Marshall-Inseln wollen Kryptowährung als gesetzliches Zahlungsmittel

Marshall-Inseln wollen Kryptowährung als gesetzliches Zahlungsmittel

Die Marshall-Inseln planen die Einführung einer Kryptowährung als gesetzliches Zahlungsmittel. Damit wäre der pazifische Inselstaat der weltweit erste Staat, der die Annahme einer Kryptowährung als Zahlungsmittel gesetzlich vorschreibt. Dazu möchten die Marshall-Inseln die Währung „Sovereign“ (SOV) im Zuge eines Initial Coin Offerings (ICO) herausgeben.

Im Unterschied zu Ländern wie beispielsweise USA, Japan oder Südkorea, die den Bitcoin als Zahlungsmittel akzeptieren, gehen die Marshall-Inseln einen Schritt weiter. Den Plänen zufolge wird es illegal, Zahlungen in SOV nicht zu akzeptieren, wie Joseph Young auf Twitter deutlich macht:

„Viele Menschen scheinen den Unterschied zwischen gesetzlichem Zahlungsmittel (legal tender) und legaler Währung (legal currency) nicht zu verstehen. Bitcoin ist eine legale Währung in Japan, Südkorea und auf den Philippinen. Es ist legal, ihn als Zahlungsmittel zu nutzen. Gesetzliches Zahlungsmittel bedeutet, es ist illegal, ihn nicht als Geld zu akzeptieren, er muss akzeptiert werden.“

SOV als gesetzliches Zahlungsmittel

Der ICO soll laut The Next Web bereits im dritten Quartal 2018 beginnen. Es ist allerdings nicht geplant, den US-Dollar als bisher einziges gesetzliches Zahlungsmittel zu ersetzen. Vielmehr sollen sich US-Dollar und SOV ergänzen.

Die Regierung der Marshall-Inseln ergreift einige Maßnahmen, um eine kriminelle Nutzung des SOV zu verhindern. Um SOV-Token im Crowd-Sale zu erwerben, müssen sich Nutzer gegenüber der Regierung eindeutig identifizieren. Jede Wallet ist dann mit einem Identitäts-Token verknüpft. Ohne diesen Identitäts-Token ist es nicht möglich, SOV-Token zu versenden. Dadurch sollen Möglichkeiten zur Steuerhinterziehung, Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung unterbunden werden. Dieses Vorgehen ist sicherlich auch der Tatsache geschuldet, dass die Marshall-Inseln einen Ruf als Steueroase genießen.

Barak Ben-Ezer, CEO vom israelischen Fintech Neema, das hinter dem Projekt der Marshall-Inseln steht, möchte Fiatgeld und Kryptowährungen verbinden:

„Unsere Idee ist einen Panama-Kanal zwischen der Welt der Fiatwährungen, Banken und der Wall Street sowie den Kryptowährungen zu erschaffen. Sovereign wird ein Portal zwischen diesen beiden Welten schaffen, da es den Vorteil genießt, Fiatwährung und Kryptowährung zu sein.“

Die Marshall-Inseln sind nicht der erste Staat, der eine eigene Kryptowährung plant. Seit der Einführung des Petro in Venezuela denken auch andere Länder über ähnliche Projekte nach, beispielsweise die Türkei und der Iran. Die Pläne der Marshall-Inseln sind jedoch schon deutlich konkreter. Der Status als gesetzliches Zahlungsmittel könnte zudem dazu beitragen, dass der Sovereign tatsächlich als Währung genutzt und nicht wie viele andere Kryptowährungen nur als Spekulationsobjekt behandelt wird.

BTC-ECHO

Über Fabian Kaul

Fabian KaulFabian Kaul hat Neuere Deutsche Literatur in Göttingen studiert. Seit März 2018 schreibt er als freier Redakteur für BTC-ECHO. Sein Hauptinteresse gilt den Chancen und Risiken, die sich aus dem Themenkomplex Blockchains und Kryptowährungen für die Gesellschaft ergeben.

Ähnliche Artikel

USA: Starkes Wachstum bei Blockchain-Jobs

Die Blockchain-Technologie sorgt in den USA immer mehr Arbeitsplätze. Trotz des Bärenjahres 2018 hat sich die Zahl der Job-Angebote von US-amerikanischen Blockchain-Unternehmen um 300 Prozent erhöht.  Während der Krypto-Markt um Bitcoin und Co. sich derzeit bestenfalls im Seitwärtsgang bewegt, können Blockchain-bezogene Berufe in den USA und anderswo ein deutliches Wachstum verbuchen. Zu diesem kommt das […]

Krypto-Hacks: Lazarus Group soll 571 Mio. US-Dollar erbeutet haben

Nach Angaben der russischen IT Security-Firma Group-IB gelang es Hackern der Lazarus Group seit Anfang 2017, Vermögen aus Krypto-Börsen im Gesamtwert von 571 Millionen US-Dollar zu entwenden. Die Angriffe werden der nordkoreanischen Regierung zugeordnet. Laut dem Jahresbericht  „Hi-Tech Crime Trends 2018“ des Moskauer IT-Security-Unternehmens Group-IB ist Lazarus offenbar die erfolgreichste Hackergruppierung, wenn es darum geht, die […]

Vor Börsengang: US-Strafzölle erfassen Bitmain

Als wenn der Bärenmarkt nicht genug wäre, machen nun auch die Strafzölle der US-amerikanischen Regierung den chinesischen Krypto-Mining-Herstellern das Leben schwer. Die „Trump tariffs“ getauften Zölle belaufen sich auf 25 Prozent und betreffen aktuell 800 chinesische Produkte. Unter den chinesischen Krypto-Mining-Herstellern Bitmain, Canaan und Ebang trifft diese Regelung den Branchenführer Bitmain am stärksten. Für Bitmain […]

Das Meinungs-ECHO: „Antisemiten!“ – Roubini trollt die Bitcoin-Gemeinde

Nachdem die vernichtende Kritik des Permabärs Nouriel an Bitcoin & Co. auch zu Beginn dieser Woche noch nachhallte, rückten die Probleme der Krypto-Börse Bitfinex und des Stable Coins Tether in den Fokus der Kommentatoren. Das Meinungs-ECHO für die 42. Kalenderwoche. Krypto-Nazis Roubinis Anti-Bitcoin-Tirade vor dem US-Senat fand auf dem Twitter-Account des Ökonomen zum Wochenbeginn ihre […]