Hack, Millionenverluste: Bitcoin-Börsen DragonEx und CoinBene wurden gehackt

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Millionenverluste: Bitcoin-Börsen DragonEx und CoinBene wurden gehackt

Die beiden Krypto-Handelsplattformen DragonEx und CoinBene sind offenbar Hacker-Angriffen zum Opfer gefallen. Die in Singapur ansässige Börse DragonEx beziffert die Verluste auf mindestens eine Million US-Dollar, bei CoinBene sollen ersten Schätzungen zufolge sogar Vermögenswerte über 100 Millionen US-Dollar betroffen sein. Allerdings bestreitet die Börse den Hack. Was ist wirklich passiert?

Zunächst zur Situation bei DragonEx. Das Unternehmen gab am 25. März auf dem offiziellen Telegram-Channel bekannt, dass die Börse am Tag zuvor Ziel eines Hacker-Angriffs war. Dabei wurden sowohl Krypto-Assets der Benutzer als auch Assets der Plattform gestohlen und auf andere Börsen transferiert.

DragonEx: Bitcoin-Börse gehackt – 1 Million US-Dollar gestohlen

DragonEx zufolge habe man einen Teil der gestohlenen Vermögenswerte wieder zurückgeholt. Darüber hinaus werde man alles versuchen, um den Rest des entwendeten Geldes wiederzubekommen. Dazu habe man bereits die Justizbehörden von Singapur, Estland, Thailand, Hongkong und anderen Ländern über den Vorfall informiert. DragonEx übernehme die volle Verantwortung für den Hack und werde die Nutzer entschädigen – fürs Erste bleibe die Plattform aber geschlossen.

DragonEx will eine genaue Auflistung der gestohlenen Währungen erst noch nachreichen. Joanne Long, Chief Information Officer des Unternehmens, gab aber schon bekannt, an welche Adressen die Assets übertragen wurden. Schätzungen von ZDNet zufolge befindet sich auf diesen Accounts mindestens eine Million US-Dollar in verschiedenen Kryptowährungen – der oder die Hacker sollen aber noch weitaus mehr gestohlen haben.

CoinBene: Hack unter Vorbehalt

Etwas komplizierter ist die Situation bei der Handelsplattform CoinBene. Erste Gerüchte über einen möglichen Hack kamen am 26. März auf, als ein Nutzer auf Twitter vermutete, dass die Börse einem Angriff zum Opfer gefallen sein könne.

Einzahlung verzögert sich für eine Stunde – wurde CoinBene gehackt? Ich glaube CoinBene wurde gehackt, deshalb habt ihr die Wallets ohne Ankündigung in den Wartungsmodus versetzt. Eine echte Schande für CoinBene, das war das letzte Mal, dass ich euch benutzt habe, nehmt euch ein Beispiel an @bitforexcom.


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Daraufhin beeilte CoinBene sich, zu versichern, dass es sich keineswegs um einen Hack gehandelt habe, sondern um ein Upgrade der Wallet. Deshalb sei es zu den Verzögerungen gekommen, der Handel werde aber nicht beeinträchtigt. Am folgenden Tag veröffentlichte die Börse dann ein offizielles Statement: Das Upgrade sei „infolge der kürzlichen Diebstähle auf verschiedenen Börsen“ durchgeführt worden. Die Assets auf Coinbene seien aber „zu 100 Prozent sicher.“ Sollte es zu Verlusten kommen, verspricht Coinbene eine vollständige Zurückerstattung.

Problem: Etliche Krypto-Experten trauen dieser Aussage nicht so ganz. Dem Analysten Nick Schteringard zufolge wurden etwa sechs Millionen US-Dollar in CoinBene-Coins und 39 Millionen US-Dollar in Maximine-Coins entwendet und auf andere Börsen transferiert.

Man beachte den großen Anteil an Maximine-Coin. Dieser unbekannte Coin liegt diesen Monat bei über 700 Prozent.

Man sieht außerdem ein gehäuftes Aufkommen an Maximine-Coin auf HitBTC (Anmerkung der Redaktion: eine andere Krypto-Börse).

Expertenbericht: 105 Millionen US-Dollar in ETH und Token von CoinBene entwendet

Möglicherweise ist der Schaden bei CoinBene aber noch weitaus größer. Wie die Analysten der Firma Elementus herausgefunden haben wollen, sollen ETH und Token im Wert von 105 Millionen US-Dollar von CoinBene abgezogen worden sein. Der Transfer begann demnach am 25. März und zwar einige Stunden, bevor die Plattform in den Wartungsmodus schaltete.

Dabei sollen die Täter die erbeuteten Token an drei verschiedene Adressen gesendet haben. Es handele sich dabei um etwa 110 verschiedene Kryptowährungen, davon ungefähr 70 Millionen US-Dollar in Maximine-Coin. Diese Währungen würden derzeit auf verschiedenen Börsen zum Verkauf angeboten. Dem Bericht zufolge sei diese Vorgehensweise „bei Personen üblich, die ihre Spuren verwischen wollen“ und deute daher auf einen Hack hin. Eine offizielle Antwort von CoinBene steht derzeit noch aus.

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