Marshallinseln wollen Kryptowährung als gesetzliches Zahlungsmittel

Fabian Kaul

von Fabian Kaul

Am · Lesezeit: 2 Minuten

Fabian Kaul

Fabian Kaul hat Neuere Deutsche Literatur in Göttingen studiert. Seit März 2018 schreibt er als freier Redakteur für BTC-ECHO. Sein Hauptinteresse gilt den Chancen und Risiken, die sich aus dem Themenkomplex Blockchains und Kryptowährungen für die Gesellschaft ergeben.

Quelle: Tropical island with palm trees, blue sky with white clouds/ Tropical island with palm trees/ Palm trees on a beach, tropical island with sandy beach via Shutterstock

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Die Marshall-Inseln planen die Einführung einer Kryptowährung als gesetzliches Zahlungsmittel. Damit wäre der pazifische Inselstaat der weltweit erste Staat, der die Annahme einer Kryptowährung als Zahlungsmittel gesetzlich vorschreibt. Dazu möchten die Marshall-Inseln die Währung „Sovereign“ (SOV) im Zuge eines Initial Coin Offerings (ICO) herausgeben.

Im Unterschied zu Ländern wie beispielsweise USA, Japan oder Südkorea, die den Bitcoin als Zahlungsmittel akzeptieren, gehen die Marshall-Inseln einen Schritt weiter. Den Plänen zufolge wird es illegal, Zahlungen in SOV nicht zu akzeptieren, wie Joseph Young auf Twitter deutlich macht:

„Viele Menschen scheinen den Unterschied zwischen gesetzlichem Zahlungsmittel (legal tender) und legaler Währung (legal currency) nicht zu verstehen. Bitcoin ist eine legale Währung in Japan, Südkorea und auf den Philippinen. Es ist legal, ihn als Zahlungsmittel zu nutzen. Gesetzliches Zahlungsmittel bedeutet, es ist illegal, ihn nicht als Geld zu akzeptieren, er muss akzeptiert werden.“

SOV als gesetzliches Zahlungsmittel


Der ICO soll laut The Next Web bereits im dritten Quartal 2018 beginnen. Es ist allerdings nicht geplant, den US-Dollar als bisher einziges gesetzliches Zahlungsmittel zu ersetzen. Vielmehr sollen sich US-Dollar und SOV ergänzen.

Die Regierung der Marshall-Inseln ergreift einige Maßnahmen, um eine kriminelle Nutzung des SOV zu verhindern. Um SOV-Token im Crowd-Sale zu erwerben, müssen sich Nutzer gegenüber der Regierung eindeutig identifizieren. Jede Wallet ist dann mit einem Identitäts-Token verknüpft. Ohne diesen Identitäts-Token ist es nicht möglich, SOV-Token zu versenden. Dadurch sollen Möglichkeiten zur Steuerhinterziehung, Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung unterbunden werden. Dieses Vorgehen ist sicherlich auch der Tatsache geschuldet, dass die Marshall-Inseln einen Ruf als Steueroase genießen.

Barak Ben-Ezer, CEO vom israelischen Fintech Neema, das hinter dem Projekt der Marshall-Inseln steht, möchte Fiatgeld und Kryptowährungen verbinden:

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„Unsere Idee ist einen Panama-Kanal zwischen der Welt der Fiatwährungen, Banken und der Wall Street sowie den Kryptowährungen zu erschaffen. Sovereign wird ein Portal zwischen diesen beiden Welten schaffen, da es den Vorteil genießt, Fiatwährung und Kryptowährung zu sein.“

Die Marshall-Inseln sind nicht der erste Staat, der eine eigene Kryptowährung plant. Seit der Einführung des Petro in Venezuela denken auch andere Länder über ähnliche Projekte nach, beispielsweise die Türkei und der Iran. Die Pläne der Marshall-Inseln sind jedoch schon deutlich konkreter. Der Status als gesetzliches Zahlungsmittel könnte zudem dazu beitragen, dass der Sovereign tatsächlich als Währung genutzt und nicht wie viele andere Kryptowährungen nur als Spekulationsobjekt behandelt wird.

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