gingen.

Darüber hinaus ist keine der Listen eine vollständige Liste aller Bitcoins , die von Satoshi gemint wurden, da sie keine Bitcoin enthalten, von denen sicher bekannt ist, dass sie von Satoshi gemint wurden. Schließlich wurde Bitcoin aus Blöcken, die [in diesen] Listen enthalten sind, zu verschiedenen Zeiten im Anschluss an ihre Mining-Aktivitäten und zuletzt am 2. September 2019 ausgegeben.

Nicht nur für unvollständig, sondern für schlichtweg falsch hält die Liste dagegen ein Bitcoin Miner, der am 25. Mai folgende Nachricht absetzte:

Craig Steven Wright ist ein Lügner und Betrüger. Er hat nicht die Schlüssel, um diese Nachricht zu unterschreiben. Das Lightning Network ist eine bedeutende Errungenschaft. Wir müssen jedoch weiter daran arbeiten, die Kapazität der On-Chain zu verbessern. Leider besteht die Lösung nicht darin, nur eine Konstante im Code zu ändern oder mächtigen Teilnehmern zu erlauben, andere zu verdrängen. Wir alle sind Satoshi.

Mit der Nachricht lieferte der anonyme Post eine Liste mit insgesamt 145 Adressen, die sich allesamt auch in der Liste von Craig Wright finden. Allerdings scheint der Post-Ersteller und nicht Wright im Besitz der zugehörigen Private Keys zu sein.

Der Prozess gegen Wright wird am 6. Juli offiziell beginnen.

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